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 [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen

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Grim

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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Jan 12, 2014 7:25 pm

Ircia musste nicht lange nach ihrem Vater suchen. Schon in der großen Halle kam Fürst Oswin, sein Gefolge im Schlepptau, ihr entgegen. Er trug Reiterhosen, ansonsten jedoch äußerst repräsentable Kleidung: ein kunstvoll besticktes Wams, einen brockatenen Halbumhang, der eher gut aussah anstatt zu wärmen und einen flachen Hut mit der Mode entsprechend abnorm langer Feder daran. Im Grunde war ihm solcher Pomp zuwider, doch an einen Fürsten wurden gewisse Ansprüche gestellt. Er konnte sich in der Öffentlichkeit nicht abgerissen blicken lassen.
"Ircia, Liebes!", grüßte er seine Tochter, reichte den Hut, der ihm selbst nun ungemein albern vor kam, einem Hofdiener und gab Ircia einen flüchtigen, vermutlich recht kratzigen Kuss auf die Wange, "Hat sich irgendetwas ereignet während ich fort war? Nachricht von meinem Sohn, vielleicht?"


Dared empfand bei Lucretias unerwarteten Worten gleichermaßen Verblüffung als auch neu aufkeimenden Respekt. "Mir scheint, du hast die Worte meines Vaters besser verinnerlicht, als ich dir zugetraut hätte...", stellte er fest. Ja, alles hatte seinen Preis. Aber unter diesem durfte man sich nicht geschlagen geben. Es waren Worte, die der Patrizier hätte sprechen können. "Aber erlaube mir zu demonstrieren, dass auch ich etwas gelernt habe: es ziemt einem Fürsten, sich großzügig zu geben und jenen, die ihm Gefälligkeiten erweisen, Dankbarkeit zu zeigen. Du sollst sehen, dass es mir eine Freude wäre, dir einen Wunsch zu erfüllen, liebes Cousinchen. Der Sohn des Patriziers kann dir vieles bieten..."
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Kjani
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Jan 14, 2014 9:30 pm

Langsam nickte Lothar.
"Ich denke schon", bestätigte er. "Ich werde zusehen, dass ich so rasch als möglich aufbrechen kann."


Es war noch dunkel, als Faustus etwas kleines ass und dann raus in die Ställe ging, um sein Pferd zu satteln. Er nahm sich Zeit, das Tier zu putzen und nach Verletzungen zu schauen. Ein verletztes Pferd war kein gutes Pferd.
Doch es schien alles in Ordnung. Er sattelte das Tier und stieg auf. Auch die Männer des Fürstensohnes waren bereits anwesend.


"Hallo Vater", lächelte sie zur Begrüssung.
"Leider war es nur langweilig", meinte sie. "Wobei eine Nachricht von Grim kam. Er wird bald diesen einen Grafen erreichen ..."


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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Jan 14, 2014 9:39 pm

"Valimar Norell?", hakte Oswin nach, "Gut, gut. Dann hoffen wir, dass der alte Gauner sich als hilfreich erweist. Bisher hat er sich ohnehin viel zu still verhalten. Es wäre schließlich verdammt nochmal seine Angelegenheit, diese Sache unter Kontrolle zu bringen. Aber wenn Grim ihm im Nacken setzt, dann wird ihm das schon auf die Sprünge helfen..."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Jan 15, 2014 9:31 pm

Im Lager herrschte reges Treiben und Grims Soldaten waren beinahe abmarschbereit. Während er ihnen von seinem Ross aus einige Anweisungen gab, nahm er aus dem Augenwinkel einen Reiter ankommen. Tatsächlich, es war Alister von Grünewald. Grim lächelte dem Neuankömmling entgegen, während sein Hauptmann ihn nur argwöhnisch musterte.
"Guten Morgen, Alister", begrüßte Grim den Mann. "Ich hoffe, Ihr seid bereit für den Ritt nach Westernau."
Etwas an dem Anblick Alisters schien ihm merkwürdig, und bald kam er darauf, was es war. Das Pferd, auf dem er Ritt sah recht gesund und sogar edel aus. Ein wenig angeschlagen von der Reise, aber in gutem Zustand. Irgendwie schien es nicht so recht zu Alisters restlichem Erscheinungsbild zu passen. Bei der Art, wie er sich kleidete, hätte Grim kaum geglaubt, dass er sich ein solches Pferd leisten konnte. Oder überhaupt eins besaß.

Lucretias Hand fuhr über Dareds Wange herunter zu seiner Brust, wo sie ein wenig mit dem Finger herumkreiste. Gut so. Sie würde ihm schon noch zeigen, wer sich wen gefügig machte.
"Ich habe mich offenbar nicht in dir getäuscht lieber Vetter", säuselte sie. "Wir Frauen sind letztlich ein bisschen langsamer, das musst du verzeihen. Doch was wir dann lernen, vergessen wir nicht so schnell."
Sie legte den Kopf schief, scheinbar nachdenklich, und tippte sich an die Wange. Was hatte Dared, was er ihr bieten könnte. Geld nützte ihr in der Tat nicht viel. Es stimmte, was er sagte, Frauen durften nicht mit Geld hantieren, zumindest nicht mit viel davon, das gehörte sich nicht in hohen Kreisen. Ihr nützte das nichts.
Zumindest nicht ihr direkt. Aber der, der auf sie aufpasste...
"Du hast recht Cousin", seufzte sie. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Onkel Lucius mich verheiraten wird. Was ihm wahrscheinlich aus mehr als einem Grund wehtun wird. Nicht nur verliert er die Freude meiner Anwesenheit, sondern auch einen Teil seines Vermögens. Immerhin wird er derjenige sein, der die Mitgift stellt. Wer die Frau hat, scheint immer das Nachsehen zu haben."
Etwas schien sich in ihrem Gesicht zu erhellen.
"Aber mein neuer Ehemann soll sich doch auch darüber freuen können, mit mir zusammenkommen zu können", sagte sie mit verschwörerischem Lächeln. "Wäre unser Bund nicht tausendfach süßer, wenn er - sagen wir, durch eine großzügige Spende des neuen Anführer der Ehrengarde - ein Präsent bekommt, von dem er auf Dauer Nutzen hat?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Jan 16, 2014 7:18 pm

"Hoffentlich", nickte Ircia, während sie mit verschränkten Armen neben ihrem Vater herging.
"Wie lange wird er weg sein? Ich vermisse ihn jetzt schon. Es ist so trostlos und still hier, wenn er nicht da ist."


"Ich bin bereit", bestätigte Faustus mit einem Lächeln. Er strich seinem Pferd über den Mähnenansatz. Er hoffte, dass er nicht auf die offensichtlich edle Herkunft des Tieres angesprochen wurde. Womöglich würde man ihn noch des Diebstahls verdächtigen - oder gar Zweifel an seiner eigenen Herkunft kriegen.
"Wie lange werden wir unterwegs sein?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 17, 2014 10:49 am

"Es ist nicht mehr weit bis Westernau", erklärte Grim. "Wenn wir uns sputen, sollten wir bis zum Nachmittag in der Residenz des Grafen Norell angekommen sein."
"Vor allem, wenn wir derart gute Pferde haben", erklärte Grims Wachthauptmann, der mit hochgezogener Braue um Alisters Pferd schritt. "Ich hatte mich gestern abend schon gefragt, ob ein edler Herr ebenfalls in dieser Taverne rastet. Aber dass dieses stattliche Ross Euch gehört...Alister."
Der Mann sah ihn mit herausforderndem Blick und hochgezogener Braue in die Augen.
"Geschichtenerzähler müssen in Grünewald sehr gefragt sein, wenn Ihr Euch so ein Tier leisten könnt. Man könnte glatt zu der zugegebenermaßen aberwitzigen Vermutung kommen, Ihr hättet es gestohlen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 17, 2014 11:09 am

Beinahe hätte Faustus aufgelacht. Immerhin brachte er ein Schmunzeln zustande, das nicht so wirkte, als fühlte er sich ertappt.
"Nun wisst Ihr … Ich erkenne ein gutes Pferd, wenn ich es sehe. Und wahrlich würde man nicht erwarten, dass ich einen Zelter reite. Ich habe dieses Pferd bei einem Händler gefunden, der offensichtlich nicht wusste, dass es einem König gehören könnte. Man könnte freilich behaupten, ich hätte den Händler um sein Geld betrogen, als ich ihm nicht verriet, wie viel es wert ist. Aber das ist doch ziemlich menschlich, nicht wahr?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Jan 18, 2014 9:50 am

So, darauf lief es also hinaus? Sie meinte, den Spieß umdrehen zu können und ihn zu demütigen? Ihn in eine ungewisse Verpflichtung zu nötigen, der nachzukommen ihm zutiefst zuwider sein mochte? Oh nein, junges Fräulein! So nicht! Nicht mit ihm. Dareds Hand strich sachte über Lucretias Wange ehe die Finger sich um ihr Kinn legten.
"Du bist so selbstlos, liebes Cousinchen", schmeichelte er, "Aber was für ein Präsent sollte man einem Mann noch machen, der bereits deine Hand erhalten hat? Was könnte ich noch verschenken, dass neben deiner Anmut und Grazie nicht bis zur Banalität verblassen würde? Nein, dein zukünftiger Gatte ist beschenkt genug. Du wirst es sein, die vielmehr das Opfer zu erbringen hat. Stell dir nur vor, mein Vater würde es als sinnvoll erachten, dich irgendeinem Greis zur Frau zu geben. Oder schlimmer noch... einem Helfort! Nenne mir lieber etwas, womit ich dir die Aussicht auf eine ungeliebte Ehe versüßen kann..."


Fürst Oswin seufzte auf. Ja, er konnte Ircias Kummer verstehen. Obwohl sie inzwischen eine erwachsene Frau war hing sie doch an ihrem Bruder wie ein kleines Kind. Die beiden waren sich schon immer nah gewesen. "Ich kann es nicht sagen, Kind", erklärte er, eine plötzliche Müdigkeit in der Stimme, "Aber vielleicht können wir deinen Gram vertreiben. Ein wenig Farbe in diesen Hof bringen. Wir könnten ein Fest geben. Ein Fest zu Ehren deines Cousins Fafnir, den ich heute zum Bauherren des neuen Hafens von Hartholm ernannt habe. Würde dich das freuen?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Jan 21, 2014 11:40 am

Lucretia seufzte melancholisch und ließ sich nun auf dem Stuhl direkt neben Dared nieder.
"In der Tat", meinte sie kopfschüttelnd und lehnte ihren Kopf an Dareds Schulter, "der Gedanke ist beängstigend. Die Helforts rühmen sich mit Ehre, doch sind sie so furchtbar...steif."
Sie legte nun ihrerseits eine Hand an Dareds Wange und drehte seinen Kopf, damit er ihr tief in die Augen schauen konnte. Gleichzeitig begann sie mit der anderen Hand langsam daran, den Ausschnitt ihres Kleides etwas zu öffnen. Sie entblößte ihre Oberweite nicht vollkommen, schließlich hatte alles seinen Preis. Doch wie konnte Dared den Wert erkennen, wenn er die Ware noch gar nicht begutachtet hatte?
"Wo wir Möglichkeiten sehen, sehen sie Verbrechen", erklärte sie und strich Dared mit dem Zeigefinger über die Brust. "Was wir für Handelsgeschick halten, nennen sie Arglist. Sie hängen fest an Traditionen, nicht bereit Neues...und Interessantes zu wagen." Sie überschlug ihre Beine. "In einer Welt, in der es nur Konventionen und Etiketten gibt...welche süßen Träume darf eine Frau noch haben?"
Und welchen Preis wär ein Mann bereit, dafür zu zahlen?

Grim fuhr sich über das Kinn und zog interessiert eine Braue hoch.
"Ihr seid ja ein richtiger Spitzbub, Alister", meinte er kopfschüttelnd und mit einem Lächeln. "Aber Ihr solltet aufpassen. Wer ehrliche Menschen hinters Licht führt, kann ihren Zorn auf sich ziehen. Am Ende geht es Euch wie den Melior. Reich an Geld und arm an Freunden."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Jan 22, 2014 6:23 am

Fafnir war Bauherr? Und dafür ein Fest?
Am liebsten hätte sie die Augen verdreht und sich gleich unpässlich gegeben. Doch bei all ihrem Übermut - das schickte sich nicht.
"Das klingt doch sehr gut …"


"Hm. Ich denke nicht, dass ich den Händler hinters Licht geführt habe. Wenn er mehr von seiner Ware verstehen würde, wäre er nun reicher", meinte er schulterzuckend.
"Und selbst die Melior haben irgendwie Freunde …"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Jan 22, 2014 7:37 pm

Grim runzelte die Stirn und seine Miene verhärtete sich.
"Pah", stieß er aus und spuckte missbilligend auf den Boden. Sein Vater hatte ihn schon tausende Male ermahnt, dass sich so eine Geste für einen Fürsten nicht ziemte. Aber bei dem Gedanken an die Melior kam ihm jedes Mal die Galle hoch. Sein Hauptmann machte ein ernstes Gesicht. Er kannte Grims Meinung zu dem Thema bereits.
"Irgendwie", wiederholte Grim verächtlich. "Wenn Geld Treue kaufen kann, dann ja. Dann haben sie Tausende von Freunden. Und jeder davon wird den Melior mit Freuden die Kehle durchschneiden, wenn jemand ihnen mehr bieten kann."
An der Miene, die Grim aufsetzte, als er auf sein Pferd stieg, wurde klar, dass Oswin Helfort seinem Sohn einen passenden Namen gegeben hatte. Die Geringschätzung für die Melior konnte man aus seinem Gesicht deutlich herauslesen.
"Merkt Euch eines, Allister", wandte sich Grim an den Geschichtenerzähler. "Wer sich mit den Melior einlässt endet bestenfalls als Bettler in den Armenvierteln von Merrisholt."
Mit diesen Worten wandte er sich an den Hauptmann und nickte ihm zu. Dieser gab daraufhin den Befehl zum Abmarsch und der Trupp setzte sich in Bewegung.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Jan 22, 2014 9:19 pm

"Träumen kann dir niemand verbieten. Kann uns niemand verbieten", antwortete Dared, nach ihrer Hand, die auf seiner Brust lag, greifend und diese in die seine schließend. Ein süffisantes Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Ihm gefiel, was er zu sehen bekam. "Aber sind Träume nicht dafür da, dass man sie lebt? Und ist das Verbot, seine Träume zu leben, nicht eine Ungerechtigkeit, die jene den Träumenden aufoktroyieren, die selbst verlernt haben zu träumen? Sie sehen zu uns, deuten mit dem Finger auf uns und sagen: das ist verwerflich! Aber wie kann ein Traum verwerflich sein? Sind Träume nicht dafür gemacht, schön und rein zu sein und ist es nicht die Welt, die hart und kalt und grausam und verwerflich ist? Es gibt nur eines, was man als Träumer in dieser Welt tun kann..." Mit einem mal war seid Gesicht ganz nah an dem ihren. "Seine Träume leben, wenn sie nicht hin sehen", flüsterte er.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Jan 23, 2014 5:06 pm

Auch über Lucretias Lippen kam ein Lächeln. Ja, sie verstand, woher Dared seinen Ruf hatte. Er wusste wie man seine Gespielinnen umgarnte. Das war wahrscheinlich der Punkt, an dem er die meisten von ihnen herumbekam. Betört von den süßen Worten gaben sie sich ihm ganz hin. Gaben ihm alles was er wollte ohne zu bedenken, was er ihnen dafür gab: Nämlich gar nichts. Außer vielleicht einen Bastard. Wie viele davon inzwischen wohl Merrisholt bevölkerten?
Sie gab ein sehnsüchtiges Seufzen von sich. Darin hatte sie Erfahrung. Dared war immerhin nicht der erste Mann, bei dem sie ihre Reize ausspielte. Und sie hätte gelogen, hätte sie behauptet, das Spiel nicht zu genießen.
"Wie recht du doch hast, Cousin", säuselte sie ihm die Worte direkt in sein Ohr, kam ihm immer näher. "Dabei sehne ich mich doch nur nach dem, wonach sich alle Frauen sehnen."
Der Unterschied zwischen ihr und den anderen Frauen war der folgende: Sie bestimmt, wieviel sie den Männern gab. Und sie konnte ihnen alles geben, wonach sie sich sehnten. Doch sie war es, die den Preis festlegte.
"Starke Männer", hauchte sie. "Edle Männer. Die wissen, was mir gefällt. Mir den Schutz bieten, nachdem ich mich sehne. Mich beschützen, vor dieser kalten, grausamen Welt. Und mich wieder träumen lassen."
Und vielleicht sogar bereit waren für sie zu sterben. Oder für sie zu töten, was auch immer sie für rechtens hielt.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Jan 23, 2014 5:41 pm

Ein Bettler … hm…
Er gab ein leises Seufzen von sich, ehe er seinem Tier bedeutete, los zu gehen. Er war einst ein Bettler gewesen. Ein dreckiger Strassenjunge ohne Aussichten auf eine Perspektive im tristen Leben. Dann hatte er sich mit Dared angelegt. Dared, dieser schmierige Drecksack. Wie oft hatte er diesem Bastard den Tod gewünscht? Oft genug.
Die Melior hatten ihn in ihren Fängen und er hatte nichts, um daraus auszubrechen. Es waren zwar nur Worte, die ihn an die Familie fesselte - doch er war sich sicher, dass Lucius sehr viel Wert darauf legte, Rechnungen zu begleichen. Lucius war bereit, ihn in den Tod zu schicken, wenn es sein musste, doch sicherlich würde er darauf bestehen, seinen Kopf zu kriegen, wenn er es wagen würde, den Patrizier zu verraten.
Faustus blieb Grim eine Antwort schuldig. Er bildete das Schlusslicht der Kolonne, was ihm nicht viel ausmachte. Nur eine halbe Stunde nachdem sie losgeritten waren, begann es zu regnen. Er zog seine Kapuze hoch und starrte auf seine Hände. Die Zeit verging viel zu langsam und doch war jede Minute wertvoll. Er musste herausfinden, wer hinter den Aufständen steckte, was das Ziel war und was er dafür tun konnte, damit die Aufstände anhielten. Mit dem Fürstensohn zusammen würde er vielleicht herausfinden, was los war. Dann musste er nur noch die Flucht überleben. Grim würde sicherlich nicht zögern, ihn zur Rechenschaft zu ziehen - oder ihn gar als Geisel zu nehmen. Als wertlose Geisel.
Auf einmal horchten die Pferde auf. Sie befanden sich in einer Senke im Wald. Es war recht dunkel, weil die Regenwolken die Sonne verschlungen hatten. Der Regen prasselte rauschend auf die Erde nieder. Doch irgendetwas war da draussen.
Eines der Pferde gab ein unruhiges Schnauben von sich - und da zischten auch shcon die ersten Pfeile auf die Kolonne zu. Zeitgleich stürmten zwei Dutzend Männer zwischen den Bäumen hervor. Einige wenige davon waren beritten. Doch alle waren bewaffnet - und sie schienen nichts Gutes im Sinn zu haben.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 24, 2014 11:53 am

Grim hatte bei diesem Wald von Anfang an kein gutes Gefühl gehabt. Er war oft genug jagen gewesen, um die Geräusche zu kennen, die Waldbewohner machten. Doch der verdammte Regen hatte es ihm schwer gemacht zu erkennen, was hier vor sich ging. Und als er das Sirren der Pfeile durch das Prasseln heraushörte, war es zu spät.
"Hebt die Schilde!", schrie er, während die ersten Räuber aus dem Unterholz hervor brachen, doch an dem entsetzten Aufschrei einiger Soldaten merkte er, dass man sie überrumpelt hatte. Einige der Soldaten konnten noch rechtzeitig ausweichen, doch nicht alle hatten so viel Glück. Ryan schrie entsetzt auf, als ein Pfeil ihn in der Schulter traf. Garrett bekam nicht einmal mehr so viel heraus, der Pfeil traf ihn mitten ins Auge, und er sank mit schreckensstarrer Miene zu Boden. Verdammtes Räuberpack!
"Bleibt zusammen!", wies er seine Männer an. "Stachelschweinformation! Lasst euch nicht aus der Reserve holen. Hebt die Speere!"
Wie befohlen zogen die meisten der Männer sich in die Mitte der Senke zurück und hoben ihre Waffen, doch einige waren bereits in Geplänkel mit den Räubern verwickelt. Kreutzberg konnte sich nur mühsam gegen zwei der Halunken durchsetzen, bevor ein dritter ihn von hinten meuchelte. Ein anderer junger Soldat, der gerade erst der Truppe beigetreten war, versuchte noch, die Formation zu erreichen, wurde aber von einem der Berittenen niedergetrampelt.
Eine blinde Wut überkam Grim und er gab seinem Pferd die Sporen. Blut würde mit Blut vergolten werden. Den Pfeilhagel ignorierend ließ er sein Tier nach vorne preschen und ritt die Bastarde, die Kreutzberger gemeuchelt hatten, einfach nieder. Das Krachen des Schädels hätte unter den Hufen seines Pferdes hätte andere Menschen angewidert, doch in seinem Blutrausch empfand Grim bei dem Geräusch nichts als eine barbarische Befriedigung.
Doch er hatte nur Augen für den Reiter. Als dieser gerade sein Pferd von den erhobenen Speeren der Überlebenden Soldaten weglenkte, hob Grim seine Axt und ließ diese mit viehischer Stärke auf ihn herabsinken. Der Mann hob noch sein Schwert zum Parieren, aber es half nichts. Die Wucht von Grims Schlag schlug die grobe Klinge beiseite und spaltete den Mann den Schädel. In einer Lache aus Blut stürzten seine Überreste zu Boden, sein Pferd ging durch.
Man sagte, Grim kämpfte mit der Kraft von zehn Bären und dem Temperament eines wütenden Wolfs. Wenn er einmal im Kampfrausch war, verschwamm die Welt vor seinen Augen in einem Nebel aus Blut.
Und so sah er den Hieb nach seinem Pferd zu spät. Es war nur eine leichte Verletzung in der Seite, doch der Sattel des Tiers wurde durchgeschnitten. Unter einem erschrockenen Aufschrei stürzte der Prinz der Nordermark zu Boden. Der harte Aufprall ließ ihn einen Moment benommen zurück und holte ihn aus seiner Tobsucht. Als er die Welt um sich herum wieder wahrnahm stand über ihm ein weiterer Räuber. Mit erhobener Klinge.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 24, 2014 3:34 pm

Am liebsten kämpfte Faustus mit Messern. Doch die eigneten sich für einen Kampf zu Pferd nur sehr schlecht. Mit Messern kämpfte man aus dem Hinterhalt. So zog er sein Schwert und zögerte nicht, sein Pferd den berittenen Banditen zuzukehren und auf sie zu zu stürmen. Der Formation schloss er sich nicht an, dein sein Pferd war kein Schlachtross. Es scheute und wollte durchgehen und nur seinem reiterlichen Talent hatte Faustus es zu verdanken, dass er die Situation einigermassen unter Kontrolle behielt.
Er konnte drei der Angreifer in den Tod schicken, indem er sie überritt oder ihnen das Schwert gegen die Kehle schlug. Für Waldräuber waren sie erstaunlich gut geschützt. Auch der Stahl in ihren Händen war kein schlechter - ebensowenig die Pferde. Nach dem sechsten Hieb begann Faustus Arm zu brennen. Adrenalin beherrschte seinen Körper, die vom Regen klammen Finger wurden feurig warm.
Und schliesslich fiel sein Blick auf den Sohn des Fürsten, der sich wie ein Berserker durch die Reihen schlug - und stürzte. Faustus zögerte. Er sah einen Angreifer auf Grim zurennen und wusste, dass er den Fürstensohn töten würde. Töten. Während er seinem Pferd die Sporen gab, fragte er sich, was für ihn besser war. Wenn Grim starb oder wenn er am Leben blieb? Er entschied sich für Letzteres. Seine Klinge traf die des Banditen, als dieser gerade zuschlagen wollte. Der Stahl kreischte, faustus' Handgelenk schmerzte, dass er beinahe losgelassen hätte. Das pferd rannte weiter, Faustus wurde aus dem Sattel gerissen und er riss mit sich den Banditen zu Boden.
Hastig zog er ein Messer und rammte es seinem Gegner mehrfach in die Kehle. Und gerade als er sich aufrichtete, spürte er einen brennenden Schmerz in der Leistengegend und sackte wieder zusammen. Der Pfeil war wohl auf seinen Kopf abgeschossen worden und von seinem Bauch aufgefangen worden.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 24, 2014 7:58 pm

Dared war nicht ein dermaßener Narr, dass er nicht erkannt hätte, wie Lucretia mit ihm zu spielen trachtete. Aber er war eben doch auch zu sehr Mann, als dass er von ihrem Charme gänzlich unberührt geblieben wäre. Sein Selbstbewusstsein jedoch war zu groß, als dass er eine Gefahr in diesem Spiel gesehen hätte. Die Kontrolle hatte hier schließlich er! Was sollte ihm also passieren? Er konnte die Sache auskosten, wie es ihm beliebte.
"Allein, solche Männer zu finden...", antwortete er ihr theatralisch, "Die Welt ist so arm an diesen guten Männern. Und dann auch noch einen davon zu ehelichen... Nein, eine Frau tut besser daran, nicht darauf zu vertrauen, Schutz und Geborgenheit bei ihrem Gatten zu suchen. Nach solchem muss sie sich anderweitig umsehen. Und was läge näher als bei jenen zu suchen, die ihr durch Blut verbunden sind, mit denen Nähe zu teilen selbst für die Konservatisten nicht verwerflich sein kann?"
Er zog sie näher zu sich heran, bis ihre Körper sich berührten. Er konnte ihren heißen Atem auf seiner Haut fühlen, sie riechen. Sie roch nach... Dared hätte es nicht zu sagen vermocht, doch es gefiel ihm. Er konnte eine angenehme Enge in seiner Hose spüren.
"Küss mich, Cousinchen!", forderte er drängend, "Das soll mein Preis für unser Spiel sein."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Jan 26, 2014 10:30 am

Grim hatte bereits den Tod über sich stehen sehen, doch durch Alisters Einschreiten wurde er dem Sensenmann heute noch mal von der Schippe springen. Als er sah, wie der Geschichtenerzähler den Mann niederrang, rappelte er sich auf und wollte ihm gerade seinen Dank aussprechen, als dieser mit einem Pfeil im Bauch zusammensackt.
"Alister!", rief er erschrocken, doch ein weiteres Sirren in der Luft, ließ ihn aufhorchen. Hastig griff er nach dem Schild einer toten Soldaten und hielt ihn vor sich und Alister, gerade noch rechtzeitig um den Pfeil abzufangen. Während er dem Geschichtenerzähler auf die Beine half näherte sich ihnen ein weiterer Angreifer, doch dieser wurde kurz darauf vom heranpreschenden Hauptmann niedergeschlagen.
"Mein Lord, geht es euch gut?", wandte er sich keuchend an Grim.
"Ich bin soweit in Ordnung", keuchte dieser. "Aber jemand muss sich um Alister kümmern. Der Pfeil muss sauber entfernt werden, bevor er verblutet. Bringt ihn zu Grünfeld, er hat eine ruhige Hand und kennt sich damit aus."

Jetzt war es soweit. Er war ihr ganz und gar ausgeliefert, selbst wenn er es anders sehen mochte. Eben hatte er den Anblick ihres nackten Körpers in einem Gefühl von Überlegenheit gefordert und wahrscheinlich redete er sich jetzt noch ein, dass er der Herr der Lage war. Doch diesmal kam sein Fordern eher einem Betteln gleich. Sie sah das Verlangen in seinen Augen spürte es in seiner Hose. Er war Sklave seiner Triebe geworden. Genauso mochte sie ihre Männer.
Sie kam seinem Gesicht mit dem ihren immer näher. Kurz bevor ihre Lippen sich berührten, als ihre Nasenspitzen sich trafen, hielt sie inne. Nur wenige Millimeter trennten ihre Lippen voneinander.
"Verlangst es dich nach mir, Cousin?", fragte sie ihn, einen Arm hatte sie um seine Hüfte geschlungen, mit dem anderen streichelte sie ihm den Hinterkopf. "Bist du bereit mir zu geben wonach ich mich sehne? Auf dass ich auch dir gebe, wonach du dich sehnst? Dass wir einander geben können, was uns sonst niemand geben kann?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Jan 26, 2014 11:37 am

Dieses sadistische Luder! Sie meinte also noch immer, mit ihm spielen zu müssen? Mit ihm zu feilschen? Ja, wirklich, eine echte Melior, kein Zweifel! Aber Dared war es nicht gewohnt, um das, was er begehrte zu feilschen. Er pflegte sich zu nehmen was er wollte. Und er würde auch in diesem Fall keine Ausnahme machen, nur weil Lucretia Teil der Familie war. Er war schließlich der Sohn des Patriziers. Und er war hier der Mann! Ungestüm stieß er mit dem Kopf nach vorne, überwand die verbliebene Lücke und presste seine Lippen auf Lucretiasm küsste sie heiß und leidenschaftlich. Es war mit Sicherheit kein Kuss, wie er sich zwischen Cousin und Cousine geziemte, aber was kümmerte ihn das in diesem Moment? Er forderte nur ein, was ihm verflucht nocheinmal zustand. Seine Hand glitt unter den Saum ihres Kleids, fuhr ihren Schenkel hinauf. Seine kräftigen Finger strichen über nacktes, heißes Fleisch. Dann, plötzlich, schnellte er aus seinem Stuhl empor, richtete sich abrupt auf, riss Lucretia, sie eng an seine Brust pressend, einfach mit. Und dann, ebenso unerwartet, ließ er sie auf sein Lager fallen. Nicht aus einer Höhe, die ihr hätte Schaden zufügen können. Sie landete ohne Zweifel weich. Aber tief genug um zu demonstrieren, was er demonstrieren wollte. Dass er es war, der hier die Zügel in der Hand hatte.
Für einen Moment stand er hoch aufragend über ihr, blickte auf sie hinab. Dann ließ er sich neben dem Bett auf ein Knie hinab. "Und was...", flüsterte er, gefährlich ruhig, "... könnte es sein, dass du begehrst, Cousinchen? Sag es!"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Jan 26, 2014 11:56 am

Die Angreifer waren zerstreut. ES hatte Tote auf beiden Seiten gegeben, doch der Anschlag hatte offensichtlich Grim gegolten und da der nun wieder zu gut geschützt war, hatten die überlebenden Angreifer das Weite gesucht. Und von Grims Männern gab es zu wenige, als dass es sich gelohnt hätte, sie zu verfolgen. Stattdessen begann man die Toten zu untersuchen.
Faustus kriegte nur am Rande mit, wie herauskam, dass die Banditen keine einfachen Räuber, sondern offenbar Söldner gewesen waren. Ihm war es egal. Seine Eingeweide brannten, keuchend schnappte er nach Luft und liess sich langsam hochhelfen, nachdem man den Schaft so nah wie möglich an der Wunde abgebrochen hatte . Bei jeder Bewegung kratzte die Pfeilspitzen an seinen Därmen und er konnte hoffen, dass sie nicht vergiftet war. Sonst würde das sein Ende sein.
Zwei Männer stützten ihn und beim Vorbeigehen konnte er sehen, wie Grims Männer die Waffen einsammelten. Zwei Soldaten unterhielten sich über die Machart der Schwerter und bald war klar, dass die Waffen von gar nicht so weit her stammten.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Jan 27, 2014 11:54 am

Was es war, das sie begehrte? Verstand er es immer noch nicht? Lucretia hatte sich wahrlich kein bisschen in Dared Melior getäuscht. Erschrocken hatte sie die Augen aufgerissen, als er sie auf einmal einfach genommen hatte. Seine Zunge in ihren Hals gesteckt hatte wie ein wildes Tier. Sollte das vielleicht Leidenschaft sein? Wie ein Barbar hatte er sie einfach mit sich gezerrt und auf sein Bett geworfen. Und er schimpfte auf die Helforts?
Als sie sich von ihrem ersten Schock erholt hatte, blickte sie zu Dared auf. Was für ein selbstgefälliger Mistkerl. Doch sie ließ sich nicht demütigen. Sie war Lucretia Melior, Augapfel des Patriziers. Und er war lediglich eine ungewollte Fußnote in der Geschichte Ornenbergs. Nichts als Verachtung und blanker Hohn schlugen Dared entgegen, als Lucretia sich aufsetzte, ihr Beine übereinander schlug und sich mit einer Hand durch die Haare fuhr. Während die andere über ihr Bein strich. Das, das Dared nicht angepackt hatte.
"Was ich begehre?", fragte sie, der verführerische Ton war verschwunden. Sie gab ihm lediglich die Geringschätzung, die sie allen niederen Wesen zuteil kommen ließ. "Hast du es immer noch nicht begriffen?"
Während sie mit ihm sprach, fuhr ihre freie Hand unter den Saum ihres Kleides. Sie hatte Glück, dass Dared an dem anderen Bein hochgefahren war, sonst hätte sie möglicherweise bemerkt, was sie unter dem Saum ihres Kleides versteckt hatte. Einen kleinen Dolch, nicht scharf genug, um in einem Kampf ernsthaft vonnutzen zu sein. Doch scharf genug um Dared seiner Zeugungsfähigkeit zu berauben, sollte er sich noch eine Unverschämtheit erlauben.
"Ich sagte es dir doch gerade, falls du es schon vergessen hast", fuhr sie fort, verzog spöttisch den Mundwinkel. "Ich sehne mich nach einem Mann. Einem erwachsenen Mann. Der mit einer Dame umzugehen weiß. Der ein romantisches Vorspiel erkennt, wenn er es sieht. In der Lage ist zu sehen, dass er bekommen kann, was er will und mehr als das. Wenn er bloß bereit ist, sich auf das Spiel einzulassen. Einen mit Sinn für Erotik und den eleganten Feinheiten der zwischenmenschlichen Liebe."
Während die eine Hand sich nun um das Messer schloss, nahm Lucretia die andere aus dem Haar und kicherte sich ins Fäustchen.
"Doch offensichtlich bist du noch nicht so weit, wie ich dachte. Von Erotik verstehst du offenbar noch nichts. Glaubst, du kannst dein Ding einfach überall rein stecken, wie ein kleiner Junge."


Grim stand mit düsterer Miene über den toten Männern. Leute aus seiner Garde, mit denen er gestern noch zusammen getrunken und gelacht hatte, lagen leblos neben den Leichen ihrer Angreifer. Er war der Sohn eines Fürsten und wusste, dass Krieg und Kampf mit Tod verbunden waren, schließlich hatte er schon einige Male die Truppen gegen Räuber geführt. Doch das machte die Sache für ihn nicht besser. Jeder dieser Männer hatte Freunde und Familie gehabt und Grim würde für jeden Toten einen Brief an die Familie verfassen. Es war eine schmerzvolle Arbeit, doch es war seine Pflicht den Männern gegenüber, die ihn beschützt hatten.
Er besah sich die Ausrüstung ihrer Angreifer. Schnell wurde klar, dass es keine einfachen Räuber waren. Dazu waren sie zu gut bewaffnet, zu viele und zu tollkühn. Kein einfacher Strauchdieb hätte es gewagt, einen derart gut bewachten Trupp wie den ihren anzugreifen. Das waren Söldner. Und offenbar auf ihn angesetzt. So langsam schwante ihm, dass sein Vater recht hatte. Hinter den Aufständen steckte mehr als nur eine einfache Hungersnot. Jemand wollte ihnen schaden.
"Mein Fürst, wie müssen weiter", wies sein Hauptmann ihn an. "Wir können nichts mehr für sie tun."
"Eine Sache gibt es noch", erklärte Grim. "Verbrennt die Leichen unserer Männer. Wie können sie nicht mitnehmen, aber wir werden sie hier nicht einfach verrotten lassen. Der Wind soll ihre Asche zu ihren Ahnen tragen. Behandelt die Verwundeten so gut es geht, vor allem Alister. Ich verdanke ihm mein Leben, ich werde nicht zulassen, dass er stirbt. Sobald all dies getan ist, ziehen wir weiter."
Sie taten wie geheißen, verbrannten die Leichen und brachen kurz danach auf. Als sie weiter gen Westen marschierten, brachte keiner von ihnen ein Wort hinaus, bis sie gegen Abend an der Residenz des Fürsten von Westernau ankamen.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Jan 27, 2014 12:05 pm

Noch auf dem Schlachtplatz hatte einer der Männer, der sowas offensichtlich schon öfters gemacht hatte, den Pfeil entfernt. Faustus wäre ansonsten nicht in der Lage gewesen, bis zum Ziel weiter zu reiten.
Der Verband war auch nur provisorisch und als sie endlich da waren, musste man ihm vom Pferd helfen. Er kriegte die Formalitäten nicht wirklich mit. Er liess sich einfach mitziehen und fand sich schliesslich auf einer Pritsche wieder, eben sich ein Heilkundiger, der sich die Wunde genau anschaute und verband.
Nachdem er irgendein GEbräu getrunken hatte, wurde er schläfrig und dämmerte bald weg.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Jan 27, 2014 8:13 pm

Eigentlich hatte Dared es vermeiden wollen. Hätte sich darauf beschränkt zu grinsen, wie er es den ganzen Abend über schon tat. Aber nun konnte er einfach nicht mehr an sich halten. Lucretia war einfach zu amüsant. Nicht zu fassen, diese Naivität. Und dabei trotz allem stolz die Nase hoch erhoben tragen. Nein, wie niedlich! Eine echte Melior, durch und durch. Er brach in schallendes Gelächter aus. Und es war kein schönes, kein angenehmes Lachen, es war kalt, es war schneidend und voller Hohn.
"Du willst mir von Erotik erzählen?", gluckste er vergnügt, "Du, kleines naives Mädchen? Du bist noch ein halbes Kind, Lucretia. Du hast noch nie bei einem Mann gelegen. Was weißt du also von Erotik? Deine Träume, deine Ideale... ha! Du bist es, die erwachsen werden sollte. Träume schaffen es selten bis in die Realität. Und was auch immer du auf mich projeziert haben magst: hältst du mich wirklich für so dämlich, dich zu entjungfern? Vater würde mir den Kopf abreissen. Wenn ich Glück habe..." Er ließ unausgesprochen, dass er, wäre das Spiel anders verlaufen, nicht sicher gewesen wäre, ob er die Beherrschung behalten und es tatsächlich beendet hätte. Ein Gedanke, den er jedoch in die hinterste Kammer seines Gehirns verdrängte. Im Moment füllten Selbstgerechtigkeit und Häme sein Bewusstsein vollends aus.


Graf Valimar Norell erwartete den Fürstensohn etwa eine halbe Meile vor seiner Burg mit einem Gefolge, dessen Größe der Stellung des Gastes angemessen war. Er selbst hatte sein bestes Wams angelegt, trug Ringe an sämtlichen Fingern und ritt auf einem grauen Zelter aus hervorragender Zucht, aber all der Prunk konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Laune des Grafen gedrückt war. Die ganze Situation war so furchtbar unangenehm. Der Sohn seines Lehnsherren, überfallen, in seiner Grafschaft, in Territorium, für dessen Sicherheit er Verantwortung trug. Und das Schlimmste: er hatte es erst aus dem Mund von Lord Grims Vorausreiter erfahren. Sicher, das Land war in Aufruhr. Aber dass bewaffnete Banden derart dreist wurden, praktisch unter seiner Nase und noch dazu ohne sein Wissen, das war ein Affront. Das konnte er nicht tolerieren. Er war, sobald der Bote seinen Großen Saal verlassen hatte, in einen fürchterlichen Tobsuchtsanfall verfallen. Aber nun war seine Wut verraucht und nur noch Unwohlsein war übrig. Lediglich ein einziger Gedanke beschäftigte ihn über und über: wie hatte es nur dazu kommen können?
Als der Tross des Fürstensohn sich näherte löste Valimar sich aus der Gruppe seiner Gefolgsleute und hielt auf diese zu. "Mein Prinz!", grüßte er Grim, der an der Spitze ritt, mit einer Verbeugung, so tief diese im Sattel möglich war, "Ich bin untröstlich wegen dem, was euch auf meinen Straßen widerfahren ist. Es kann keine Entschuldigung für das geben, was geschehen ist. Nehmt deshalb bitte nur mein tiefstes Bedauern entgegen und meine Versicherung, dass die Verantwortlichen für dieses feige Attentat gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Jan 27, 2014 9:27 pm

Lothar Melior hatte sich mit einem Brief bei den Helforts angekündigt, in dem er geschrieben hatte, dass er es für notwendig hielt, eine Basis für Verhandlungen zu schaffen. Dass der alte Groll endlich bereinigt werden musste.
So denn hatte er sich aufgemacht mit einem Gefolge, das seiner würdig war. Es dauerte natürlich einige Tage, bis sie schliesslich ihr Ziel erreicht hatten.
Lothar und sein Gefolge wurden von Fafnir in Empfang genommen. Wie es einem Mann seines Standes gebührte, kriegte er ein eigenes Gemach und er durfte sich verpflegen und waschen, ehe er dem Fürsten entgegentreten sollte.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Jan 27, 2014 9:53 pm

Je länger Dareds höhnisches Gelächter andauerte, desto düsterer wurde Lucretias Blick. Dared Melior war wahrhaft eine niedere Kreatur. Als er verlangt hatte, dass sie ihn küsst, hatte sie das Begehren in seiner Stimme deutlich hören können. Er mochte sich einreden, dass er sie nur hatte demütigen wollen, doch sie wusste, dass ein Teil von ihm es hatte weitertreiben wollen.
Ein bitteres Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Er hätte einfach nur ein wenig mitspielen müssen. Sie hätte ihm einige schöne Nächte bescheren können. Er hätte eben einfach einen Preis dafür zahlen müssen. Den ein oder anderen Besitz, Gold, Dinge, die ihr vonnutzen gewesen wären. Stattdessen wollte er einfach diese Gelegenheit benutzen, um sie zu demütigen, weil er es nicht ertragen konnte dass jemand auch mal mit ihm spielte.
Einige Dinge hätte sie ihm gerne ins Gesicht gesagt, doch sie erkannte, dass seine Ohren im Moment taub dafür waren. Also strich sie schweigend ihr Kleid zurecht, erhob sich von Dareds Nachtlager und schritt auf den Ausgang zu. Doch als sie gerade an ihm vorbeischritt blieb sie noch einen Augenblick stehen. Sah noch ein letztes Mal über die Schulter, mit einem merkwürdigen Anflug eines Lächelns und sprach einen der wenigen Sätze in ihrem Leben, den sie völlig ernst meinte.
"Ich habe mich nicht in dir getäuscht, lieber Cousin."
Was genau sie damit meinte überließ sie erst einmal der Fantasie von Dared und machte sich auf den Weg zu ihrem Nachtlager.

"Graf Norell", erwiderte Grim den Gruß des Grafen von Westernau. Die Erinnerung an den Angriff war noch zu frisch, als dass er für ausgeprägte Begrüßungsfloskeln die nötige Geduld gehabt hätte. "Ich beunruhige Euch nur ungern, doch ich fürchte, die Aufklärung dieses Verbrechens könnte größere Wellen schlagen als Ihr vermutet."
Er nickte in Richtung seines Trosses.
"Aber dazu später. Ich habe einige verletzte Soldaten in meinem Gefolge. Sie brauchen umgehend ein Quartier und umfangreiche medizinische Versorgung, jeder einzelne von ihnen."
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