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 [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen

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Kjani
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Dez 31, 2013 7:24 pm

"Ach … Mir ist es zu langweilig, im sicheren Dorf, weit weg der Unruhen zu bleiben", erklärte er mit einem leichten Lächeln.
"Man erzählt sich einiges. Das eine kann durchaus wahr sein, beim anderen zweifle ich stark. Die einen meinen, ein Dämon sei im Umlauf und bringe jede Menge Unheil. Andere sagen, der Fürst verweigere ihnen das Brot und wieder andere erzählen von einer rebellischen Gruppe, die das Volk aufwühlt."


"Um Lucretia mach ich mir keine Sorgen. Dared … Er ist zu impulsiv und von sich selbst überzeugt, um sich den Aufgaben zu stellen, die unweigerlich auf ihn zukommen werden."
Langsam griff er nach dem Weinkelch und trank einige Schlucke.
"Helfort wird sich das nicht gefallen lassen und Massnahmen ergreifen. Es wäre sinnvoller, statt den Konflikt die Verhandlung zu suchen. Oswin hat eine Tochter im heiratsfähigen Alter, die noch niemandem versprochen ist, wenn ich mich nicht irre. Dared würde es gut tun, sich um eine Frau zu kümmern und gleichzeitig wären unsere Häuser verbunden, sodass Helforts Verhandlungen kaum ausschlagen können."


Leise seufzte Fafnir auf. Oswin hatte natürlich Recht. Es würde nicht einfach werden. Doch wenn er dafür Jolanda erhielt, dann war es das definitiv wert.
Mit einem letzten Blick zu den schiefen Hütten, gab auch er seinem Pferd die Sporen und ritt gemeinsam mit dem Fürsten zurück.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Dez 31, 2013 9:33 pm

Grim lachte auf.
"Na ihr habt vielleicht Nerven Alister. Aber ich glaube schon lange nicht mehr an Schauergeschichten von Dämonen." Er nahm einen Schluck Bier und wischte sich den Mund mit dem Handrücken ab. "Bleiben also Rebellen oder ein korrupter Fürst. Oder vielleicht sogar beides. Sagt, was haltet Ihr für wahrscheinlicher?"

Lucius musterte seinen Sohn einen Augenblick lang forschend, dann nickte er.
"Immer am Mitdenken, Lothar, das ist es, was ich so an dir schätze", lobte er seinen Sohn. "Doch diese Aktion ist nicht allein vom Streben nach Profit motiviert."
Er schnitt sich ein kleines Stück von dem Braten ab und betrachtete es prüfend, bevor er die Gabel zu Munde führte.
"Dared war derjenige, der diese Aktion vorschlug", erklärte Lucius. "Doch wir kennen Dared, er würde keinen Finger krumm tun, ohne die nötige Motivation. Er hat mich um Geld gebeten, um eine Ehrengarde unter seiner Führung auszuheben. Eine vollkommen absurde Idee wenn du mich fragst. Es würde ein großer Prunk werden für eine Garde, die nur seinem persönlichen Vergnügen dienen würde."
Er schüttelte den Kopf.
"Doch wo er schonmal so motiviert war, dachte ich, er könnte auch für sein Geld arbeiten. Wenn er eine Garde führen will, dann sollte er Kampferfahrung sammeln. Zumal die jüngsten Vorgänge in der Nordermark unsere Aktion begünstigen. Und sollte er versagen...nun Schlag vor den Kopf sollte ihm endlich die Flausen austreiben."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Jan 01, 2014 11:59 am

Faustus legte den Kopf leicht schief.
"Gute Frage. Ich halte beides für durchaus möglich", meinte er schulterzuckend. "Bei beidem bin ich mir wegen der Motivation nicht sicher."


"Hmm", machte Lothar, wirkte allerdings nicht so, als würde er seinem Vater zustimmen. Er war kein Gutmensch und er befand ja auch, dass das Gold im Skallien nicht den Helforts alleine gehörte. Doch seiner Meinung nach bedarf es einer Menge Feingefühl in dieser Angelegenheit. Feingefühl das Dared schlicht und einfach fehlte.
"Wie gedenkst du dich zu verteidigen, wenn die Helforts beleidigt genug sind, um anzugreifen?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Jan 01, 2014 12:50 pm

"Keine Sorge. Genau deshalb sind wir hier", erklärte Grim. "Mein Vater entsandte mich hierher, um mich persönlich um diese Unruhen zu kümmern. Was immer unsere Leute aufstachelt, wir werden nicht zusehen, dass dieses Land vo die Hunde geht. Noch morgen werden wir zum Sitz des Fürsten aufbrechen und ihn zur Rede stellen. Wenn das geschehen ist sprechen wir mit den Bauern und versuchen sie zu beruhigen. Ihr könnte beruhigt sein, dieser Aufstand wird nicht mehr lange dauern, was immer auch das Problem ist."

"Sei unbesorgt. Was immer Dared auch vorhat, Lucretia wird verhindern, dass es zum schlimmsten kommt. Außerdem ist dies nur ein weiterer Teil einer Taktik."
Er wischte sich den Mund mit einer Serviette ab.
"Das Land der Nordermark am südlichen Skallien wird seit einiger Zeit von Bauernaufständen geplagt. Die Helforts sind fürs erste abgelenkt, sie können also nicht ihre ganze Konzentration uns zuwenden. Und wenn sie unsere Aktion erkennen, werden sie geschwächt sein."
Er faltete zufrieden die Hände ineinander.
"Oswin Helfort und seine Leute waren uns noch nie sonderlich wohl gesonnen. Doch selbst sie werden nicht mit so vielen Krisen auf einmal fertig. Fürst Helfort hat ein Faible für eindrucksvolle Bauprojekte. Im Moment scheint er wieder ein größeres zu planen und es würde ihm alles andere als gelegen kommen, sein Geld für einen Bauernkrieg und einen Konflikt mit uns zu suchen. Und wenn die Unruhen weitergehen, wird er weit eher Interesse daran haben, diesen Konflikt gewaltfrei beizulegen. Mit anderen Worten, wir schaffen uns eine hervorragende Verhandlungsbasis."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Jan 01, 2014 8:06 pm

Das Nachtlager war – wieder einmal – schlicht und militärisch. Ein Zeltlager, solide und gewissenhaft errichtet, aber eben dennoch wenig mehr als hölzerne Stützen und Leinwand. Komfort, wie Dared ihn gewohnt war (oder sich auch auf Reisen in den besten Gasthäusern auf der Strecke zu genehmigen pflegte), war nur schwerlich zu finden. Es würden noch Tage vergehen bis die Arbeiterkolonne den Skallien erreichte und damit beginnen konnte, ein Dorf zu errichten. Solange musste der Sohn des Patriziers sich damit abfinden, anstatt eines festen Daches nur eine Plane und statt solider Wände Leinwand, die Wind und Kälte nur unzureichend abhielt, um sich zu haben. Selbstverständlich war sein Zelt das größte des Lagers und selbstverständlich hatte er als Hauptmann und Adeliger keinen Finger krumm tun müssen um es zu errichten. Dennoch: es drückte auf seine Stimmung. Und selbst wenn er Zug und Kälte stoisch akzeptieren mochte – das war schließlich das Soldatenleben und er war hart genug, um es zu ertragen! –, die Langeweile würde ihm früher oder später den Rest geben. Er hatte sich die ganze Sache entschieden aufregender vorgestellt. Nun jedoch saß er in seinem Zelt an der Kohlepfanne und konnte wenig mehr tun als warten. Draußen herrschte finstere Nacht, etwas zu tun war unmöglich. Und selbst wenn Tag gewesen wäre: sie befanden sich mitten in der Einöde. Hier gab es keine Schenken, keine Zerstreuung... und vor allem keine Frauen. Außer Lucretia natürlich. Und die war, wenngleich sie ohne Zweifel attraktiv war und ihren Reiz auf Dared ausübte, eine Blutsverwandte. Kein Mädchen, mit dem man sich auf angenehme Art und Weise die Zeit vertreiben konnte. Jedenfalls nicht, wie Dared es im Sinn gehabt hätte. Und doch: sie war die beste Gesellschaft, die beste Zerstreuung, die er hier draußen hatte. Lucretia saß ihm gegenüber auf der anderen Seite der Kohlepfanne. Dared zog einen ledernen Würfelbecher mit sieben knöchernen Würfeln darin aus seiner Tasche hervor. "Spiel mit mir!", forderte er sie auf.


Es war still geworden am Hof von Hartholm, seit Grim aufgebrochen war. Nun, so still zumindest, wie es an einem Fürstenhof eben werden kann, an dem tagtägliche Dutzende Diener, Soldaten, Berater ihren Dienst zu tun haben. Es war nicht so, dass nennenswert Personen verschwunden wären. Und dennoch: Grims Fortgehen machte sich bemerkbar. Die Arbeiten gingen ihren gewohnten Gang, aber das Leben schien eingefroren zu sein. Der Fürst verbrachte den Großteil der Tage mit Fafnir irgendwo in der Stadt, der Hofstaat trat seltener zusammen, die Mahlzeiten wurden in kleinem, überschaubarem Rahmen abgehalten und die Kerzen des abends früh gelöscht. Jolanda war dies alles nicht unrecht. Im Grunde war sie keine Freundin von all dem Trubel. Im Grunde genoß sie die Ruhe, die Stille, die Einsamkeit. Sich einfachen Beschäftigungen widmen zu können. Und doch: wirklich wohl war ihr nicht dabei. Der Hof hatte sich verändert. Und Veränderungen waren ihr seit jeher tiefst zuwider gewesen. Sie ließ es sich nicht anmerken, wenn sie ziellos durch die Gänge der Burg wanderte oder – so wie jetzt – am Herd der Kemenate bei ihren Stickarbeiten saß, aber in ihrem Inneren hatte sie eine tiefe Unrast erfasst.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Jan 02, 2014 6:40 pm

Lucretia blickte überrascht von dem Buch auf, in dem sie soeben noch geblättert hatte. Ja, Dareds Verhalten entsprach mehr oder weniger genau ihren Erwartungen. Prahlend war er zu dieser Mission aufgebrochen, in dem festen Glauben, es würde ein Zuckerschlecken werden, doch sobald er den Komfort eines warmen Bettes missen musste, wirkte er wie ein enttäuschtes Kleinkind. Sie kam langsam zu dem Verdacht, dass sie ihm mehr nachhelfen müssen würde als erwartet.
"Aber gerne doch", antwortete sie lächelnd und legte das Buch beiseite, rückte einen Hocker heran, auf dem sie spielen konnten. Von ihrer wahren Meinung zu Dared ließ sie sich natürlich nichts anmerken. Sie war nur eine Frau. Für ihn nicht mehr als seelische Unterstützung und angeneheme Gesellschaft. Zumindest sollte er das glauben. Das glaubten die meisten Männer. Und das war ihr Fehler.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Jan 02, 2014 9:07 pm

"Verstehe", lächelte er und nahm einen grossen Schluck von seinem Bier.
Dann schwieg er einen Moment lang scheinbar nachdenklich.
"Wäre es vielleicht … also, ich möchte nicht anmassend sein aber … wäre es vielleicht möglich, dass ich Euch begleiten kann?"


"Hmmmmhhh", machte Lothar, ehe er in aller Ruhe ein Hühnerbein von seinem Fleisch trennte und dieses langsam verzehrte.
"Mir gefällt nur die Tatsache nicht … dass Helforts viele Lehnsherren haben, die ihm bei einem möglichen Konflikt beistehen würden. Es könnte uns gefährlich werden …"


Wenn Grim nicht da war, war Ircia eine wahre Lady. Denn ohne Grim war niemand da, der bereit war, ihr ein Holzschwert in die Hände zu drücken oder ihr epische Geschichten zu erzählen. Ohne Grim war keiner da, der ihr half, über Fafnir herzuziehen. Im Gegenteil, ohne Grim war das nicht einmal halb so lustig.
Entsprechend war die junge Fürstentochter tatsächlich in Jolandas unmittelbarer Nähe und widmete sich der Stickerei. Klar, das mochte sie gerne, es war ein schöner Ausgleich zu ihren sonstigen Vorlieben, denn es liess sich wunderbar denken. Und denken musste sie viel.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Jan 02, 2014 11:01 pm

Mit routinierten Handgriffen mischte Dared die hölzernen Karten und gab dann aus. Das Spielen war seine Leidenschaft. Sein Laster, mochten manche sagen. Aber er besaß Talent dafür. Und er machte Geld damit. Wie konnte man etwas, das Geld in die Kassen spülte, als Laster bezeichnen, wo es doch dieses Streben war, das stets die Geschickte der Familie angetrieben hatte?
"Frauen sollten nicht mit Geld hantieren, aber wir können schwerlich nur um die Ehre spielen", verkündete Dared während er austeilte, ganz der perfekte Galan, "Ich würde dir vorschlagen, ich leihe dir Münzen, Cousinchen. Wenn du gewinnst, dann darfst du deinen Gewinn behalten. Wenn du verlierst, dann erfüllst du mir einen Wunsch, je nach Höhe deines Verlusts. In Ordnung?"


Jolanda war nicht die einzige, der nicht wirklich wohl zu sein schien, seit Grim fort war. Ircia hatte sich ebenfalls verändert. Zum Besseren, wie Jolanda fand. Und doch, glücklich wirkte sie damit keineswegs. Sie war still geworden, zurückhaltend. Auf Jolanda wirkte sie wie eine gebrochene Rose, die nun, ohne Wasser, langsam welkte. Sie war nicht mehr sie selbst. Und obwohl diese stille junge Dame in so vielem dem Ideal entsprach, dem Jolanda ihr Leben lang nachgeeifert hatte, so empfand sie doch Mitleid mit ihr.
"Was denkt ihr, Ircia", erkundigte sie sich in mitfühlendem Plauderton, von ihrer eigenen Stickerei aufsehend, "Was treibt euch um?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 03, 2014 4:39 pm

Grim blinzelte Alister überrascht an.
"Ihr wollt uns begleiten?", fragte er und schaute ihn prüfend an. An sich hatte er nichts gegen Gesellschaft aber...warum war dieser Mann so erpicht darauf?
"Im Prinzip gerne, doch wundere ich mich, warum ihr gerade unsere Gesellschaft sucht", erklärte er und fuhr sich durch den Bart. "Sind die Unruhen schon so schlimm, dass Ihr Schutz benötigt?"

"Riskant: Mit Sicherheit", stimmte Lucius ihm zu. "Doch wären die Melior nicht die Herren von Merrisholt geworden, wenn sie immer nur gezaudert hätten. Man muss auch in der Lage sein, Risiken einzugehen. Glaub mir, an einem offenen Krieg mit den Helforts liegt mir genausowenig wie jedem anderen in Ornenberg. Wir fordern lediglich unser Recht ein. Und wenn die Helforts bereit sind ihre...konservativen Ansichten uns gegenüber zu überwinden, werde ich ihnen mit offenen Armen die Möglichkeit eines Bündnisses bieten. Und der Hilfe, bei ihrem kleinen Problem mit den Bauern."
Er sah von seinem Weinglas auf und ein zufriedenes Lächeln zog sich über seine Lippen.
"Natürlich im Austausch gegen einige Handelsrechte. Der Seehandel über die Nordermark wäre sicher von Vorteil. Und wenn wir das ganze durch eine Hochzeit stärken können, umso besser. Dann sind unsere Mittel garantiert und Dared wäre tatsächlich mal zu etwas nützlich."

Lucretia zog eine Braue hoch. Er war wirklich ein kleiner Junge. Mitten in der Pubertät. Doch wenn es Männern darum ging, wurden sie unvorsichtig.
"Wie interessant", stellte sie fest, während sie ihre Karten betrachtete. "Das hört sich aufregend an. Doch frage ich mich, was du dir von mir wünschen könntest. Was kann ich", sie schaute ihm in die Augen und fuhr sich über die Lippen, "dem Sohn des Patriziers geben, was er nicht schon längst hat?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 03, 2014 5:49 pm

"Ein Zeichen deiner Gunst, vielleicht, liebstes Cousinchen?", antwortete Dared ohne zu zögern, noch immer ganz der Edelmann. Etwas, das dich demütigt, du überhebliches Monster!, dachte er sich jedoch im Stillen. Denn war es letztendlich nicht das, worum es beim Spielen ging? Um die Demütigung des Gegners? Die Demonstration der eigenen Überlegenheit? War die Niederlage des anderen letztendlich nicht das, was dem Sieg seine Süße verlieh? Und Lucretia, so angenehme Gesellschaft sie auch sein mochte und so nah sie und Dared sich auch standen, war doch eine Person, die gedemütigt zu sehen eine ungemeine Befriedigung für den jungen Melior dargestellt hätte.
Er begann das Spiel indem er die Ritter-Karte auslegte. "Wir werden mit Sicherheit eine ganze Weile hier draußen sein", begann er eine beiläufige Konversation, Lucretia dabei jedoch nicht aus dem Auge lassend, "Monate, mit Sicherheit. Vielleicht mehr als ein Jahr. Was denkst du, wie lange wirst du mir hier Gesellschaft leisten können? Wann wird mein Vater dich zurück nach Merrisholt rufen lassen? Du bist schließlich inzwischen eine erwachsene Frau. Er wird Pläne mit dir haben, früher oder später..."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 03, 2014 5:56 pm

In Gedanken versunken schaute Ircia auf.
"Hm?", machte sie dann erst einmal, ehe sie die Stirn runzelte.
"Wieso meinst du?", stellte sie dann die Gegenfrage.


"Das klingt schön und gut … aber weiss Dared davon? Ich kann mir nur zu gut vorstellen, dass er lieber gleich auf Konfrontation geht …", brummte Lothar.
"Nicht, dass ich dir nicht vertrauen würde … es ist nur einfach eine heikle Sache."


"Einerseits das", nickte Faustus. "Das habt Ihr richtig erkannt. Und andererseits … Geschichten entstehen durch Taten und ich würde es bereuen, diese Geschichte zu verpassen, wenn ich doch die Möglichkeit hätte, sie hautnah zu erfahren."


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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 03, 2014 7:18 pm

Lucretia bemerkte die merkwürdigen Blicke die Dared ihm zuwarf. Doch es war nicht die Sorte Blick, die sie von Männern gewohnt war. Sie spürte sein Verlangen. Aber wonach?
"Pläne? Selbstverständlich hat er Pläne", erklärte Lucretia während sie mit dem Finger über die Karte fuhr. "Immerhin ist er Patrizier. Er hat stets einen Plan. Für alles und jeden." Sie wusste natürlich, worauf er hinaus wollte. Wenn Lucius nicht gewesen wäre, hätte ihr eigener Vater sie schon vor Jahren einen Konkurrenten heiraten lassen. Eine kurzsichtige Ehe, die seinen Geschäften am Ende mehr geschadet als genützt hätte. Duch Onkel Lucius...er wusste stets was er tat. Genau wie sie.
Auf das Ausspielen des Ritters reagierte sie scheinbar bescheiden, und spielte die Läuferkarte. Nicht die stärkste, aber vielseitig.

Lucius drehte das Weinglas vorsichtig in seiner Hand. In der Tat, Lothar hatte nicht ganz unrecht. Da Dared nichts von diesen Plänen wusste, war er der perfekte Schauspieler. Er wusste nicht, dass Lucius ihn im Grunde nur benutzte. Und doch...wenn er allzu forsch vorgehen würde, könnte es zu Problemen kommen. Sollte er die direkte Konfrontation suchen, wären sie diejenigen, die den Krieg angefangen haben. Und eine langfristige kriegerische Auseinandersetzung mit Haus Helfort war undenkbar.
"Heikel...in der Tat", stimmt Lucius ihm zu. "Ich habe einen Agenten geschickt, der die Aufstände in der Nordermark hoffentlich zusätzlich anstachelt. Das dürfte uns etwas Zeit kaufen. Doch sag mir Lothar...was würdest du vorschlagen."

Grim musterte Alister von oben bis unten. Die direkte Art war ihm an sich sympathisch, doch war er nicht dumm. Schießlich wusste er noch kaum mit wem er es zu tun hatte.
"Klingt, als hättet Ihr schon Erfahrung mit der Entstehung von Legenden", stellte Grim fest. "Sagt, Alister, Ihr sagt, Ihr wärt ein Geschichtenerzähler. Doch wenn ich ehrlich bin, das sagt mir alles und nichts."
Er faltete die Hände ineinander.
"Ihr kommt urplötzlich an mich heran und wünscht meine Gesellschaft. Doch habt Ihr mir kaum etwas von Euch erzählt, außer Eurem Namen und Eurer Profession. Also erzählt mir doch noch ein bisschen von Euch." Er winkte der Magd, die Faustus noch ein Bier brachte. "Also erzählt mir doch noch ein wenig von Euch. Wer seid Ihr Alister? Was erhofft Ihr Euch von alledem? Und warum?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 03, 2014 9:48 pm

"Eure Stille", bemerkte Jolanda, die Stickerei nun vollends in ihren Schoß sinken lassend und die Nadel beiseite steckend, "Das ist sonst so gar nicht eure Art. Ihr wirkt auf mich, als wärt ihr in Gedanken. Als gäbe es da etwas, das euch in eurem tiefsten Inneren beschäftigte. Ist es euer Bruder? Vermisst ihr ihn? Sorgt ihr euch um ihn?"


Das Spiel gewann rasch an Fahrt und bald schon gelang es Dared, sich einen Vorteil zu erspielen. Der Münzhaufen auf seiner Seite des Tisches wuchs. Früher war dies stets der Zeitpunkt gewesen, zu dem Dared begonnen hatte, leichtsinnig zu werden und das Spiel fort zu werfen. Doch diese Zeiten waren vorbei. Und, wichtiger noch, er hatte heute Abend kaum etwas getrunken. Er blieb konzentriert. "Dies sind unruhige Zeiten", sinnierte er weiter, "Dieser Bauernaufstand jenseits der Grenze schmeckt mir nicht. Und noch weniger schmeckt er dem Patrizier. Mein Vater wird sich absichern wollen. Er wird seine Verbündeten enger zu sich ziehen. Vielleicht wird er einen Bund mit einer Hochzeit besiegeln. Gut möglich, dass du es bist, die er unter die Haube zu bringen gedenkt. Gut möglich, dass ich es bin. Vielleicht auch wir beide. Es ist sein gutes Recht..."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Jan 04, 2014 1:15 pm

Konzentriert musterte Lucretia die Karten in ihrer Hand. Das war nicht so gelaufen, wie sie es erwartet hatte. Sie kannte Dared und wusste um seine Unvorsichtigkeit beim Spielen. Sie kannte einige seiner Kniffe und hatte sich diese zunutze machen wollen. Doch diesmal gab er sich kaum eine Blöße. Wirkte ungewohnt konzentriert.
"Das ist unvermeidlich", antwortete Lucretia auf seine Worte und zog eine Karte hervor. "Immerhin lässt ein guter Kaufmann keine Chance ungenutzt und keine Resource."
Normalerweise fand sie es ganz amüsant, mit Dared zu spielen, doch diese Partie schmeckte ihr nicht. Was hatte ihr Cousin vor? Sein provozierender Tonfall war ganz und gar nicht nach ihrem Geschmack.
Verdeckt legte sie die Spionkarte aus und erwartete ansinnend Dareds Reaktion. Diese Karte würde ihr den Sieg bringen. Oder ihn zunichte machen, je nachdem.
"Auf diese Weise ausgespielt zu werden ist beileibe nichts ungewöhnliches...für eine Frau."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Jan 04, 2014 9:16 pm

Lothar legte die Stirn in tiefe Falten. Was würde er vorschlagen?
"Ich würde gleich auf Verhandlungsbasis beginnen … und nicht erst provozieren. Aber was erwartet man von Dared schon? Der hat schon immer alles provoziert, was er provozieren konnte."
Er lehnte sich zurück und faltete die Hände über dem Bauch. "Doch ich denke, dafür wird es nun wohl zu spät sein."


Mit der neuen Portion Bier wurde auch Faustus Zunge etwas lockerer. So erzählte er ausschweifend woher er angeblich kam, was er angeblich schon alles erlebt hatte und mit welchen berühmten Personen er bereits Kontakt gehabt hatte.
Er schmückte alles aus, fügte Dinge hinzu, die zur Belustigung der anderen schon zehn Kilometer gegen den Wind nach einer 'Lüge' riechen musste.
Wenn Faustus in den Fluren der Meliors stets ernst und schweigsam wirkte, so blühte er nun regelrecht auf, erzählte von nie geschehenen Heldentaten, um Grim und seine Männer davon zu überzeugen, tatsächlich ein Geschichtenerzähler zu sein.


"Ähm …", machte Ircia leise.
"Naja weisst du … Grim ist halt mein Bruder. Natürlich vermisse ich ihn und natürlich mache ich mir Sorgen. Ohne ihn ist es still hier und jedes Mal, wenn er weg ist, frage ich mich, ob ich mich so fühlen werde, sobald Vater einen Mann für mich gefunden hat…"
Sie strich sich die Haare zurück.
"Seit Mutter tot ist … sind es nur noch meine Zofen und der Rest des Hofes, der mich stumm dazu zwingt eine Dame zu sein … und mein blöder Bruder hat mich nunmal … darauf aufmerksam gemacht, dass es noch anderes gibt ausser sticken. Er hats ja gut … eines Tages wird er eine schöne Frau kriegen und hier der Nachfolger von Vater werden. Und was wird mit mir? Ich werde weit, weit weg müssen, einen Mann heiraten den ich nicht kenne und ihm Söhne schenken."
Ircia blickte Jolanda nun direkt an.
"Es ist nicht so, dass ich es nicht schön finde, kaum Verantwortung tragen zu müssen … und es ist ja auch wirklich praktisch als einzige Lebensaufgabe schön sein zu müssen … aber das Leben bietet doch mehr, findest du nicht?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Jan 04, 2014 10:38 pm

"Ich glaube nicht, dass sich das Leben deines Bruders sehr von dem deinen unterscheiden wird", bemerkte Jolanda, ihre Stickerei nun wieder aufnehmend und fortsetzend, "Er wird die Frau, die er ehelicht, ebenso wenig kennen wie du deinen zukünftigen Gemahl. Er wird hier bleiben und dieses Land regieren und du wirst an der Seite eines anderen, ihm ebenbürtigen Fürsten herrschen und dessen Hof führen. Ich glaube nicht, dass es eine große Umstellung wird. Du bist die Tochter des Fürsten. Du kannst dir von hier mitnehmen was und wen immer du willst. Und ich bin sicher, das Leben wird dir noch vieles bieten. Vielleicht keine Kriegstaten, aber eines Tages wirst du einem Fürstenhof vorstehen. Du wirst Feste ausrichten, die Großen und Mächtigen des Reichs treffen und bewirten. Und du wirst Kinder haben und groß ziehen. Und wenn du einen guten Mann bekommst, der auf deinen Rat hört, dann kannst du in der Politik mitmischen..."


Lucretias Zug überraschte Dared. Mit dem Spion hatte er nicht mehr gerechnet. Es war verteufelt geschickt von ihr gewesen, ihn sich so lange aufzuheben. Nun hatte er nichts mehr, womit er ihn noch hätte kontern können. Diese Runde ging – als erste des Abends – an sie. Wie ärgerlich! Hatte er sie wieder einmal unterschätzt? Ja, er musste vorsichtiger sein. Kalkulierter spielen. Die Niederlage nagte an ihm. Doch er ließ sich nichts anmerken, gratulierte ihr mit einem freundlichen Nicken und schob einige Münzen über den Tisch. Er konnte es sich leisten. Sein Vorsprung war noch immer komfortabel. Und der Abend nicht zu alt, um nicht noch mit ein paar weiteren Runden die verlorenen Münzen zurück zu erobern.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Jan 05, 2014 4:41 pm

"In der Tat, das dürfte schwierig sein", überlegte Lucius und tippte sich nachdenklich ans Kinn. Einen Augenblick schwieg er. "Vielleicht könnten wir es auf einem etwas direkteren Wege versuchen. Weißt du Lothar, vor kurzem gab es Berichte von einer zerstörten Mühle am Rand unseres Territoriums, in der Nähe des Skallien bei Westernau, wo gerade die Aufstände toben. Die Mühle wurde komplett niedergebrannt, Spuren sind inzwischen keine mehr zu finden. Das wäre eine gute Gelegenheit, die Helforts darauf anzusprechen, ihre Probleme in den Griff zu kriegen. Wenn ihre Bauern unsere Mühlen niederbrennen, geht der Konflikt uns schließlich auch etwas an."

Grim hatte jeder einzelnen von Alisters Schilderungen gefolgt, seine ernste Miene hatte sich nach und nach verflüchtigt, und an einigen seiner Passagen hatte er herzhaft lachen müssen. Natürlich war er sich sicher, das nicht mal die Hälfte von dem was er erzählt hatte wahr war. Doch wen kümmerte das, wenn er es gut erzählte?
Als der Mann eine Pause einlegte schüttelte er mit wohlwollendem Lächeln den Kopf.
"Alister von Grünewald", sprach er den Mann an. "Ihr seid ein Schwätzer und ein Prahlhans allererster Güteklasse, aber ich habe schon seit langer Zeit keine so gute Geschichte mehr erzählt bekommen. Also gut. Wenn Ihr es immer noch wünscht, könnt Ihr uns gerne nach Westernau begleiten. Dort werdet Ihr sicher genug Stoff für Eure nächste Geschichte finden. Ich hoffe Ihr habt Kinder, ich bin sicher, sie würden Eure Erzählungen lieben."

Lucretia setzte weiterhin ihre verspielte Maske auf, und versuchte, sich ihre Erleichterung nicht anmerken zu lassen. Das war verdammt knapp gewesen, doch trotzdem gab der Sieh ihr eine gewisse Genugtuung. Fürs erste hatte sie nur Münzen zu verlieren statt einen Gefallen an Dared.
"Doch sollte ich tatsächlich heiraten", sinnierte Lucretia und spielte einen Lanzenträger aus, "wundere ich mich, auf wen er sein Auge wirft. Vielleicht will er endlich seinen Konflikt mit den Helforts beilegen. Wobei ich mich wundere, wie er das bewerkstelligen will, sollten sie hiervon erfahren."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Jan 05, 2014 8:28 pm

"Mhhhh … wenn wenn wenn … was, wenn ich den schlimmsten Mann im ganzen Reich abkriege, hm? Frauen sind nicht dazu da, intelligent zu sein, Jolanda … Männer wollen keine Frauen, um auf deren Rat zu hören."
Ircia hatte sich schon immer davor gefürchtet. Insgeheim. Seit damals, als sie begriffen hatte, dass Frauen nur ein Mittel zum Zweck waren.


"Ja, das ist eine gute Idee", stimmte er zu. "Am besten schickst du jemanden aus, der in deinem namen spricht."
Lothar seufzte.
Es war halt immer besser, Frieden zu schliessen und Bündnisse zu festigen, als zu provozieren und Krieg zu führen.


Faustus lächelte breit, auch wenn das Wort Kinder in ihm gemischte Gefühle hervorrief.
Leider hatte er keine Kinder und ob er jemals welche haben würde, war fragwürdig.
"Natürlich. Alle Kinder lieben meine Geschichten…", meinte er.
Es dauerte noch eine Weile, draussen war es finster und es regnete leicht, doch schliesslich mussten auch die trinkfestesten Männer zu Bett gehen und sich ausruhen.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Jan 05, 2014 9:29 pm

"Dein Vater liebt dich, Ircia", versuchte Jolanda die Zweifel der Fürstentochter zu zerstreuen, "Er würden dir mit Sicherheit keinen Ehemann aussuchen, der dich schlecht behandelt. Er wird dir einen guten, liebevollen Mann aus guter Familie aussuchen. Und selbst wenn du keine Liebe für ihn empfinden wirst, dann musst du ihn ja nicht tagtäglich sehen. Man kann doch auch gut neben einem Mann existieren, solange man sich nur den nötigen Respekt zollt. Du wirst ein glückliches Leben führen, da bin ich sicher..."


"Wohl kaum!", lachte Dared höhnisch auf, "Vater weiß, dass die Helforts im Moment schwach sind. Keine Bedrohung. Er hat keinen Anlass, nun Frieden zu suchen. Er wird ihre Schwäche so lange ausnutzen, wie das gefahrlos möglich ist. Sonst hätte er mir kaum dieses Kommando gegeben. Nein, Vater wird eher Verbündete im Süden suchen, die ihm im Ernstfall gegen die Helforts beistehen. Wozu braucht man schließlich Bündnisse, wenn nicht gegen einen Feind?" Unerwartet spielte er die Läuferkarte von seiner Hand und stach damit Lucretias Lanzenträger. Es war leichtsinnig von ihr gewesen, diesen jetzt schon zu spielen. Ein klarer Vorteil für ihn. Das Spiel wandte sich wieder zu seinen Gunsten. Hervorragend!
Zwei weitere Spiele später, von denen Dared eines verloren, das andere jedoch haushoch gewonnen hatte, war der Münzstapel auf seiner Seite des Tisches wieder zu beträchtlicher Höhe angewachsen. Die Glut in der kleinen Kohlenpfanne war inzwischen merklich herunter gebrannt, spendete nur noch wenig Wärme und noch weniger Licht und verkündete, wie die Zeit voran geschritten sein musste. Eine bleierne Müdigkeit machte sich langsam in Dareds Knochen breit, sein Geist jedoch war nach wie vor hellwach. Er war es gewohnt, bis spät in die Nacht zu zechen und zu spielen. Dennoch: er würde morgen früh wieder in den Stiefel stehen müssen. Schließlich war er hier der Hauptmann.
"Ich würde sagen, wir beenden das hier für heute Abend", verkündete er zufrieden. Nicht einmal Lucretia konnte leugnen, dass das Spiel nicht gut für sie gelaufen war und sie sich nicht mehr erholen würde. Den Sieg des Abends konnte sie ihm nicht mehr nehmen. Und dem Sieger gebührte sein gerechter Lohn. Dareds Lächeln gewann einen grausamen Zug als er die Münzen einsammelte und wieder in seinem Beutel verstaute. Für einen Edelmann hätte es sich geziemt, den Gefallen, den Lucretia ihm schuldig war, für einen Gute-Nacht-Kuss einzutauschen. Oder sich ein kleines Schmuckstück von ihr schenken zu lassen, dass er als Andenken an sie tragen konnte. Viele Edelmänner ritten mit einem solchen Gunstbeweis in die Schlacht oder auf Turniere. Aber Dared war lediglich von Geburt her ein Edelmann und hatte die edlen Züge seines Charakters stets hinter seinen Hedonismus angestellt. Nein, er wollte seinen Sieg auskosten. Er wollte, dass Lucretia etwas tat, das ihn amüsierte. Und das sie demütigte!
"Zeig mir deine Brüste!", forderte er sie auf, "Lass sie mich sehen! Das ist mein Wunsch, den ich mir verdient habe..."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Jan 06, 2014 9:20 pm

"Dared kommt als Unterhändler nicht infrage", überlegte Lucius und faltete die Hände ineinander. Er hatte seine Zweifel daran, dass Oswin Helfort sich dazu bereit erklären würde, seine Tochter einem Mann wie Dared zu überantworten. Zumindest nicht, wenn er ihn persönlich kannte. "Und Lucretia ist eine Frau. So gut sie sich auch mit Verhandlungen auskennt, das würde unserem Ruf schaden."
Er sah seinen Sohn fragend an.
"Ich trenne dich nur ungern von Geschäft und Familie", entschuldigte er sich bei Lothar. "Aber könntest du dir vorstellen, als ein Diplomat unser Anliegen Fürst Oswin zu vorzutragen?"
Den Besuch des ersten Sohns des Fürsten Ornenbergs würden die Helforts kaum ausschlagen können.

Die meisten von Grims Männern zogen sich nach draußen zurück, bis auf die paar wenigen, die noch einen Platz in der Taverne ergattern konnten.
Der Raum leerte sich immer mehr, doch bevor Grim sich ebenfalls zu Bett begab, warf er einen letzten Blick auf Alister. Als er sich versichert war, dass niemand mehr in Hörweite war, wandte er sich mit leicht sorgevollem Blick an diesen.
"Sagt Alister", begann er in ernstem Tonfall. "Verzeiht, wenn ich direkt bin, doch...kann es sein, dass meine Bemerkung von eben euch...getroffen hat?"

Lucretias Lächeln war geschwunden. Das Spiel war in der Tat nicht so verlaufen wie sie es sich vorgestellt hatte. Dared war ungewohnt gezielt vorgegangen. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, konnte offenbar er über den nötigen Scharfsinn verfügen.
Doch das was er da von ihr verlangte, war wahrlich der Gipfel der Unverschämtheit, auch wenn es sie kaum verwunderte. Viele Männer hatten sie schon begehrt, doch keiner von ihnen war ein Blutsverwandter gewesen. Charmant war er kein bisschen. Dared war einfach nur anmaßend und vulgär. Selbst wenn sie eine Frau war, sie war die Nichte des Patriziers und kein billiges Flittchen. Nachdem sie Dared einen Moment abschätzend gemustert war, gelang ihr wieder ein ruhiges und betörendes Lächeln.
"Verzeiht, Vetter, doch ich muss mich wohl verhört haben", kicherte sie. "Einen Moment habe ich tatsächlich geglaubt, du wolltest die Nichte des Patriziers bitten, sich vor dir zu entblößen."
Sie schüttelte leicht den Kopf.
"Aber sei es drum", sprach sie kopfschüttelnd und schritt um die Kohlenpfanne herum, sah ihm tief in die Augen und strich ihm über die Wange. "Wettschulden sind Ehrenschulden. Und der Sohn des Patriziers ist ein Mann von Ehre, ganz egal, wo er sich befinden mag. Also", sie strich ihm das Haar hinter die Wange, auf die sie ihm dann einen sanften Kuss drückte, "möge dir dies den Mut geben, mit dem du den Ruhm des Patriziers mehren wirst."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Jan 07, 2014 6:34 pm

Bah! Jolanda mit ihrer romantischen Lebenseinstellung! Woher sollte ihr Vater denn wissen, welcher Mann seine Frau gut behandelte und welche nicht? Von nirgendwoher konnte er das wissen!
"Wenn du meinst", seufzte sie.


Er hatte es schon kommen sehen. Er wirkte auf den ersten Blick auch nicht wirklich begeistert, doch immerhin hielt er seinen Unmut zurück. Die Sache war wichtig!
"Nun … ich denke, das sollte schon möglich sein. Hast du Rhea bereit eingeweiht?"

Damit hatte Faustus nicht gerechnet. Der junge Fürst war ein aufmerksamer Mann, das konnte man ihm lassen.
"Nun… nein. Ich habe nur noch keine Kinder, das ist alles", winkte er ab.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Jan 07, 2014 9:40 pm

Dared präsentierte Lucretia seine Wange nicht ohne eine Gewisse Genugtuung über den Schock, den er aus ihrer Stimme zu hören glaubte, zu empfinden. Hatte sie das überrascht? Empört? Verunsichert? Verängstigt? Nein, wie tragisch! Wie konnte er, der Sohn des Patriziers, nur so ein ruchloser, schmieriger Kerl sein? Selbstverständlich hatte Dared nicht wirklich damit gerechnet, dass Lucretia seiner Bitte nachkommen würde. Es hätte ihn überrascht, hätte sie es getan. Positiv überrascht. Nicht allein des Anblicks wegen – oder zumindest nicht allein deswegen. Was brachte ihm schließlich ein paar hübscher Titten, wenn sie für ihn doch tabu waren? Nein, es hätte ihm vielmehr gezeigt, dass Lucretia den nötigen Humor hatte. Und die Bereitschaft, Etikette und Normen in den Wind zu schießen. Die gesellschaftlichen Erwartungen in den Wind zu schießen. Das Leben zu genießen. Hätte sie ihm ihre Titten unter die Nase gehalten, sie hätte ihn derart überrascht, dass die Geschichte wohl ein Sieg für sie geworden wäre. Eine Machtdemonstration. Aber nein, sie war noch jung. Sie musste noch viel lernen. Rücksichtsloser, ruchloser werden. Immer den Nutzen sehen, ungeachtet des zu zahlenden Preises! War es letztendlich nicht das, was die Meliors an die Stelle gebracht hatte, an der sie nun waren? Und Lucretia hielt sich für eine Diplomatin? Hah!
"Schlaf schön, Cousinchen", antwortete er, augenblicklich wieder der perfekte Galan, "Eine gesegnete Nachtruhe wünsche ich dir."


Jolandas Antwort war betretenes Schweigen. Ircia schien nicht dazu bereit sein, sich überzeugen zu lassen. Was hätte sie noch sagen können, um die Fürstentochter aufzumuntern, zu beruhigen? Ihr wollte nichts mehr einfallen. Sie nahm ihre Stickerei wieder auf.
Glücklicherweise betrat in diesem Moment eine Zofe den Raum und ersparte ihr so die Notwendigkeit einer Antwort. Die Frau hielt auf Ircia zu, deutete einen Knicks vor ihr an. "Mylady, euer Vater und euer Vetter sind soeben hier in der Burg angekommen", informierte sie die Fürstentochter.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Jan 08, 2014 11:06 am

Lucius zuckte mit den Achseln.
"Ich fragte unsere Magistra vor kurzem, ob sie aus den...eigenartigen Umständen der abgebrannten Mühle etwas herauszulesen weiß. Sie erklärte mir, wenn sie etwas Erde vom Ort des Unfalls hätte, könnte sie etwas daraus lesen. Die Soldaten, die ich mit diesem Auftrag losgeschickt habe, müssten morgen, vielleicht übermorgen zurück sein. Wenn du möchtest, können wir ihr Urteil abwarten. Du musst ohnehin einige Reisevorkehrungen treffen. Aber wir haben nicht viel Zeit."

Grim musterte ihn aufmerksam und schmunzelte.
"Als Geschichtenerzähler kommt man viel herum was?", fragte er interessiert. "Tausend Frauen in jedem Dorf aber keine, bei der man bleiben könnte."
Er schüttelte leicht den Kopf.
"Wenn Ihr das Reisen leid seid, könnt Ihr Euch immer noch zur Ruhe setzen. Irgendwo wird sich sicher ein Weib finden, dass so einem ausgekochten Bürschchen wie Euch Gefallen findet."

Lucretia hielt einen Moment inne, erhob sich noch nicht. Fuhr ihrem Cousin noch ein wenig über die Haare. Verharrte einen Moment nachdenklich, bevor erneut ein Lächeln ihre Lippen zierte und sie ihm ins Ohr wisperte.
"Willst du deinen Preis nicht einfordern?", hauchte sie ihm ins Ohr. "Wie inkonsequent. Weißt du...alles hat seinen Preis. Und eine Dame von Welt hat einen hohen. Vielleicht...kannst du mir ja mehr bieten, als die Aussicht auf ein paar Münzen?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Jan 08, 2014 6:49 pm

"Danke", antwortete Ircia und schickte die Zofe mit einer Handbewegung weg. DAnn legte sie die Arbeit nieder und verliess den Raum, ohne Jolanda noch einmal zu beachten.
Vielleicht hatte ihr Vater ja etwas spannendes zu erzählen?
So schritt sie durch die Gänge, in der Hoffnung ihn zu finden.

"Ich werde so rasch wie möglich fertig sein. Wenn Rhea dann etwas weiss, dann weiss sie etwas … und sonst nicht."
Er seufzte.
"Und mach mir eine Liste, damit ich keinen Punkt vergesse", fügte er halb im Scherz hinzu.


"Wenn ich mehr Zeit in Körperpflege investieren würde, würde ich vielleicht mehr Frauen kriegen", meinte Faustus lächelnd.
"Aber eines Tages werde ich mich bestimmt zur Ruhe setzen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Jan 09, 2014 10:07 pm

"Sehr gewissenhaft", lobte Lucius ihn lächelnd. "Aber füg bei deiner Liste stets den wichtigsten Punkt hinzu. Das was mein Vater stets sagte und sein Vater vor ihm."
Er erhob ermahnend den Finger.
"Lasse keine Gelegenheit ungenutzt." Lucius sprach den kurzen Satz langsam aus jedes Wort betonend und zog eine Braue hoch. "Du verstehst, was ich meine?"

Grim lachte herzhaft.
"Ja, das lässt man gerne mal außer Acht, wenn man eine Weile auf Achse ist. Aber wer weiß, vielleicht trefft Ihr in Westernau ja eine Frau die über Euren Geruch hinweg sehen kann."
Zum Abschied klopfte er dem Mann auf die Schulter.
"Schlaft gut, Alister", verabschiedete er sich. "Wir brechen im Morgengrauen auf."
Mit diesen Worten wandte er sich zur Tür.
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