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 [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen

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Grim

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BeitragThema: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Sep 21, 2013 11:30 am

Die Pferde waren unruhig, tänzelten nervös auf der Stelle und es kostete Feldwebel Verin Orvart einiges an Mühe, das Tier davon abzuhalten auszuscheren. Doch wer hätte es dem Biest verdenken können? Es war nur zu verständlich, dass es Furcht hatte. Auch wenn die Flammen verloschen waren strahlten die geschwärzten Ruinen noch immer Hitze ab und der beissende Geruch von Rauch lag in der Luft. Eine dicke Schicht aus Ruß und Asche bedeckte das Gras der Uferaue und den ausgetretenen Pfad gleichermaßen. Fluchend schwang der Feldwebel sich aus dem Sattel, landete in den Knien federnd auf dem Grund. Der Aufprall ließ ein leises, metallenes Klirren durch seine Rüstung laufen als der schlecht sitzende Kürass am darunter liegenden Panzerhemd schabte. Das Pferd, nun von der Last des Reiters auf seinem Rücken befreit, versuchte sich aufzubäumen, abzuwenden, doch Orvart, die Hand am Halfter, hielt es es mit eisernem Willen zurück.
„Du!“, rief er einen seiner Männer herbei und drückte ihm die Zügel an die Hand, „Bring die Pferde fort und sieh zu, dass sie zu fressen bekommen. Der Rest von euch: absitzen und mit mir!“ Wieder schepperte Rüstzeug als vier gepanzerte Reiter sich aus den Sätteln schwangen. Ohne auf seine Männer zu warten schritt Orvart auf die vor ihnen liegenden Überreste der Mühle zu. Seine schweren, eisenbeschlagenen Stiefel hinterließen deutliche Abdrücke in der losen Asche. Viel hatte das Feuer nicht übrig gelassen, dass auch nur die groben Umrisse des Gebäudes hätte erahnen lassen. Die steinernen Grundmauern standen noch, hier und dort von der Hitze gesprungen oder herunterfallenden Trümmern zerschmettert, überall mit einer dicken, schmierigen Schicht Ruß überzogen. Ein paar verkohlte Balken ragten noch immer trotzig auf, zornige, schwarze, zum Himmel weisende Finger, Mahnmale des Übels, das hier geschehen war. Das Mühlrad lag geborsten im Skallien, ein Teil seiner Achse noch immer auf die Ruinen seiner einstigen Mühle weisend. Noch schien es die Strömung nicht geschafft zu haben, es vollends zu zerreissen, doch es war wohl lediglich noch eine Frage der Zeit bis es den Kräften des Flusses nachgeben und als Treibholz seine Reise zum Meer antreten würde. Ein junger Mann harrte am Ufer der nahenden Männer. „Bericht, Korporal Thal!“, rief Orvart ihn an. Der Späher nahm mit beiden Händen den Helm vom Kopf, klemmte ihn unter den Arm und offenbarte einen dichten, goldblonden Schopf. Seinem Gesicht war anzusehen, wie jung er noch war. Keine siebzehn Jahre alt.
„Vollständig niedergebrannt, Feldwebel“, antwortete Thal und kam seinem Vorgesetzten entgegen, „Der Regen heute Nacht hat den Brand gelöscht, aber die Glut schwehlt noch.“
„Der Müller?“, hakte Orvart knapp nach.
„Keine Spur, Feldwebel. Aber ich habe noch nicht dort drinnen nachgesehen.“ Thal wies mit der freien Linken auf die Überreste der Mühle. Ein mulmiges Gefühl stieg in Orvarts Bauch auf als ihm die Implikation bewusst wurde, die der Korporal andeutete. Auch er wandte sich nun der geschwärzten Ruine zu.
„Irgendwelche Hinweise, wer das hier verbrochen hat?“, fuhr er ohne Thal anzusehen fort und trat näher an die Mühle heran.
„Wenig, nach dem Regen. Aber zumindest keine Hufspuren. Der Boden ist weich so nahe am Fluss, man hätte sie deutlich sehen müssen“, führte der Korporal aus, doch Orvart hörte nur noch mit einem Ohr hin. Er war über eine geborstene Grundmauer ins Innere der Mühle gestiegen und bahnte sich nun, hier und dort einen Balken beiseite schiebend, seinen Weg. Das leise Reiben von Metall auf Leder verriet ihm, dass seine Männer ihm folgten. Der Blick des Feldwebels glitt forschend über den Boden. Es dauerte nicht lange bis er fand, wonach er gesucht hatte.
„Der Müller wird uns keine Antworten mehr bieten können“, stellte er lakonisch fest und ging in die Hocke. Die durch und durch verkohlte Gestalt war nur mit Mühe noch als menschlich zu erkennen. Ihre Kleidung hatte das Feuer vollständig verzehrt und da Fleisch in Kohle verwandelt, die sich eng an den Knochen schmiegte. Es dauerte einige Augenblicke bis Orvart erkannte, dass die Gestalt auf dem Bauch lag. Seinen Abscheu überwindend streckte er eine Hand aus und drehte den Leichnam auf den Rücken. Hinter sich konnte er ein würgendes Geräusch und sich rasch entfernende Schritte vernehmen.
„Eine Einschätzung, Korporal?“, wandte er sich erneut an Thal.
Der junge Mann hatte sich bis an Orvarts Seite vorgewagt, doch wirkte arg bleich um die Nase. „Ähh... Feldwebel?“, stotterte er, sichtlich unschlüssig, was sein Vorgesetzter von ihm hören wollte.
„Meint ihr, es war das Feuer, das ihn getötet hat oder war er bereits tot als er verbrannt ist?“, präzisierte Orvart. Mit einer gepanzerten Hand strich er über die Brust des Leichnams, nach Wunden suchend. Aber eingedenk des Zustands des Toten war es ein fruchtloses Unterfangen. Selbst wenn dem Müller der Schädel gefehlt hätte wäre das kein eindeutiges Zeichen gewesen. Als der Feldwebel die Hand zurück zog blieb Kohle an seinem Handschuh haften. Fleisch, wie er sich unwillentlich ins Bewusstsein rief. Nun spürte er auch in seinem Magen ein unangenehmes Rumoren. Hastig versuchte er es abzuschütteln während er sich wieder erhob.
„Diese Schweine werden dafür bezahlen!“, gab Thal grimmig knurrend von sich, die Rechte am Heft seiner Klinge. Dem Feldwebel kam es vor, als versuche er damit vor allem seine eigene Unsicherheit zu überspielen.
„Wir haben keinerlei Ahnung, wer die Mühle niedergebrannt hat“, rief Orvart den Jungen zur Mäßigung auf.
„Wer wohl?“, erwiderte Thal gereizt, den Respekt, den er seinem Vorgesetzten schuldete, in diesem Moment komplett vergessend, „Nordermarker Bluthunde! Ist das nicht offensichtlich?“
„Wir haben keinerlei Hinweise dafür, Korporal“, wies der Feldwebel ihn zurecht, schärfer im Ton diesmal. Auch er merkte, wie diese ganze Situation an seinen Nerven zehrte, „Ebenso können es Banditen von unserer Seite des Skalliens gewesen sein. Vielleicht hat der Müller sich auch einen persönlichen Groll zugezogen. Einem Bauern Hörner aufgesetzt. Wir sollten nichts ausschließen.“ Er wandte sich vollends um, weniger jedoch um den kompletten Trupp zu mustern als vielmehr, um sich den weiteren Anblick der verkohlten Leiche zu ersparen.
„Ich nehme nicht an, dass eine so große Mühle dem Müller selbst gehört hat“, stellte er fest, die Hände in die Hüfte stemmend, „Weiß einer von euch, wem der Mann gedient hat?“
Einer der Männer, der seinen Helm ebenfalls abgenommen hatte und dem jegliche Farbe im Gesicht fehlte – Orvart nahm an, dass er es gewesen sein musste, der sich zuvor von der Truppe entfernt hatte – trat vor. „Die Mühle hat dem Patrizier Melior persönlich gehört“, meldete der Mann.
Feldwebel Verin Orvart gab ein unwirsches Schnauben von sich, reckte den Kopf vor und kratzte sich am Bart. Dachte nach. „Dann soll der Patrizier entscheiden, was wir diesbezüglich unternehmen sollen“, entschied er schließlich, „Ich sende einen Boten nach Merrisholt. Korporal Thal, reiten sie ins nächste Dorf und veranlassen sie, dass die Bauern den Mann hier angemessen bestatten. Der Rest von euch: Abmarsch!“
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Grim

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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Sep 21, 2013 11:31 am

Fürst Oswin war noch beim Frühstück in seinen Privatgemächern als es an der Türe klopfte. Das Brot war noch warm vom Ofen, die gebratene Wachtel dagegen kalt, vermutlich noch vom Vorabend. „Herein!“, rief der Fürst mit vollem Mund, schluckte dann aber und wischte sich mit dem Ärmel über den Mund. Außer einem weiten Hemd und einer engen Hose trug er nichts, doch wer auch immer an seine Zimmertür zu klopfen wagte, vor dem konnte er es sich auch leisten, in wenig repräsentativen Kleidern aufzutreten. Die Tür schwang auf und hinein trat Gerrid, der inzwischen ergraute Zimmerdiener des Fürsten.
„Verzeiht die Störung mein Fürst, aber heute Morgen ist eine eilige Depesche aus der Grafschaft Hohenwald eingetroffen“, erklärte der Mann und verneigte sich steif.
„Na gut, dann her damit!“, verlangte Oswin und schob den Teller mit der halb gegessenen Wachtel von sich, griff nach einer bereit liegenden Stoffserviette und putzte sich die fettigen Finger daran. Der Diener trat an den Tisch heran und überreichte ihm eine Pergamentrolle. Kurz überprüfte Oswin das Siegel, dann erbrach er es. Mit zusammen gekniffenen Augen studierte er den Brief, dabei immer wieder unzufrieden brummend. Bauernaufstände. Noch immer! Wollten sich einfach nicht beruhigen. Und der Graf von Hohenwald bat seinen Fürsten um Unterstützung. Oswin verzog verärgert das Gesicht.
„Das ist dringend“, entschied er schließlich, nachdem er den Brief zu Ende gelesen hatte, „Ich werde darüber Rat halten. Jetzt gleich, am besten. Gerrid, hilf mir in meine Kleider! Und dann sieh zu, dass mein Stab antritt. Ich warte im kleinen Saal.“
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Sep 21, 2013 9:10 pm

In der fürstlichen Residenz des Patriziers von Merrisholt warfen die Wände das Echo der Schritte des Boten zurück, der hastig über den Gang eilte. Sein Gesichtsausdruck war überaus nervös, als er vor der Tür der Gemächer des Patriziers stand. Schließlich nahm er all seinen Mut zusammen und klopfte an der Tür.
Nach einer kurzen Pause wurde er hineinbeordert.
Vorsichtig öffnete er die Tür und blickte in das ordentlich sortierte Arbeitszimmer des Patriziers. Die Wände des Zimmers waren über und über angefüllt mit Bücherregalen, die vom Sachbuch bis hin zu Tagebüchern verschiedenste Schriften enthielten. Die meisten waren jedoch Register mit finanziellen Informationen der Region. An der Rückwand, kamen durch einige Fenster viel Licht hinein und eine Tür führte zu einem kleinen Balkon von dem man einen fabelhaften Ausblick auf Merrisholt hatte.
Vor diesem Balkon, auf einer kleinen Anhöhe, die durch zwei Stufen vom Rest des Raumes getrennte waren, stand der breite Schreibtisch des Patriziers, gefüllt mit diversen Schriften, und einigen Rechengeräten.
Dahinter saß, mit einer kleinen Brille auf der Nase, Lucius Melior, Patrizier von Merrisholt und blickte prüfend auf den Boten herab. In seiner Hand hielt er immer noch eine Feder, mit der er wohl gerade an einem wichtigen Dokument gearbeitet hatte.
"Was gibt es?", fragte er direkt und seine Stimme ließ keinen Widerstand zu.
"Verzeiht, dass ich Eure Berechnungen störe, Milord", setzte der Bote nervös an, "doch offenbar ist der Spähtrupp, der die Lage am Ufer des Skallien auskundschaften sollte, mit Neuigkeiten zurückgekehrt."
"Und was haben sie entdeckt?", hakte der Patrizier nach.
Vorsichtig näherte der Bote sich dem Schreibtisch und reichte dem Patrizier das Dokument. Dieser nahm es entgegen und studierte es eingehend. Während er dies tat, wagte der Bote es keinen Augenblick, sich zu rühren.
Nachdem er den Bericht einige Male überflogen hatte, blickte Lucius Melior wieder auf.
"Es gibt also bisher keine genauen Hinweise auf den Täter?"
"Nein, Milord", antwortete der Bote zögerlich. "Einige der Soldaten glauben, es handelt sich um Plünderer aus der Nordermark doch..."
"Vermutungen interessieren mich nicht", unterbrach der Patrizier ihn. "Suche nach Rhea und sag ihr, dass ich umgehend mit ihr sprechen muss. Hinfort!"
Der Bote zögerte kurz, verneigte sich schließlich jedoch kurz vor dem Patrizier und verließ das Zimmer so schnell wie er gekommen war. Lucius hingegen legte leicht die Stirn in Falten und betrachtete den Bericht erneut. Dann suchte er die neuesten Berichte über die Ereignisse in der Nordermark heraus und begann, diese zu studieren.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Sep 21, 2013 9:27 pm

Die Tore der Burg Hartholm öffneten sich und eine kleine Ansammlung von Reitern kam in den Burghof geritten. Angeführt wurde diese von einem riesigen, bulligen Mann, der triumphierend grinste, während er sich von seinem Pferd schwang. Hinter ihm kam seine Jagdpartie in den Burghof geritten, und machte sich gleich daran, die Beute, einen riesigen Eber, von einem der Pferde zu hiefen.
"Sagt den Männern, heute abend gibt es Eberfleisch zu essen!", rief Grim Helfort, Sohn des Fürsten Oswin. "Dies war eine Jagd, die es wert ist, in Liedern besungen zu werden!"
"Ich gratuliere Euch, mein Herr", sagte einer der Kammerdiener, während der Eber zur weiteren Verarbeitung in die Burg transportiert wurde, "doch Euer Vater wünscht Euch zu sehen. Es gibt eine wichtige Angelegenheit zu bereden und der Stab soll sich im kleinen Saal versammeln."
Grim zog überrascht die Brauen hoch.
"Was gibt es denn so wichtiges zu besprechen, dass Vater gleich den ganzen Stab einberuft?"
"Ich weiß es nicht, doch er wirkte recht ungehalten", entgegnete der Mann.
"Die Aussicht auf ein glorreiches Mahl wird seine Laune sicher wieder bessern!", meinte Grim grinsend und machte sich auf den Weg in den kleinen Saal.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Sep 23, 2013 7:17 pm

Magistra Rhea war bereits wach und lauschte ihrem Bediensteten, der ihr ein Rezept rezitierte, welches sie ihm zuvor diktiert hatte.
"Gut. Alles korrekt. Hab ich dir gar nicht zugetraut", sagte sie, als der Junge fertig war. "Hol mir die Zutaten und bereite alles vor. Ich muss diesen Trank heute noch brauen."
Der Junge nickte und wollte davoneilen, als an der Tür geklopft wurde.
"Magistra Rhea", sprach eine tiefe Stimme. Sie nickte dem Jungen zu, der dann halt die Tür öffnen ging und den Boten hereinliess.
"Entschuldigt, wenn ich störe", sagte der mit einer knappen Verneigung. "Der Patrizier wünscht Euch zu sprechen. Es ist dringlich."
Die Alte Frau nickte. "Ich komme gleich." Sie griff nach dem Stab, der sie beim Gehen unterstützte und zog sich daran auf ihre müden, alten Beine. Sofort eilte der Junge her, um ihr zu helfen. Sie hakte sich bei ihm unter und aufrechten Ganges folgte sie dem Boten zum Gemach des Patriziers. Dort angekommen schüttelte sie Bote und Junge ab und trat nach einem kurzen Anklopfen ein.
"Ihr wünscht mich zu sprechen, mein Herr?"



Er hasste reiten. Diese dreckigen, stinkenden Gäule taten nichts als furzen und scheissen und abartige Geräusche ausstossen. Der Geruch haftete tagelang an Kleidung und Haar und stieg einem aufdringlich in die Nase.
Deswegen hielt es Fafnir keine Sekunde länger als nötig auf seiner Schimmelstute. Etwas weniger schwungvoll als sein Cousin stieg er vom Pferd und drückte die Zügel einem Diener in die Finger. Dabei bemerkte er, dass seine Beine zitterten und sein Gesäss wund war. Warum hatte er auch mit auf diese Jagd gemusst? Als ob irgendetwas daran männlich und gebildet war! Widerwärtig und barbarisch war die Jagd. So und nicht anders!
Trotz seiner verhältnismässig schlechten Laune, lauschte er den Worten des Kämmerers und folgte Grim dann in einigem Abstand. Wie schön. Nach Pferd, Wald und toten Schweinen stinkend würden sie nun also seinem ehrenwerten Onkel gegenüberstehen. Es war schlicht und einfach beschämend.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Sep 23, 2013 9:46 pm

"Ah, Magistra Rhea", sagte Lucius und blickte von seinen Dokumenten auf. "Bitte, nehmt Platz." Er deutete auf einen Stuhl vor seinem Schreibtisch.
"Verzeiht, dass ich Euch störte, doch es gibt beunruhigende Neuigkeiten und ich brauche Euren Rat in dieser Situation", erklärte er sich. "Wisst Ihr, ein Bote teilte mir heute morgen mit, dass eine meiner Mühlen am Fluss Skallien bis auf den Grund niedergebrannt ist. Die Ursache ist bisher unklar, doch offenbar gibt es einige Vermutungen, Haus Helfort könnte dahinterstecken. Zudem gibt es Berichte über jüngste Bauernaufstände in der Nordermark."
Er zeigte ihr einige der Berichte, die er für wichtiger erachtete.
"Sagt mir", setzte der Patrizier an, nachdem er ihr einige Zeit gegeben hatte, die Dokumente zu studieren, "was haltet Ihr davon?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Sep 24, 2013 9:15 pm

Weit gelangten die beiden Helfort-Vettern nicht, ehe sie im Gang auf die erste Person stießen, die der Lärm ihrer Ankunft angelockt hatte. Im Grunde hatte Jolanda Evayn nicht vorgehabt, einem der hochgeborenen Jäger zu begegnen. Es war die bloße Neugier gewesen, die sie angelockt hatte. Von der Ballustrade des Haupthauses hinab in den Innenhof blicken, sich die Beute ansehen und die feschen Jägersleute und ihre Pferde, das hatte sie vor gehabt. Aber bei den Göttinnen, doch niemandem im Wege umgehen! Niemanden aufhalten. Erst recht nicht den Sohn ihres Vormundes. Jolanda hatte sich in Grim Helforts Gegenwart nie sonderlich wohl gefühlt. Sie wusste nie wirklich, wie sie ihm gegenüber auftreten sollte. Sein Vater behandelte sie wie einen Teil seiner eigenen Familie, aber dennoch war Grim wohl kaum wie ein Bruder für sie. Zu groß war der Altersunterschied. Und er würde eines Tages Fürst der Nordermark sein, was ihr zusätzlichen Respekt abnötigte. Im Grunde hätte sie also auf der Stelle wieder kehrt gemacht, sich vor ihm und seinem Vettern Fafnir versteckt. Aber wie hätte das ausgesehen?! Eine wohlerzogene Dame tat soetwas nicht. Eine Dame hatte mit den beiden Männern zu parlieren.
"Milord Grim", grüßte sie den Fürstensohn und deutete einen Knicks an. Ihre Stimme war etwas zittrig, doch sie bemühte sich um formvollendete Höflichkeit, "Ihr seid zurück von der Jagd. Wart ihr erfolgreich?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Sep 24, 2013 9:48 pm

Grim blinzelte überrascht setzte dann jedoch ein herzliches Lächeln auf.
"Sogar überaus erfolgreich, Dame Jolanda", lachte er. "Ein gewaltiger Eber hat unseren Weg gekreuzt. Heute abend werden wir ein großartiges Festmahl genießen. Doch was treibt Euch denn schon so früh aus den Federn?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Sep 25, 2013 5:25 am

Rhea liess sich Zeit. Sie liess sich immer Zeit, wenn es darum ging, ihren Herrn zu beraten. Mit Mühe las sie die Dokumente, musste sich einige Zeilen sogar vorlesen lassen, ehe sie sich in Schweigen hüllte.
Erst nach einer Weile atmete sie tief durch. "Eine Mühle also", murmelte sie. "Ich denke, es wäre das Beste, wenn Ihr mit dem Hause Helfort die Konversation sucht und die Sache abklärt, bevor ein Angehöriger des aufgeführten Toten es selbst tut. Jedoch würde ich auch die umliegenden kleineren Dörfer filzen. Vielleicht findet sich der Täter ja auf unserer Seite des Flusses."


Hach. Die bezaubernde Schönheit der holden jungen Dame die ihren Weg kreuzte, vermochte es, Fafnirs Laune etwas zu heben. Schon oft hatte er sich Gedanken darum gemacht, wie es wäre, sich mit ihr zu vermählen. Er hätte ein wunderschönes Weib an seiner Seite und sie konnte dankbar sein, in so gute Hände gefunden zu haben wie die seine es waren.
Doch statt vor ihr auf die Knie zu gehen und um ihre Hand anzuhalten, nahm er lediglich ihre Hand und hauchte dieser einen Kuss auf.
"Wen interessiert, warum sie so früh auf ist", meinte er, als er sie losliess und ihr dabei in die Augen schaute. "Sie ist immer ein willkommener Anblick."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Sep 25, 2013 4:17 pm

Es war mehr als galant, wie der jüngere Vetter des Fürstensohnes hier auftrat und welche Dame hätte solchen Komplimenten schon widerstehen können? Jolanda spürte, wie ihr die Röte in die Wangen stieg. Eine ältere, in den Etiketten der Fürstenhöfe versiertere Dame hätte dem Charmeur wohl eine schlagfertige, geistreiche Antwort geben können. Aber Jolanda war nicht schlagfertig oder geistreich. Ihr raubte Fafnirs Auftreten vielmehr die Worte, stürzte sie in Verlegenheit. Fieberhaft suchte sie nach der richtigen Erwiderung, der gebührenden Reaktion und brachte doch nur ein gestammeltes "D...danke euch" hervor. Wie peinlich! Die Röte auf ihren Wangen nahm noch einen Tick zu. Neben die Schmeichelei gesellte sich nun die Scham. Verflucht! Verflucht... das war einer Hofdame nicht würdig. Ihr Vormund wäre kaum zufrieden mit ihr.
"Erlaubt mir, euch zu eurem Erfolg zu gratulieren", wandte sie sich hastig an Grim um nicht ganz so wortlos da zu stehen. Zu spät ging ihr auf, dass sie besser Worte an Fafnir gerichtet hätte. Verdammt, warum musste das nur alles so schwierig sein. Warum hatte sie nur in die beiden hinein laufen müssen? Sie blamierte sich hier bis auf die Knochen.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Sep 25, 2013 9:00 pm

Lucius fuhr sich nachdenklich übers Kinn.
"Der Gedanke kam mir auch schon", stimmte er ihr zu. "Wir sollten die umliegenden Dörfer auf jeden Fall untersuchen, doch denke ich, dies ist auch eine gute Gelegenheit unseren Stand gegenüber dem Haus Helfort zu verbessern."
Er nahm eine Feder und etwas Tinte hervor.
"Ich werde einen Brief an Fürst Oswin aufsetzen und ihn darum bitten, zu klären, was seine Bauern damit zu tun haben. Sollten seine aus der Kontrolle geratenen Bauern dafür verantwortlich sein, so können wir wohl sogar von den starrköpfigen Helforts weit mehr verlangen als eine Entschuldigung."
Er setzte mit der Feder an, hielt jedoch kurz inne.
"Verzeiht Rhea, Ihr seid doch unterwandert in...übernatürlichen Ereignissen", setzte er an. "Fällt euch an den Berichten etwas...ungewöhnliches auf? Etwas was auf...eine derartige Intervention hinweisen könnte?"

Grim konnte nicht anders, als die Augen zu verdrehen, als er Fafnirs Verhalten sah. Er konnte sich kaum auf einem Pferd halten und hatte wahrscheinlich jetzt schon Blasen am Hintern, spielte sich jedoch auf wie der Fürst der Jagd höchstselbst. Seine Mutter hatte ihn hergeschickt, damit ein echte Mann aus ihm werden würden, aber entweder er und sein Vater waren schlechte Lehrer oder Fafnir einfach unbelehrbar.
Nichtsdestotrotz lächelte er Jolanda an, und versuchte eindringlich, das affektierte Verhalten Fafnirs zu ignorieren.
"Vielen Dank, Milady", antwortete er. "Ich hoffe doch sehr, Ihr leistet uns heute abend Gesellschaft. Bücher und Etikette sind ja schön und gut, aber es schadet auch nicht, ein wenig unter Leute zu kommen. Wo wir gerade dabei sind, wir würden ja gerne weiter plaudern, aber mein werter Herr Vater wünscht uns in einer dringlichen Angelegenheit zu sehen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Sep 26, 2013 5:22 am

"Entschuldigt, dass ich Euch enttäuschen muss. Doch die Berichte alleine zeigen mir zu wenig auf. Ich sehe nur, was irgendein Mann auf irgendein Pergament geschrieben hat.
Ich müsste mir die Mühle an Ort und Stelle ansehen."
Sie lächelte ihn leicht an. "Das einzige was mich am Bericht irritiert sind die fehlenden Spuren. Es hat geregnet, meine Knochen geben es mir deutlich zu spüren."


"Bücher und Etikette sind der Leitfaden eines erfolgreichen Lebens", widersprach Fafnir seinem Vetter mit einem süffisanten Unterton, der nicht verriet, wie ernst er diese Worte meinte.
"Doch ich stimme zu - es wäre mir eine Freude, wenn die holde Dame sich heute Abend blicken liesse. Milord Grim und ich haben es nämlich eilig. Viel zu eilig, wenn Ihr mich fragt."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Sep 26, 2013 9:04 pm

Oh, Göttinnen! Hatte sie die beiden Fürstensöhne aufgehalten? Sie waren zu einem wichtigen Treffen mit Jolandas Vormund gerufen worden und was tat sie? Versperrte ihnen den Weg und hielt sie mit einem inhaltslosen Plausch auf! Wie peinlich. Welchen Eindruck musste das machen? Und wenn Fürst Oswin die beiden fragte, warum sie so lange auf sich hatten warten lassen, was würden sie sagen? Sie wollte nicht, dass der Fürst ein schlechtes Bild von ihr bekam. Würden die beiden es verschweigen?
"Verzeiht... verzeiht vielmals...", stotterte sie, den Blick zum Boden gewandt. Sie konnte den beiden jetzt nicht in die Augen sehen. "Ich wollte euch nicht aufhalten. Ich wusste nicht... aber natürlich leiste ich euch heute Abend Gesellschaft." Sie trat einen Schritt zur Seite, presste sich an die Wand, sodass auch der breitschultrige Grim mühelos an ihr vorbei kam. Göttinnen, was hatte sie da nur wieder angestellt?
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Sep 26, 2013 9:36 pm

Lucius fuhr sich nachdenklich übers Kinn.
"Würde es im Notfall auch genügen, euch etwas von dem Ort zu bringen? Etwas Asche von dem verbrannten Ort zum Beispiel?"

Grim zog leicht die Braue hoch, lächelte das Mädchen dann jedoch wieder leicht an.
"Schön zu hören, ich freue mich darauf", sagte er lächelnd. "In diesem Sinne, habt noch einen schönen Morgen, Jolanda!"
Er nickte ihr noch einmal zum Abschied zu, bevor er sich schnurstracks auf dem Weg zum kleinen Saal machte, wo sein werter Herr Vater sie empfangen wollte.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Sep 27, 2013 4:02 pm

Der Kleine Saal der Burg Hartholm war bereits gut gefüllt als Grim und Fafnir ihn betraten. Etwa zehn Männer – der Großteil davon deutlich älteren Semesters als die beiden Nachzügler – saßen um die lange Tafel herum, allesamt in die guten Gewänder des Adels und der Wohlhabenden gekleidet. Fürst Oswin hatte seinen massigen Körper in den ausladenden Stuhl am Kopfende gezwängt und seinen Kopf auf die Faust gestützt. Sein schlimmes Bein hatte er weit vom Körper gestreckt, ein Zeichen, das deutlich machte, dass er an diesem Morgen wieder den Schmerz verspürte. Zu seiner Rechten hatte man zwei Plätze frei gelassen.
"Grim, Fafnir!", grüßte der Fürst die Neuankömmlinge kurz angebunden, "Nehmt euch Wein. Setzt euch. Ich will anfangen, damit wir diese unsägliche Geschichte hinter uns bringen und uns Angenehmerem widmen können."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Sep 27, 2013 4:06 pm

Seine Laune hatte sich durch das Zusammentreffen mit Jolanda doch um einiges gebessert, so dass Fafnir seinen Onkel und die andern anwesenden mit einem ehrlichen Lächeln begrüssen konnte.
"Geehrter Onkel", sagte er und setzte sich links von Oswin hin. Ein wenig schämte er sich für seine nach Pferd miefenden Kleidern noch immer, doch darüber musste er nun einmal stehen. Und Himmel, sein Hintern brannte, als er sich au fden Stuhl setzte.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Sep 27, 2013 8:47 pm

Grim lächelte seinem Vater ebenfalls zu.
"Herr Vater", begrüßte er ihn und nahm seinen Platz neben ihm ein. Wie angeboten nahm er sich ein Glas Wein und nippte an der Flüssigkeit. "Nun erklärt uns doch Herr Vater", wandte er sich an den Fürsten. "Was ist das für eine unsägliche Geschichte, die Euch solche Sorgen bereitet?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Sep 29, 2013 10:52 am

"Bauernaufstände!", grollte Fürst Oswin zur Antwort, seine Stimme lauter, verächtlicher als im Grunde nötig. Er wuchtete sich in seinem Sitz in eine aufrechtere Position, zog die Pergamentrolle, die ihm sein Kammerdiener am Morgen überreicht hatte, hervor und wollte sie eben auf den Tisch werfen als ein scharfer, stechender Schmerz seinen Körper durchfuhr. Gepeinigt verzog er das Gesicht und begann, sich das wunde Bein zu reiben bis der Anfall vorüber ging. Der Großteil des Beraterstabs gab dankbarer Weise vor, es nicht zu bemerken. Sie waren mit den Leiden ihres Fürsten vertraut.
"Die Brotpreise, noch immer", erklärte er schließlich fortfahrend, "Ja, die letzten Ernten waren schlecht. Keine Frage. Aber ist das meine Schuld? Glauben sie, ich kann etwas dran ändern?" Nun, streng genommen konnte er das tatsächlich. Die fürstlichen Kornspeicher waren trotz allem noch immer gut gefüllt. Sie zu öffnen hätte den Brotpries tatsächlich gedrückt. Aber wennn er dies veranlasste, dann würde er die Speicher auch wieder füllen müssen. Füllen mit teuren Kornimporten aus dem Süden. Und Oswin war sich nur zu schmerzhaft bewusst, wie ihn solche Ausgaben reuen würden. Es würde einigen seiner liebsten Projekte die Mittel kürzen. "Und es ist ja nicht so, dass sie hungern müssten. Ich habe genug Getreide in die Grafschaft bringen lassen, damit kein Mangel entsteht. Damit dieses undankbare Gesindel bis zur nächsten Ernte durchhält."
Kurz hielt er inne, richtete sich, nachdem er abermals in seinem Sitz zusammen gesackt war, wieder auf. "Ich sage, das ist das Werk von Aufrührern! Demagogen, die das einfache Landvolk aufwiegeln und ihnen weis machen, es müsse sich gegen mich erheben. Die Brotpreise sind nur ein Aufhänger. Es geht hier um etwas anderes..."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Sep 29, 2013 7:03 pm

Grim zuckte leicht mit dem Augenwinkel als sein Vater wieder Anfälle bekam, doch er hielt sich zurück. Er wollte seinen verehrten Herrn Vater nicht durch übergroße Fürsorge in seinem Stolz verletzen.
Doch sein Bericht über die Bauernaufstände ließen selbst Grims gute Laune erstarben. Die Art wie sein Vater darüber redete, ließ ihn innerlich frösteln. Beunruhigt fuhr er sich über das bärtige Kinn.
"Demagogen, sagt Ihr, Vater?", fragte Grim. "Wer könnte unsere Leute so gegen uns aufhetzen wollen? Hecken die Melior schon wieder etwas aus?"
Er hatte diese hoch bürokratischen Wichtigtuer von jenseits des Skallien noch nie leiden können. Gingen Konflikten immer aus dem Weg und heckten ständig etwas aus. Man konnt ihnen einfach nicht trauen.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Sep 29, 2013 7:22 pm

"Könnte alles mögliche sein", brummte Oswin missmutig, seine Hände auf der Platte des Tisches vor ihm faltend. Noch immer pochte der dumpfe Schmerz in seinem Bein. Es war störend, doch er biss die Zähne zusammen. Keine Schwäche zeigen. Das war schon immer seine Devise gewesen. "Vielleicht die Ornenberger, vielleicht auch etwas von Innen. Ein aufmüpfiger Graf, ein fanatischer Priester... vielleicht auch nur irgendein Bauer, der sich für einen rechten Schlaufuchs hält und glaubt, es ist nicht gerecht, dass er als Bauer geboren wurde. Aber danach kann ich später immer noch forschen lassen. Zuerst einmal wäre es mir wichtig, diesen Aufruhr im Keim zu ersticken. Kreative Vorschläge?" Der Blick des Fürsten wanderte von einem der Anwesenden zum anderen. Unheilvoll hing die ultima ratio im Raume, die ergriffen werden konnte. Ein paar Garderegimenter würden den Bauern rasch wieder einprügeln, wo sie ihren Platz hatten. Aber Oswin war sich nur zu bewusst, wie gefährlich es werden konnte, wenn er auf das eigene Volk schießen ließ. Es war nicht, was von einem Landesvater erwartet wurde. Und wenn es unglücklich ließ, dann mochte sich ein Aufruhr zu einem Flächenbrand ausweiten.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Sep 29, 2013 8:31 pm

Fafnir legte den Kopf leicht schief. Er wirkte nachdenklich. Den Schmerz seines Onkels schien er noch nicht einmal zu bemerken, so sehr konzentrierte er sich auf dessen Worte.
"Nun", meldete er sich langsam zu Wort. "Man könnte doch den Versuch unternehmen, dem Volk entgegen zu kommen. Aber dabei müssten wir leider aufpassen, dass sie auch wirklich nur den kleinen Finger nehmen. Es kann gut passieren, dass sie dann die ganze Hand verlangen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Sep 29, 2013 8:38 pm

"In diesem Fall muss ich Fafnir zustimmen", erklärte Grim, etwas überrascht, dass er mit seinem Vetter einer Meinung war. "Was auch immer diese Bauern tun, es sind immer noch unsere Leute und wir können sie nicht einfach niedermetzeln. Ich kenne einige der Bauern aus der Gegend. Die meisten sind ehrliche, hart arbeitende Menschen, die sich von einem schwierigen Jahr nicht aus der Ruhe bringen lassen könnten."
Er sah seinem Vater in die Augen.
"Lasst mich mit den Bauern sprechen", bot er an. "Ich werde herausfinden, was sie wirklich aufstachelt, den Grund beseitigen und diesen Konflikt beilegen. Das Volk muss wissen, dass wir auf seiner Seite stehen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Sep 30, 2013 5:05 pm

Oswin beantwortete den Vorstoß seines Sohnes mit einem missmutigen Brummen, das nur zu deutlich machte, wie wenig er davon überzeugt war. Was diesen Bauern fehlte war wohl kaum nur die gute Zusprache ihres Fürsten oder dessen Nachfolgers. Ihnen entgegen kommen, dass wäre mit einem tiefen Griff in die fürstliche Schatzkammer verbunden. Und die Göttinnen wussten, dass die Nordermark nicht über derartige Reserven verfügte. Der Handel mochte Gold in die Kassen schwemmen, doch Fürst Oswin war ein ambitionierter Mann, der es im gleichen Maße wieder heraus warf.
"Schaden wird es kaum", gestand er Grim schließlich zu, "Aber ich bezweifle, dass es viel hilft. Nicht, solange die Kornpreise nicht sinken. Selbst wenn wir die Aufrührer finden und hängen wird das den Rest des Pöbels nicht wieder zu braven Schafen machen und zurück auf ihre Höfe schicken. Aber gut, sprich mit ihnen. Sollen sie ihre Forderungen an den Sohn des Fürsten direkt richten. Mal sehen, was sie sich dann noch zu verlangen trauen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Okt 03, 2013 5:11 am

Da nun einen Moment lang Stille eingekehrt war, meldete sich Fafnier erneut mit einem kurzen Räuspern.
"War das alles?", verlangte er zu wissen, wobei er sich zurücklehnte. "Oder gibt es noch weitere Angelegenheiten?"



"Möglicherweise könnte ich versuchen daraus etwas zu lesen", nickte Rhea. "Asche und Erde würde ich dafür benötigen."
Sie lächelte leicht. "Dann können wir hoffen, dass der Regen nicht alle Spuren herausgewaschen hat."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Okt 07, 2013 8:59 pm

Lucius musterte die Dame kurz und nickte schließlich.
"In Ordnung, ich werde einen trupp losschicken um etwas Asche und Erde von der Unfallstelle zu bergen", sprach der Patrizier und betrachtete einen der Berichte vor sich. "Des weiteren ist es wichtig, dass wir die Situation in der Nordermark näher auskundschaften. Was auch immer der Grund für diese Bauernunruhen ist, wir sollten diese Gelegenheit nicht außer Acht lassen."
Er zückte ein Stück Pergament hervor und begann etwas darauf zu schreiben.
"Unsere Spione in der Nordermark sollen sich ein Bild von der Situation machen und dann werde ich die notwendigen Schritte einleiten."
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