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 [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen

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Grim

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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Okt 27, 2014 6:12 pm

"Nein", bestätigte Jolanda und rückte unmerklich ein kleines Stück näher zu Fafnir. Sich an ihn zu lehnen wagte sie in der Öffentlichkeit – ihre Garde hatte nicht weit von ihnen entfernt angehalten – nicht, doch zumindest verbarg das Gras ihre Hand, sodass sie Fafnirs Finger berühren konnte. Und er zog seine Hand nicht zurück! Auch wenn es nicht viel war, Jolanda genoß es von ganzen Herzen.
"Es gibt nicht viele Gelegenheiten für mich, auszureiten", fuhr sie erklärend fort, "Es schickt sich schließlich nicht für eine Dame, allein die Stadt zu verlassen. Und ich glaube auch nicht, dass ich das wollen würde. Der Garten von Hartholm ist ebenfalls schön..."

"Solange kein offener Krieg mit Ornenberg herrscht lässt es sich hier gut leben", antwortete Valimar schmunzelnd, "Die Zölle sind gute Kompensation für die Grenzreiter und Garnisonen am Fluss, die ich unterhalten muss. Die allermeisten Menschen, die von der anderen Seite kommen, meinen es nicht übler mit mir als ihr, Herr."
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Nick

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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Okt 29, 2014 5:14 pm

Zwei Soldaten schlenderten durch das Lager der Melior und begannen sich zu unterhalten.
"Ich weiß, die Leute sagen immer, sie sei hinterhältig, aber ich sag dir: Fräulein Lucretia ist eine Frau wie jede andere. Angst im Dunkeln und sehnt sich nach einem starken Mann!"
"Sei bloß vorsichtig", raunzte der andere ihm zu. "Der Patrizier ist Leuten schon aus geringeren Gründen die Zunge abschneiden lassen."
"Nur leider hat er sich noch nie selbst raus gewagt, um sich die Finger schmutzig zu machen", schnaubte der erste. "Naja. Wenigstens ist es hier halbwegs sicher und wir werden gut versorgt. Was ist eigentlich mit der Lieferung von heute morgen? Ist da auch das Schießpulver mit dabei?"
"Denk schon. Und ein wenig Kleinkram für die Lady und Lord Dared. Die hohen Herren können einfach nicht ohne samtene Sitzkissen aus dem Haus..."

Der Griff des Mannes um Faustus Arm verstärkte sich nur noch, als er ihn auf die Lichtung schob. Einige der Männer flüsterten erschrocken, andere warfen dem Neuankömmling düstere Blicke zu.
"Hat man uns entdeckt?" - "Was wenn da noch mehr sind?!" - "Lasst uns abhauen, bevor man uns..."
"Ruhig!" Der Demagoge hob eine Hand und blickte prüfend auf Faustus hinab. "Vielleicht ein Spion, ja. Oder will er sich unserer Sache vielleicht anschließen?"

Grim nahm noch einen Löffel von dem Eintopf. Zumindest der Graf schien zuversichtlich, dass die Ornenberger nicht dahinter steckten. War es wirklich nur ein einfacher Bauernkrieg? Fing er an, Gespenster zu sehen?
"Was ist Eure Meinung, Graf?", erkundigte er sich. "Glaubt Ihr, es waren einfach Banditen, die meine Schwester entführt haben? Oder denkt Ihr, dass unser Haus sich Feinde gemacht hat?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Nov 02, 2014 6:12 pm

Die Frage traf Valimar unvorbereitet. Es war nicht seine Art, derartige Einschätzungen abzugeben. Eine falsche Äußerung ins falsche Ohr konnte gewaltigen Ärger bedeuten. Es war sicherer, keine falschen Anschuldigungen abzugeben. Ebenso sollte man aber auch niemanden zu vehement verteidigen, der sich später als schuldig erweisen mochte.
"Wer auch immer es gewesen sein mag, ich glaube nicht, dass es Haus Melior war", antwortete er vage, "Sie würden einen Krieg riskieren, den sie nicht gewinnen können und hätten wenig zu gewinnen. Sobald sie sich als die Entführer bekennen würden, würde das gesamte Königreich gegen sie stehen. Aber solange sie eure Schwester versteckt hielten hätten sie keinen Nutzen durch sie. Aber um ganz offen mit euch zu sein, Herr: ich kann mir auch nicht vorstellen, wer es sonst gewesen sein könnte. Ein Narr, jedoch gewiss. Die Rache eures Vaters und seiner treuen Vasallen wird den Schuldigen mit grausamer Härte treffen. Wofür sollte jemand das riskieren?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Nov 04, 2014 9:09 pm

Hmm ... Das klang ja ganz interessant ...
Die Gestalt lauschte ganz genau, was die Wachen da zu bereden hatten. Allerdings ... WO sollte sie das Zeug finden? Das Lager war nicht gerade klein. Und die hohen Herren und Damen würden wohl auch etwas besser bewacht als die Habseligkeiten der einfachen Untergebenen.
Sie schlich erstmal den Wachen hinterher.


Sein herz klopfte ihm fast bis in den Hals. Oh je, das konnte sehr schnell sehr schief gehen!
"Ja ... Ich ... Ich will mich euch bloss anschliessen!", beeilte er sich zu sagne. Alles andere hätte ihm wohl so oder so den Kopf gekostet.


"Nunja ... In Zeiten wie diesen ist es sowieso nicht zu empfehlen", sagte er leicht düster. Er dachte an Ircia. Natürlich vermisste er sie, sorgte sich um sie. Obwohl sie sich nicht gross hatten leiden können, so war sie halt doch sowas wie eine Schwester. Und nun war sie in der Gewalt von irgendwem da draussen.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Nov 06, 2014 9:26 pm

Grim fuhr sich durch den Bart und legte die Stirn in Falten. Was der Graf sagte, war durchaus nicht falsch. Man konnte diesen Pfennigfuchsern einiges vorwerfen, aber etwas derart Riskantes war eigentlich nicht ihr Stil. Waren die Waffen der Söldner gedacht, um den Verdacht abzulenken? Aber wer hatte dann seine Schwester...?
Er schüttelte den Kopf.
"Mir scheint, dieses Rätsel müssen wir später lösen", stellte er fest, "und uns zuerst auf die Aufgabe vor uns konzentrieren. Zuerst gilt es, dem Aufstand ein Ende zu bereiten und Ordnung in die Provinz zu bringen. Bis dahin kann ich die Suche nach meiner Schwester getrost meinem Vater überlassen. Vielleicht ist sie schon in Sicherheit, bis wir diese Angelegenheit erledigt haben."

"Klar, weil wir dich sonst aufknüpfen!", meinte einer der Bauern.
"Am Besten wir tun's trotzdem", fügte ein anderer hinzu.
"RUHE", rief der Redner wieder und gab zweien seiner Schläger Anweisungen. "Ich werde die Loyalität dieses Mannes persönlich prüfen. Niemand verlässt die Lichtung, bevor wir wissen, womit wir es zu tun haben!"
Die Menge löste sich auf, während die beiden Schläger Faustus zu einer kleinen Mulde etwas tiefer im Wald zerrten, wo sie ihn vor die Füße des Redners warfen.

Die Wachen gingen noch eine Weile nebeneinander her, bevor sie sich an einem Zelt trennten. Der eine suchte nach einem leichten Vergnügen in einem der Zelte, der andere ging los, um seinen Wachdienst anzutreten. So kam er schließlich, an eine der kürzlich errichteten Holzhütten, die das Symbol des Hauses Melior trug. Vor dem großen Lagerhaus standen zwei Wachen postiert, zwei weitere patrouillierten um das Gebäude. Mit einem davon unterhielt sich der Wachmann und nach einem kurzen Gespräch löste er diesen von seinem Wachdienst ab.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Nov 12, 2014 7:46 pm

Der Hof des Grafen Isenger von Silvastein war ein gastliches Haus. Wie es sich für einen Mann, der nicht nur der Lehnsherr, sondern zudem ein alter Kriegskamerad und Freund war, an dessen Seite er viel durchgestanden hatte, gebührte, scheute der Graf weder Kosten noch Mühen es seinem hohen Gast so wohnlich wie nur irgend möglich zu machen. Oswins Laune war trotzdem düster. So gut der Graf sich als Gastgeber gebärdete, so undankbar war der Fürst als Gast. Er war kurz angebunden und verschlossen, reagierte jähzornig wenn irgendjemand außer Graf Tellan oder der Hauptmann seiner Leibgarde ihn zu stören wagte und verbrachte den Großteil des Tages damit finster in die Gegend zu starren und mehr Wein zu trinken als gut für ihn war. Aber wer hätte es ihm verübeln können? Der Grund seiner schlechten Laune war offenkundig. Seine Tochter war entführt worden, sein Sohn fast umgebracht. Jemand sägte mit Eifer am Fundament seiner Herrschaft, ja, der Herrschaft seiner ganzen Familie! Und er selbst war zur Untätigkeit verdammt. Er musste warten, bis er Nachricht vom jungen Robert Clawford erhielt und musste hoffen, dass dieser zum einen loyal war und zum anderen nicht scheiterte und selbst im Kerker seiner Mutter landete. Verflucht, wie er es hasste, auf andere angewiesen zu sein! Zur Hilflosigkeit verdammt! Zum nutzlosen Herumsitzen! Und wieso schmerzte dieses verfluchte Bein schon wieder?

"Mit dir an meiner Seite kann mir doch nichts passieren, oder?", fragte Jolanda unschuldig und setzte ihr lieblichstes Lächeln auf. Sie war Fafnir jetzt ganz nahe, viel näher, als es schicklich gewesen wäre. Aber die Wachen ihrer Garde hielten sich dezent im Hintergrund, sodass es ihr nicht schwer viel, die Männer ganz zu vergessen, die offenkundig vorgaben, nichts zu bemerken. "Wärst du bei Ircia gewesen, du hättest verhindert, dass sie sie entführen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Nov 15, 2014 11:23 am

Glücklicherweise war Faustus es sich gewohnt, durch den Dreck zu kriechen. So blieb er mit gesenktem Kopf dort vor den Füssen des Mannes. Er hoffte nur, dass sie ihn am Leben liessen. Er hatte schliesslich noch Aufgaben zu erfüllen!


Die Gestalt blieb im Schatten. Das Haus sah sehr schick aus und das Wappen war eindeutig. Aber dort einzubrechen war ja irgendwie Selbstmord.
Dennoch ... Vielleicht würde es sich auszahlen, geduldig zu sein ... Oder...?


"Hmm ... Ich war nur leider nicht bei ihr ..."
Sie hätte das sowieso nicht gewollt. Ircia war stur und selbstbewusst. Nein, sie wäre wohl lieber mit ihrem Bruder ausgeritten als mit ihm.
"Ich hoffe nur, sie macht ihrem Entführer die Hölle heiss."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Nov 16, 2014 9:25 am

Angesichts dessen, was ihr Vater ihr immer von Fürst Oswin erzählt hatte, kam Isabella, die Tochter des Grafen, nicht drumherum zu finden, dass der Herr der Nordermark sich doch sehr von dem Mann aus den Geschichten unterschied. Er war übellaunig, trank viel und erwies sich nicht unbedingt als dankbarer Gast. Hätte ihr Vater sie nicht gebeten, nach ihm zu schauen, hätte sie es bleiben lassen.
Höflich klopfte sie an und trat herein.
"Noch eine Karaffe, mein Lord?", fragte sie vorsichtig, auch wenn sie sich sicher war, dass es sich hier um eine rhetorische Frage handelte. "Ein Export, frisch aus Fernhaven eingetroffen."

Zephyr setzte sich auf eine Wurzel und starrte amüsiert auf den abgerissenen Kerl hinunter, der gerade zu ihnen gestoßen war.
"Also reden wir nicht lange um den heißen Brei herum." Das ironische Blitzen in seinen Augen wollte kaum recht zu dem dichten Bart und dem reißerischen Auftreten von eben passen. "Für wen arbeitest du und was solltest du herausfinden?"

Die Wachen am Tor des Lagerhauses waren wohl schon länger im Dienst. Mit versteinerter Miene standen sie da und rührten sich nicht vom Fleck. Doch die Patrouillen schienen nicht so aufmerksam zu sein. Der eine ging zunehmend langsam und gab ein gelangweiltes Pfeiffen von sich. Der Andere nahm alle drei Runden etwas Wein aus einem Schlauch und brummte etwas Unverständliches. Schließlich erblickte er eine vorbeieilende Magd, sah ihr einen Moment nach und folgte ihr schließlich.
An der Hinterseite des Lagerhauses gab es ein Fenster in der oberen Etage. Aber um dort hinaufzukommen hätte es einen Profi benötigt. Vielleicht gab es noch eine andere Möglichkeit?
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Nov 16, 2014 12:24 pm

Er hatte so das Gefühl, dass er hier und jetzt nichts falsches sagen durfte. Einfach nicht. Das würde übel ausgehen. Er spürte regelrecht, wie unzählige Augenpaare ihn anstarrten.
Nur, was sollte er sagen? Wenn er sagen würde, dass er für Grim arbeitete, würde man ihn noch in der selben Sekunde köpfen.
Und wenn er Lucius erwähnte? Seinen wahren Gebieter?
Einfach nichts sagen war auch nicht sonderlich schlau.
"Mein Herr, Lucius Melior persönlich hat mich hergeschickt. Er wollte durch mich herausfinden, woher die Unruhen in der Nordermark kommen ... Und was es braucht, damit sie länger dauern", sagte er, immer noch die Füsse vor sich anstarrend.


Die Magd brachte die Gestalt auf eine Idee. Sie zog sich zurück und suchte die Quartiere der Bediensteten auf.
Das lager war gross und somit war es unmöglich, sich alle Gesichter zu merken, die hier täglich ein und ausgingen.
Kurze Zeit später kam eine junge Frau auf die beiden Wachen am Tor zu. Sie behielt den Blick demütig gesenkt und in ihren Händen hielt sie eine Kohlepfanne.
"Guten Abend die Herren ... ich erbitte Einlass, um eine Kohlepfanne zu ersetzen..."


Ircia unterdessen beobachtete das Treiben ausserhalb ihrer Räumlichkeit. Sonderlich viel sah sie durch das Fenster zwar nicht, doch immerhin bot es sowas wie eine Beschäftigung.
Ihr graute es immer noch vor ihrer Entführerin.
Die hatte sie entführt, um sie mit irgendeinem Sohn zu vermählen. Doch immerhin wusste Ircia nun, wo sie war. Ihr Blick fiel auf einen kleinen Ausschnitt einer Strasse und mittlerweile hatte sie schon drei Mal Soldaten durchreiten sehen und hatte dabei das Wappen identifizieren können.
Leider wusste sie nicht allzu vieles über diese Familie. Nur, dass der Herr des Hauses schon länger krank war und die Dame hier das Sagen hatte. Soweit sie wusste ...
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Nov 16, 2014 1:04 pm

Milde überrascht zog Zephyr eine Braue hoch.
"Sososo", meinte er. "Nun, dann frage ich mich, was das Versteckspiel soll, immerhin bist du hier an der richtigen Adresse."
Die beiden Schläger, die neben ihnen standen, störten sich am plötzlichen Rollentausch des Agenten nicht wirklich.
"Wie du siehst, ist es keine große Kunst, diese Männer aufzustacheln. Und wenn wir damit Herrn Melior einen Gefallen tun, dann ist ja jedem geholfen. Nun, mit Ausnahme der Helforts vielleicht."

Eine der beiden Wachen zog misstrauisch eine Braue hoch.
"Und wer schickt dich, wenn ich fragen darf?"-"Muss denn das Theater sein? Ist doch bloß 'ne Kohlenpfanne."
Der andere Mann schnaubte verächtlich, öffnete aber schließlich das Lager.
"Dann zeig du ihr, wo sie sind." Mit erhobenem Finger wandte er sich an die Magd. "Wenn deine Finger irgendwas anderes berühren, als eine der Pfannen, bist du sie los."

Die Fantasielosigkeit seiner Mutter fand Robert beinahe bemitleidenswert. Er hatte die Gefangene in einem der entlegeneren Türme untergebracht, wo sicher niemand Verdacht schöpfte, wenn er auf einmal bewohnt war. Aber von hier war es für eine Frau allein zumindest schwer, zu entkommen. Aber auf die Frage hin, ob er seine zukünftige 'Braut' mal näher betrachten konnte, hatte man ihm gezeigt, wo sie war. Also klopfte er nun vorsichtig an das Zimmer an. Wenn das mal gutgehen würde.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Nov 16, 2014 1:37 pm

Ein klein wenig fühlte er sich, als wäre eine Last von ihm gefallen. Sie hatten ihn noch nicht geköpft!
"Es lag mir fern, die ... Ansprache hier zu stören. Ich wollte das Ganze aus der Ferne beobachten...", sagte er seufzend. "Wohl nicht der klügste Zug meinerseits."


Sie nickte noch immer mit demütig gesenktem Kopf.
"Ja, mein Herr...", sagte sie leise und trat ein. Hier drin war es schön warm und ja, es sah schon recht edel aus, teilweise.
Aber wenn die Wache ihr die ganze Zeit im Nacken sass, war das Stehlen sehr riskant.


Ircia konnte nicht behaupten, begeistert davon zu sein, dass jemand etwas von ihr wollte. Noch einmal eine Unterredung mit dieser Hexe würde sie keinesfalls aushalten.
Trotzdem, was blieb ihr anderes übrig?
Rasch richtete sie ihr Kleid und rief die Person dann hinein.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Nov 18, 2014 4:59 pm

"Ja...", pflichtete Jolanda Fafnir bei, doch die Traurigkeit, die dabei in ihrer Stimme lag, hatte nicht allein mit Ircias Schicksal zu tun. Die Magie dieses Augenblicks war dahin. Mit Ircia und den furchtbaren Dingen, die ihr widerfahren waren oder eben widerfuhren, im Zentrum des Gesprächs war die Romantik ihrer Zweisamkeit verflogen. Es war ein zu ernstes, zu schweres Thema, als dass man dabei gut gelaunt, zuversichtlich, leicht hätte bleiben können, dass man sich hätte wohl fühlen können. Jolanda schlang die Arme um ihre Beine.
"Es wird kühl, Fafnir", wechselte sie das Thema. Vielleicht war es besser, wenn sie langsam wieder aufbrachen.

"Nachricht aus Jenienburg wäre mir lieber", antwortete Oswin düster auf das Angebot der Tochter seines Gastgebers hin, "Aber stell' die Karaffe nur her." Der Groll war für einen Moment aus seiner Stimme gewichen, hatte Müdigkeit und Melancholie Platz gemacht. An und für sich ein Zeichen, dass er bereits zu viel getrunken hatte. Aber was sollte er auch sonst tun? Er musste warten. Und noch fühlte er, dass er Herr seiner Sinne war.
"Bist ein gutes Mädchen, Isabella. Willst du dich nicht her setzen, einem vom Schicksal geschlagenen alten Mann ein wenig Gesellschaft leisten?", setzte er unvermittelt, einem plötzlichen Bedürfnis nach menschlicher Ansprache folgend, nach. Verdammt, es mochte nicht seine Art sein, sich Trost und Hilfe zu suchen, aber er konnte seinen ganzen Gram doch auch nicht einfach in sich hinein fressen. Vielleicht würde es wirklich helfen, wenn er davon sprechen konnte.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Nov 19, 2014 7:23 pm

"Allerdings, ein aufmüpfigerer Mob, hätte dich direkt aufgeknüpft", erklärte Zephyr fast schon beiläufig. "Wer sich so anschleicht wird schnell für einen Spion gehalten. Wobei das in deinem Fall offenbar sogar zutreffend ist. Nun, du musst dein Fach aber durchaus beherrschen, wenn du schadlos so tief ins umkämpfte Territorium gekommen bist."

Der Wachmann führte sie durch das verwinkelte Lager, vollgepackt mit großen Kisten und dunklen Ecken. Irgendwo mitten in diesem Labyrinth blieb der Wachmann stehen und deutete auf ein paar Kisten.
"Hier drin müssten die Kohlepfannen sein", bemerkte er. "Moment, vielleicht kann ich die Kiste aufkriegen..."

Robert trat ein und schloss die Tür hinter sich, bevor er sich der Tochter von Fürst Oswin zuwandte. Verglichen mit ihrem Vater wirkte Lady Ircia eher zierlich und unauffällig mit der schmalen Statur und den Sommersprossen auf der Nase. Wäre die porzellanfarbene Haut nicht gewesen, hätte man sie fast für eine Bauerstochter halten können.
"Lady Ircia", begrüßte er sie mit regungslosem Gesichtsausdruck. "Mein Name ist Robert Clawford, ich bin der Sohn von Fürst Richard. Ich würde Euch ja in Jenienburg willkommen heißen, doch ich schätze, meine Mutter hat dafür bereits Sorge getragen."

Wollte sie das? Isabella strich sich eine Strähne ihre mitternachtschwarzen Haars hinter das Ohr. Wirklich ausschlagen konnte sie das Angebot nicht wirklich und beim leidigen Tonfall bekam sie sogar ein wenig Mitleid mit Fürst Oswin.
Ein Seufzen unterdrückend nahm sie Platz.
"Es sind schwierige Zeiten angebrochen", sprach sie höflich. "Die Situation muss euch schwer zu schaffen machen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Nov 30, 2014 6:43 pm

"Ich hoffe doch, dir ist nicht kalt", sagte er besorgt. Er erhob sich dann aber und half ihr auf die Beine.
"Willst du meinen Umhang?"
Das war wohl das Mindeste, was er für sie tun konnte.

So richtig wusste Faustus nicht, was er dazu noch sagen sollte.
"Es hat seinen Grund, dass man mich geschickt hat...", meinte er dann aber lediglich. DAss das aber eher der war, dass er entbehrlich war, musste der andere ja nicht wissen.


Sie taxierte ihn als erstes mit ihrem Blick. Nun gut, das war also der Mann, der ihr zukünftiger Gemahl sein sollte, wenn es nach der Hexe ging?
"Das hat sie", bestätigte sie. "Was wollt Ihr?"

"Oh, das wäre sehr nett", lächelte die junge Frau. "Ich bin nicht so ... stark..."
Sie zwinkerte.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Dez 03, 2014 6:35 pm

"Nun, wenn du schonmal hier bist, kannst du uns genauso gut helfen", meinte Zephyr. "Schließlich wäre der Patrizier sicher erfreut, wenn du noch für zusätzliches Chaos sorgen würdest. Denn weißt du, es wird bald eine große Schlacht hier stattfinden. Ob diese Bauern sie für sich entscheiden können, ist zweifelhaft, aber letztlich geht es für mich nur um eine Sache." Ein bedeutungsschweres Grinsen stahl sich auf seine Lippen. "Den Tod von Grim Helfort."

"Ihr könnt mir glauben, ich bin auch nicht allzu angetan davon, dass meine Mutter sich anmaßt, meine Gemahlin auszusuchen", meinte Robert und zog den Ring von Ircias Vater heraus. "Aber wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, kann ich mich genauso gut ans Zeremoniell halten und Euch einen Ring überreichen."

Wachmann Jochen schoss ein wenig Blut ins Gesicht, als die junge Dame ihn so anzwinkerte. Verlegen kratzte er sich an der Wange, kehrte dem Mädchen den Rücken zu und machte sich an der Kiste zu schaffen.
"Ein bisschen Muskelschmalz und das kriegen wir schon hin. Moment, das Ding klemmt ein wenig..."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Dez 14, 2014 9:07 pm

Schweigend nahm Jolanda den Umhang an, legte ihn sich um die Schultern, Fafnir dabei ein dankbares Lächeln schenkend. Er war in der Tat fest und dicht und half gegen die langsam aufsteigende Kühle. Und er roch nach Fafnir. Den schweren Stoff auf ihren Schultern zu fühlen, diese Gabe des Mannes, für den sie so innige Gefühle hegte, hätte dem Moment beinahe seine Magie zurück gegeben. Jedoch nur beinahe. Für heute war das, was sie erlebt hatten, wohl alles, was das Schicksal ihnen zugestand.
"Sollen wir wieder zurück nach Hartholm reiten?", fragte Jolanda mit leiser Stimme. Ein Hauch Melancholie lag daran, subtil aber doch vernehmbar. Wäre es nach ihr gegangen, der vergangene Augenblick hätte nie enden müssen.


"Wem würde sie nicht zu schaffen machen?", antwortete Oswin mit einer – freilich rhetorischen – Gegenfrage. Er gab sich Mühe, den Tonfall eines gütigen, väterlichen Freundes anzunehmen, den er jungen Leuten, die er mit Wohlwollen betrachtete, so gerne anschlug, doch seine Seelenqual aus den Worten zu verbannen war ein Ding der Unmöglichkeit.
"Etwas... jemand scheint sich gegen meine Familie verschworen zu haben. Da draußen ist ein unsichtbarer Feind, der mir Schlag um Schlag versetzt. Und ich kann ihn nicht sehen, bin wehrlos, hilflos ihm ausgeliefert. Ich möchte zuschlagen, mich wehren! Doch wie, ohne meine Familie, meine Kinder zu gefährden? Ich bin nur ein alter Krieger. Ich bin es gewohnt, Dinge direkt anzugehen. Aber wer auch immer es hier auf mich abgesehen hat: er weigert sich, nach meinen Regeln zu spielen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Dez 15, 2014 5:38 am

Als er den Satz realisiert hatte, hätte er am liebsten laut aufgeseufzt. Doch er behielt sich im Griff.
So schnell konnte man also zwischen die Fronten geraten.
Hatte er Grim zuvor das Leben gerettet, sollte er ihm dieses nun nehmen? Es wäre für ihn sicherlich etwas leichter als für andere, an ihn ranzukommen. Grim vertraute ihm. Doch letzten Endes war er dem Patrizier unterstellt und ob der es für schlau hielt, wenn er, als sein Gefolgsmann, Grim Helfort töten würde?
"Eine Bande von Söldnern konnte ihn nicht töten. Wie soll ich als einzelner Mann dies schaffen?", fragte er dann.


Erst wollte sie das Kleinod gar nicht erst annehmen. Als sie es aber musterte und den Ring ihres Vaters erkannte, griff sie danach und untersuchte es genauer. Ohne Zweifel.
Bange Angst schnürte ihr auf einmal die Luft ab. Sie liess sich nichts anmerken, doch ihr Puls beschleunigte sich sofort.
Hatten diese Barbaren nun ihren Vater getötet und nun kam dieser Mann um sie mit der Trophäe zu verspotten?!
Sie schloss die Hand fest um das Schmuckstück und hob den Blick wieder. Er war so kühl, er hätte problemlos töten können.
"Was habt Ihr mit meinem Vater gemacht?!", grollte sie.


"Ich habe Zeit", säuselte sie, während sie sich fragte, ob das der passende Moment war, ihm die Kehle durch zu schneiden. Sie griff zu dem Messer, das sie versteckt hatte.
Ein kurzer Schnitt und alles war vorbei für ihn.
Doch wenn sie das tat, war es für sie ebenso vorbei, wenn sie erwischt wurde. Und die Wahrscheinlichkeit war leider relativ gross.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Dez 16, 2014 6:52 pm

Isabella hörte den Schilderungen des Fürsten aufmerksam zu. Als er fertig war, sah sie einen Moment abwesend aus dem Fenster und gestattete sich ein kleines Lächeln.
"Nun", begann sie mit ruhiger Stimme, "wenn Ihr Eure Feinde nicht sehen könntet, mein Fürst, wäre es wohl das Beste, Eure Freunde um euch zu scharen. Wenn Gefährten einander den Rücken decken, kann keiner von ihnen von hinten erdolcht werden." Ironisch zog sie eine Braue hoch. Es klang so schrecklich einfach, aber sie wunderte sich, ob es das auch war. "In der Welt des Adels konzentriert man sich so sehr auf die Messer im Dunkeln, dass man die Menschen an seiner Seite gerne mal vergisst. Mein Vater behauptet aber auch, dass ein Fürst selten weiß, wer wirklich seine Freunde sind."

Robert zuckte kurz mit einem Augenwinkel, ansonsten verharrte seine Miene ungerührt. Die Intensität in Ircias Blick hatte etwas merkwürdig Faszinierendes. Selten wagte es jemand, lange den Augenkontakt mit ihm zu wahren.
Nachdenklich sah er zur Tür, bevor er langsam auf das Bett zu schritt beugte sich vor und wisperte.
"Euer Vater ist bei Graf Isenger von Silvastein. Er ist wohlauf und plant Eure Befreiung."

"Nur einen Moment", murmelte Wachmann Jochen, der immer noch keinen Verdacht schöpfte. Doch bevor ihm dies zum Verhängnis werden konnte, schloss sich auf einmal eine Hand um den Arm des Mädchens.
"Kleine Mädchen sollten nicht mit Messern spielen", knurrte der andere Wachmann.

"Eine Gruppe von Söldnern ist das falsche Mittel gegen Lord Grim", entgegnete Zephyr. "Schließlich fängt man einen Eber auch nicht mit einem Fischernetz. Grim erwartet einen offenen Kampf, womit er aber nicht rechnet ist Verrat. Eigentlich will er sein Schwert nicht gegen sein eignes Volk erheben, also müssen wir ihm den Eindruck vermitteln, das Ganze noch gewaltlos lösen zu können. Wir haben einen Jungen als Geisel genommen, dessen Familie mit Grim befreundet war. Wir schicken ihm die Geisel und bitten ihn mit uns zu verhandeln. Und sobald er unvorsichtig wird...kommst du ins Spiel."

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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Dez 29, 2014 4:10 pm

Es hatte etwas drolliges, wie dieses unschuldige junge Mädchen aufrichtig versuchte, ihm Ratschläge zu erteilen, ihm zu helfen. Und es zauberte Oswin zumindest ein halbes Lächeln auf seine Züge. Dennoch: hilfreich um ihn aus seiner Misere zu erlösen waren Isabellas Ratschläge freilich nicht. Sie war wenig mehr als ein naives Kind. Seine Freunde um sich zu scharen, was sollte das bringen? Seine Freunde – Männer wie ihren Vater – wusste Oswin ohnehin hinter sich. Ihrer Unterstützung konnte er sich gewiss sein. Aber sie nun zu sich zu rufen, sich mit einem schützenden Cordon von Vertrauten zu umgeben, das wäre ein Zeichen von Furcht. Ein Zeichen von Schwäche. Ein Zeichen, dass seine Feinde nur in ihrem Tun bestärken würde. Nein, hier galt es vielmehr, sich furchtlos, unerbittlich und stark zu zeigen. Einen Schlag zu tun, der jedem klar machte, dass er es noch immer war, der hier die Zügel in der Hand hielt. Oswin war noch nie ein Mann gewesen, der um die Gunst der Massen gebuhlt hatte. Wenn sie ihn nicht von sich aus liebten, dann sollten sie ihn fürchten.
"Diese Sache wird sich zum Guten wenden, dessen bin ich mir sicher", erklärte er mit rauher, kratziger Stimme, lockerte mit einem Finger den Kragen seines Wamses, der ihm mit einem mal beklemmend eng erschien. Er hatte Männer ausgesandt. Nach Hartholm, um von seiner Garde zu mobilisieren, was noch nicht unterwegs war. Nach Jenienburg, um Informationen zu sammeln, ungeachtet dessen, was der junge Robert Clawford tat. Zu anderen Gefolgsmännern, deren Schlagkraft er benötigen würde. "Es ist nur eine Frage der Zeit. Aber solange bleibt mir nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass nichts Unerwartetes geschieht."


Dared Melior hätte es nie zugegeben, aber das Lagerleben hatte ihn zermürbt. Nicht, dass er sich nicht immer noch für einen großen – ja, einen geborenen! – Kriegsmann hielt, aber für diesen Aspekt des Soldatenlebens, so hatte er erkennen müssen, war er schlichtweg nicht geschaffen. Er würde wohl eher ein herausragender Festungskommandant werden, der dem Feind trotz aussichtsloser Zahlen die Stirn bot. Oder aber ein Eroberer, der die Städte und Güter der Feinde im Handstreich nahm um sich dort dann einzuquartieren, anstatt wie ein gemeiner Mann auf offenem Feld zu schlafen, nur von einer dünnen Schicht Leinwand von den Widrigkeiten der Witterung geschützt.
Umso zufriedener war er nun jedoch, wie sein Lager angewachsen war. Fast vier Dutzend großer, solider, hölzerner Langhäuser, in denen es – solange Feuer in den Kaminen brannte – warum und trocken war und die Arbeiten an seiner Festung, einem Bollwerk aus massivem Stein, hatten nun auch schon begonnen. Zumindest die Erdarbeiten. Dared gab sich keinerlei Illusionen hin, was dieses Bauvorhaben betraf. Es würde Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis sie abgeschlossen sein würden. Aber in seinem beständig wachsenden Dorf ließ es sich solange gut leben. Es hatte Menschen angezogen. Menschen, die interessanter waren, als Soldaten und Goldschürfer. Barden. Geschichtenerzähler. Frauen. Menschen, die nur allzu gern bereit waren, mit dem Sohn des Patriziers um die eine oder andere Münze zu würfeln, mit ihm Karten zu spielen oder ihm anderweitig eine schöne Zeit zu bescheren. Er war nicht mehr auf die ehrgeizige, biestige Lucretia als Gesellschaft angewiesen. Bisweilen schätzte er ihre Anwesenheit dennoch. Schon allein, damit er sie im Auge behalten konnte. Er wollte besser nicht erleben, was sie aushecken mochte, solange sie unbeaufsichtigt war.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 02, 2015 1:35 pm

"Was sollte mich dazu veranlassen, das zu glauben?", fragte Ircia, wobei sie sich nicht die Mühe machte, zu verbergen, dass sie das Ganze hier alles andere als glaubwürdig fand.
"Wieso sollte er sich mit dem Sohn dieser Hexe zusammentun?"
Nein, an der Geschichte war doch etwas faul. Sicherlich war ihm bereits etwas zugestossen und Robert sollte sich nun ihr Vertrauen holen.

Erschrocken fuhr sie zusammen. Wo kam der denn her?!
Sie wusste gar nicht, was sie nun sagen sollte, stattdessen versuchte sie es mit dem unschuldigen Blick.
"Dürfen Mägde sich nicht mit Messern ausstatten?", fragte sie erstaunt.


"Verstehe..."
Der Junge von dem Grim gesprochen hatte.
"Nun denn. Worauf warten wir?", fragte er.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Jan 03, 2015 11:42 am

Isabella glaubte zwar nicht, dass Oswin ihren Vorschlag allzu ernst nahm, dennoch war sie etwas erleichtert, dass der Fürst ein wenig zerstreut wurde. Als sie ihn so betrachtete, schoss ihr trotzdem eine Frage durch den Kopf.
"Verzeiht, wenn ich vorlaut werde, mein Fürst", begann sie vorsichtig, "doch eine Frage kommt mir nicht aus dem Sinn. Seit ich denken kann, lag mein Vater mit den Clawfords im Zerwürfnis. Ihr kennt die beiden weit länger als ich. Geht ihre Auseinandersetzung weit zurück?"

Ein halbes Grinsen konnte sich Robert nicht verkneifen. Allerdings, warum sollte er? Wer Amalia van Silvaborg kannte, würde mit ihren Kindern nicht viel zu tun haben wollen. Doch das brachte Robert auf einen anderen Gedanken.
"Ihr wollt, einen Beweise, dass ich auf Eurer Seite stehe?", fragte er. "Den kann ich Euch geben. Folgt mir in den Westflügel, ich möchte Euch meinen Vater vorstellen."

"Vor allem sollten kleine Mägde wissen, wo ihr Platz ist", ertönte eine weibliche Stimme hinter dem Wachmann. Lucretia blickte mit amüsiertem Blick das kleine Ding an, das gerade versucht hatte, einem Wachmann die Kehle durchzuschneiden.
"Hier durch die Schatten schleichen ist eine Sache, aber dem armen Mann hier für eine Kohlenpfanne die Kehle durchschneiden? Klingt kaum nach einem lohnenden Geschäft." Sie nahm eine silberne Kette voll glitzernder Edelsteine hervor. "Ich schätze, das hier ist eher, wonach es dir gelüstet."

"Gar keine Angst, im Mittelpunkt des Geschehens zu sein?", fragte Zephyr grinsend. "Nun, keine Sorge, wenn die Tat vollbracht ist, helf ich dir raus. Fürstenmord ist schließlich ein schweres Vergehen und du sollst ja nicht in Schwierigkeiten geraten."
Er klatschte in die Hände.
"Nun denn, keine Zeit zu warten. Auf nach Talbeck, so schnell es geht."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Jan 06, 2015 4:53 pm

Ein Geräusch, irgendetwas zwischen einem Seufzen und einem Brummen, entrang sich Oswins Kehle. Nachdenklich kratzte er sich an seinem fleischigen Hals, wo die Stoppeln des in letzter Zeit ungepflegt wuchernden Barts unangenehm juckten. War es nicht merkwürdig, dass Isabella diese Frage ihm stellte, anstatt ihrem Vater? Konnte es sein, dass es Graf Tellan unangenehm war, dass seine Tochter sich zu sehr für politische Belange und die Fehden der Familien interessierte? Nein! Oswin wischte den Gedanken augenblicklich wieder beiseite. Der Zwist zwischen den Häusern Isenger und Clawford war kein Geheimnis. Nichts sprach dagegen, dass Isabella mehr darüber erfuhr.
"Mit manchen Nachbarn kommt man gut klar und manchen anderen eben weniger", antwortete er in einem Anflug von Galgenhumor, "Und der Grenzverlauf zwischen eurem Haus und den Clawfords war schon immer unklar. Mein seliger Vater hat zwar versucht, den Konflikt durch eine neue Festlegung zu beenden, aber ich fürchte, dass die Grafen auf beiden Seiten zu stur waren, um ihrem Fürsten hierin wirklich Folge zu leisten. Die Feindseligkeiten existieren schon seit Generationen und wir können froh sein, dass es seit den Tagen meines Vaters zumindest nicht mehr zu bewaffneten Auseinandersetzungen gekommen ist."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 09, 2015 8:54 pm

Isabella warf einen langen, abwesenden Blick aus dem Fenster, bevor sie sich wieder der Anwesenheit ihres Fürsten gewahr wurde.
"Verzeiht meine Direktheit, mein Lord", sprach sie mit ruhiger Stimme, "doch ich wollte die Geschichte auch einmal aus einer...unvoreingenommeren Position hören. Ich verstehe nicht viel von derlei Dingen, aber mein Vater..." Sie hielt einen Moment inne. "Ich liebe ihn über alle Maßen. Doch der Name Clawford konnte nie erwähnt werden, ohne dass wenigstens eine gehässige Bemerkung fiel. Aber angesichts der aktuellen Lage kann ich es ihm kaum verdenken."
Sie seufzte.
"Seit Graf Richard krank geworden ist, sind die Dinge schlimmer geworden. Lady Amalia liegt nicht viel an Ausgleich und mir konnte kaum entgehen, dass die Spannungen zwischen unseren Häusern sich wieder verschärft haben. Ein kranker Vater und eine ehrgeizige Mutter. Verzeiht meine Sentimentalität, doch ich komme nicht darum herum, etwas Mitgefühl für Lord Robert zu empfinden. Er hat schon damals nicht sehr glücklich darüber gewirkt."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Jan 09, 2015 10:32 pm

Hatte sie irgendeine Wahl?
Offensichtlich war Ircia nicht begeistert, doch sie folgte Robert, wenn auch mehr als bloss misstrauisch.
Das alles war eine einzige Intrige!


Sie schaute zu Lucretia. Ohje. Was sollte das denn?
Sie war sich nicht sicher, ob sie es noch leugnen sollte.
"Die ist in der Tat sehr hübsch...", meinte sie schliesslich.


Faustus schluckte leer. Oh man. Wo war er da hineingeraten?
Er sollte Grim töten? ER?
Was tat er hier eigentlich noch? Er sollte gehen und zu den Melior zurückkehren ... Und sich nicht derart in die politischen Geschehnisse hineinlehnen.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Jan 11, 2015 8:33 am

"Mit dem bedauerlichen Zustand seines Vaters sollte es Robert sein, der sich um die Belange der Grafschaft kümmert", antwortete Oswin streng und ließ dabei jede Spur des Mitgefühls, welches Isabella soeben zum Ausdruck gebracht hatte, vermissen, "Nach allem, was man aus Jenienburg hört, wird es nicht mehr lange dauern, bis er Graf ist. Er sollte diese Rolle bereits jetzt ausfüllen, anstatt seine herrschsüchtigen Mutter gewähren zu lassen. Ich glaube nicht, dass er ein schlechter Mensch ist, aber wenn er ein guter Graf werden möchte, dann muss er noch einiges an Willensstärke zulegen."

"Mit Verlaub, meine Herrin", wagte es jener Wachmann, der die Möchtegern-Mörderin noch immer am Arm hielt, sich an Lucretia zu wenden, "Diese Frau hat versucht, Jochen hier zu ermorden. Wir sollten sie unverzüglich zu Lord Dared bringen, damit er über sie richten kann." Die Worte machten offenkundig, dass der Mann bei allem Pflichtgefühl und aller Gewissenhaftigkeit, die er besitzen mochte, nicht eben der Hellste war. Sonst hätte er sich kaum in die Angelegenheiten der Nichte des Patriziers gemischt, zumal er nicht den geringsten Schimmer hatte, wie diese aussehen mochten.
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