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 [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen

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Grim

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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Nov 17, 2013 3:10 pm

"Ich meine deinen Worten entnehmen zu können, dass du für diesen 'jemand' eine Frau im Sinn hast. Jung. Attraktiv. Jemand, dessen Präsenz den Gegner gleichzeitig verwirrt und ablenkt, aber auch gewogen macht", sinnierte Dared. Worauf Lucretia anspielte war ihm selbstverständlich bewusst, aber er genoß es, das Offensichtliche nicht auszusprechen. Es war ein Spiel. "Selbstverständlich müsste eine solche Person von hoher Geburt sein um die fürstlichen Abgesandten nicht zu brüskieren und mit hinreichender Autorität auftreten zu können. Am besten eine Anverwandte des Patriziers oder eine Frau aus seinem Haushalt. Nur wer?" So widerstrebend er dabei auch wirken mochte, er konnte sich dem Reiz von Lucretias Vorschlag nicht entziehen. Sie dabei zu haben hätte ohne Zweifel seine angenehmen Seiten. Dared genoß die Gesellschaft seiner Cousine. Sie war intelligent, redegewandt und obendrein hübsch anzusehen. Und eine Gefahr für seine eigenen Pläne stellte sie nicht dar. Er hatte von seinem Vater den Oberbefehl über die Unternehmung erhalten und gerade in militärischen Belangen würde niemand Lucretia als eine Frau ernst nehmen. Und selbst wenn sie Verhandlungen leiten sollte, so würde sie das auf seine Anordnung hin und unter seiner Beobachtung tun. Die Verantwortung blieb bei ihm. Sein Prestige würde ihre Anwesenheit nicht schmälern. Ja, er konnte sich durchaus mit dem Gedanken anfreunden, sie dabei zu haben. Was ihm dabei jedoch unklar war, war ihre eigene Motivation.


"Fafnir hat andere Stärken", schaltete Jolanda sich nun doch in das Gespräch der Helforts ein, bemüht, deren Cousin in dessen Abwesenheit zu verteidigen. Sie empfand es als nicht gerecht, wie die beiden über ihn her zogen. "Und wir leben in einer Zeit, in der ein Anführer nicht mehr zwingend ein herausragender Kämpfer sein muss, der von der Front aus führt. Fafnirs Talente sind ebenso wertvoll wie die euren." Abrupt hielt sie inne. Der letzte Satz war ihr einfach so heraus gerutscht, aber war unbedacht gesprochen. Grim mochte ihn als beleidigend auffassen, dabei war das überhaupt nicht in ihrer Absicht gelegen. "Verzeiht", schob sie rasch hinterher und wendete verschämt den Blick ab, hoffend, dass der Fürstensohn ihr ihre Worte nicht übel nahm.
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Kjani
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Nov 17, 2013 4:48 pm

Ircia war im ersten Augenblick ziemlich überrascht, dass Jolanda überhaupt den Mund aufgekriegt hat. Und dann auch noch solche Worte.
"Ach, wir meinen es ja nicht böse", meinte sie dann lächelnd zu ihr. "Er ist halt einfach so … anders als wir. Er würde am liebsten den ganzen Tag in der Bibliothek sitzen und seine Nase in alte staubige Bücher stecken. Ist ja auch nicht verwerflich, doch so lernt man das Leben auch nicht kennen. Er ist einfach das Gegenteil von Grim."
Sie seufzte.
"Es täte ihm gut, es wenigstens zu versuchen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Nov 17, 2013 4:59 pm

"Hmmm, eine schwierige Frage", spielte Lucretia das Spiel mit und setzte eine nachdenkliche Miene auf. "Eine Frau die mit dem Patrizier bekannt ist..."
Sie überschlug die Beine. Solche Spiele waren durchaus amüsant, und es würde ihr ohnehin mehr gefallen, wenn er sie fragen würde statt umgekehrt. Der Mann sollte immer den Anfang machen.
"Du könntest unsere Cousine Moira fragen, doch ich fürchte, sie versteht nicht allzu viel von politischen Querelen. Zudem ist es eine Weile her, dass sie das letzte Mal beim Patrizier vorgesprochen hat. Ich bin mir nicht sicher, dass unser Onkel ihre Anwesenheit bei der Unternehmung schätzen würde."

Grim zog überrascht die Brauen hoch, als Jolanda auf einmal derart leidenschaftlich ihre Stimm erhob. Er musterte sie kurz interessiert, dann lächelte er.
"Du solltest nicht um Verzeihung bitten, wenn du für etwas eintrittst, woran du glaubst, Jolanda", lachte er. "Im Gegenteil ich schätze es, wenn jemand frei seine Meinung äußert. Ich finde, du solltest öfter so freiherzig sein. Es zeugt von Charakterstärke."
Nachdenklich blickte er gen Himmel und zog leicht die Brauen zusammen.
"Vielleicht hast du sogar recht", wandte er ein, "doch ich und Fafnir sind einfach zwei Seiten einer Medaille. Er kommt mit meiner Art nicht zurecht und ich nicht mit seiner. Manche Leute passen einfach nicht gut zueinander."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Nov 17, 2013 10:24 pm

"Ich finde, ihr ergänzt euch sehr gut, Fafnir und Ihr, Grim", wagte Jolanda dagegen zu halten und die Röte auf ihren Wangen rührte nicht allein von der morgendlichen Kühle. Inzwischen hatten sich jedoch in diskretem Abstand eine ganze Menge anderer Reiter angesammelt. Die Männer der Garde, die Fürst Oswin für Ircia und sie als Eskorte abgestellt hatte und Grims Gefolge, das mit ihm in den Südwesten reiten würde. Die Männer wirkten allesamt abmarschbereit, ihre Pferde aufgezäumt und beladen. Sie warteten nur noch auf Order.
"Nun, sollen wir uns dann auf den Weg machen", schlug Jolanda vor, "Ihr habt schließlich einen weiten Weg vor euch, Grim. Und euer Vater wird keine Verzögerungen gut heißen."


"Die Frage ist doch vielmehr, ob der Patrizier es schätzen würde, deine Abwesenheit von seinem Hof hinnehmen zu müssen", entschied Dared sich, das Spiel zu beenden, "Nun einmal ehrlich: Cousinchen. Dir werden eine Menge Annehmlichkeiten entgehen, wenn du mich begleitest. Leben in einem zugigen Feldlager und nur die lüsternen Blicke all der Männer, die ihre Frauen hier in der Stadt zurück gelassen haben, um dich zu wärmen. Was versprichst du dir davon?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Nov 18, 2013 9:10 pm

Ircia nickte leicht und liess ihr Pferd im Schritt antreten.
"Naja, ist doch schön, wenn du Fafnir magst", lächelte sie Jolanda an. "Ich glaube, er mag dich auch, du solltest dich öfters mit ihm unterhalten", schlug sie vor.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Nov 21, 2013 7:36 pm

Grim entschied sich, sich vorerst aus dem Gespräch rauszuhalten. Er und Fafnir waren sich zwar nicht immer ganz grün, aber wenn Jolanda und er etwas füreinander empfanden, wer war er etwas dagegen zu sagen? Streng genommen ging ihn das auch nicht wirklich etwas an. Die Leute konnten ihn vor ungehobelt halten, wie sie wollten, aber er erkannte eine Herzensangelegenheit, wenn er eine sah.
So ritt er an der Spitze des Zuges, während dieser von Hartholm hinab ind Tal ritt. Die steilen Spitzen des Vorgebirges schoben sich langsam beiseite und gaben Ausblick auf die weiten Ebenen der Nordermark. Das Land der Helforts. Grim genoss den Ausblick auf das Land, dessen weite Wiesen hier und da von Bächen durchzogen wurde, jedes Mal aufs Neue. Wäre es nicht um ein paar befestigte Städte gewesen, hätte man glauben können, das Land wäre von Menschenhand unberührt geblieben. Ein wildes, ungezähmtes aber schönes Land. Er konnte sich keinen schöneren Ort vorstellen.

"Meinst du nicht, Onkel Lucius wäre eher erbost auf mich, wenn ich die ganze Zeit nur im Palast herumsitze?", entgegnete sie. "Tatendrang ist die größte Tugend eines jeden Unternehmers, das hast du doch nicht vergessen, Cousin. Und lüsterne Blicke muss eine Frau von Welt gewohnt sein, so etwas gibt es überall egal ob man unter Bauern Handwerkern oder den höchsten Adligen ist. Aber wie sonst soll man sich denn der Tatsache versichern, dass man begehrenswert ist?"
Sie stützte sich mit dem Ellbogen auf dem Tisch ab und setzte ihren Kopf auf die Hand, während sie zu Dared hinüberschaute.
"Aber höre ich da etwa eine Spur Misstrauen? Ist dir nicht der Gedanke gekommen, ich könnte dir einfach bei deinem Vorhaben etwas unter die Arme greifen wollen? Schließlich muss man in einer Familie doch zusammenhalten."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Nov 23, 2013 10:13 am

Es ging auf Mittag zu als schließlich der Zeitpunkt des Abschieds kam. Die Straße teilte sich an einer Kreuzung in zwei Wege auf, einer nach Nordwesten, zurück ins Umland der Stadt, der andere nach Süden, fort von ihr. Grim würde den südlichen Weg nehmen müssen, die beiden jungen Frauen hingegen mussten sich hier wieder in Richtung des heimatlichen Hofes wenden, wollten sie noch bei Tageslicht wieder dort ankommen. Ohne, dass ein Kommando nötig gewesen wäre, zügelte die ganze Gesellschaft ihre Pferde, ließ sie langsamer traben und brachte sie schließlich mittig auf der Kreuzung zum Stehen. Ein Moment der unangenehmen Stille entstand, in der unklar schien, wer den ersten Schritt tun sollte.
"Nun...", begann Jolanda schließlich, gleichzeitig jedoch ihr Pferd einen Schritt zurück tänzeln lassend um Ircia die Möglichkeit zu geben, ihrem Bruder als Erste Lebewohl zu sagen.

Ein diabolisches Grinsen schlich sich auf Dareds Züge. Er glaubte nicht im Traum daran, dass diese vorgeschobene Herzensgüte und Hilfsbereitschaft die tatsächlichen Gründe hinter Lucretias Wunsch, ihn zu begleiten, waren. Aber bitte: sollte sie doch ruhig! Wenn sie ihre Gründe für sich behalten wollte, dann machte das für ihn keinen nennenswerten Unterschied.
"Wenn du das alles unbedingt auf dich nehmen willst, gut", lachte er auf, "Dann bin ich der Letzte, der dich daran hindern wird." Er erhob sich von seinem Stuhl. "Ich werde zusehen, dass ich bis in zwei Tagen aufbreche. Ich lasse dir bescheid geben. Aber jetzt muss ich mich leider von dir verabschieden. Es gibt viel zu tun. Wir sehen uns in zwei Tagen, liebes Cousinchen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Nov 23, 2013 10:00 pm

Bis hierher hatte Ircia den Ritt genossen. Bis hierher hatte sie sich mit ihrem Bruder unterhalten können. Doch nun war der Abschied angesagt.
Seufzend beugte sie sich zu ihrem Bruder hinüber und küsste ihn auf die Wange.
"Machs gut und komm bald wieder heim", lächelte sie.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Nov 24, 2013 6:29 pm

Grim antwortete darauf mit einem seinerseits etwas wehmütigen Lächeln. Vorsichtig umschloss er die Hand seiner Schwester mit der eigenen.
"Ich verspreche dir, wenn ich wieder zurück bin, gehen wir nochmal auf die Jagd. Keine Wachen, keine Aufpasser, nur wir zwei und die Wildnis."
Er wandte den Kopf zu Jolanda und nickte auch ihr zu.
"Und du Jolanda, pass gut auf dich auf. Nimm dir ein Beispiel an Ircia, ich bin sicher, du kannst noch einiges von ihr lernen. Und", ein wohlwollendes Grinsen kam über sein Gesicht, "steh weiter so treu zu jenen die dir nahe stehen, dann wird noch eine richtige Dame aus dir!"

"Ich kann es kaum erwarten", erwiderte Lucretia mit einem ihrerseits durchtriebenen Lächeln. Dared würde Fehler machen, daran bestand kein Zweifel. Er wusste einfach nicht worauf er sich einließ. Auf kurz oder lang würde er ihre Hilfe brauchen. Und daraus würde sie ihren Nutzen schlagen. Und sollte er scheitern, würde sie retten, was noch zu retten war, Onkel Lucius würde Stolz auf sie sein. So oder so, Dared konnte ihr nur vonnutzen sein.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Nov 28, 2013 9:51 pm

Der Ritt an den Fluß hatte sie vier Tage gekostet. Vier Tage im Sattel. Vier Tage über marode, ungepflasterte Straßen und schlussendlich querfeldein. Vier Tage Wind und Wetter ausgesetzt und zwei Nächte im Freien mit nichts als einer dünnen Decke zwischen sich und dem Boden. Aber nun waren sie an ihrem Ziel. Unter ihnen, dort im Tal, ergoss sich zäh und träge in seinem breiten Bett liegend, der mächtige Skallien.
Für Dared, der ein Leben lang wohlbehütet und ohne materielle Sorgen aufgewachsen war, war es eine völlig neue Erfahrung gewesen. Eine harte Erfahrung, voller Entbehrungen. Und doch nicht... unbefriedigend. Er war ein harter Mann! Er würde sich durch derartige Unannehmlichkeiten nicht klein kriegen lassen. Und er würde garantiert nicht sein Gesicht vor diesen harten Männern verlieren, die mit ihm geritten waren, die er sich aus der Garde seines Vaters persönlich ausgesucht hatte, jeder von ihnen ein erprobter Veteran. Sie waren dieses Leben gewohnt. Und Dared war entschlossen, es mit ihnen zu teilen. Ihnen zu zeigen, dass er nicht weniger ein Mann war als sie. Und er war entschlossen, es zu genießen. Der Duft des Abenteuers lag in der Luft, auch wenn er im Moment verdächtig nach Pferden und dem strengen Geruch ungewaschener Menschen roch.
"Wir errichten ein Feldlager dort oben auf dem Hügel", entschied er und wies aus dem Sattel auf eine Kuppe, die sich ein Stück vom Fluss entfernt erhob, "Wenn die Arbeiter aufgeschlossen haben befestigen wir die Stellung um einen Angriff abschütteln zu können, falls die Helforts so dumm sein sollten. Wir werden ein komplettes Dorf aus dem Boden stampfen müssen, aber das ist alles eine Frage der Zeit. Zuerst einmal wird es reichen, wenn wir die kommenden Nächte halbwegs warm und trocken verbringen können..."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Dez 02, 2013 10:09 pm

Lucretia klopfte sich den Staub von der Kleidung, während sie ihren Blick über die Landschaft schweifen ließ. Doch man merkte ihr nichts von irgendwelcher Erschöpfung an. Was immer hier geschehen würde, es würde einen Lauf von Ereignissen auslösen, dessen war sie sich sicher. Uns sie wollte verdammt sein, wenn sie daraus keine Vorteile ziehen konnte.
Nachdenklich ließ sie den Blick über das Gewässer schweifen.
"Der Fluss scheint an dieser Stelle recht tief zu sein", stellte sie fest. "Allzu weit werden die Helforts nicht kommen, wenn sie keine Boote mitbringen. Jedenfalls nicht, ohne dass wir es bemerken."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Dez 16, 2013 9:14 pm

Die heisse Gerstensuppe war nach den letzten Strapazen eine regelrechte Wohltat. Sie war in ein ausgehöhltes halbes Brot eingefüllt und füllte Faustus' Magen mit Wärme und einem schmeichelhaften Sättigungsgefühl. Seine Haare waren noch nass vom Regen, der gewütet hatte, als er das Gasthaus aufgesucht und sein Pferd in den Stall gebracht hatte.
Nun sass er ganz in der Nähe des prasselnden Feuers, das die Stube wärmte und ass die Suppe, während er den Gesprächen der Leute lauschte. Man konnte viele wichtige Dinge erfahren, in dem man einfach nur in einer Gaststube sass und zuhörte. Die Menschen fühlten sich wohl, tranken Bier und in manchen Fällen sogar sauren Wein. Sie redeten und redeten und bemerkten nicht, wenn sie Dinge ausplauderten, die andere Leute interessieren könnten.
Da die Bauernaufstände in der Nordermark gerade sehr aktuell waren, konnte Faustus auch schnell feststellen, dass diese doch durchaus für Gesprächsstoff sorgten. Er würde sich heute zumindest nicht mehr die Finger krumm machen müssen, um an Informationen zu gelangen.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Dez 17, 2013 4:46 pm

"Das täuscht, Cousinchen", erwiderte Dared, "Nach den Regenfällen der letzten Tage führt er vielleicht mehr Wasser als gewöhnlich, aber normalerweise ist der Fluss hier nicht mehr als knietief. Wie sollten die Männer sonst Gold darin waschen? Nein, die Gefahr ist real. Aber bis die Helforts uns hier bemerken sitzen wir hinter festen Mauern aus Stein und dann sollen sie sich nur daran die Köpfe einrennen. Du wirst schon sehen. Sobald die Arbeiter nach gekommen sind werde ich hier eine Festung errichten, die Stoff für Legenden bietet!"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Dez 17, 2013 11:24 pm

Lucretia blickte mit hochgezogenen Brauen zu Dared.
"Sieh an, mein lieber Cousin hat sich wohl über die Region schlau gemacht", bemerkte sie anerkennend. "Überaus vorausschauend."
Sie ließ ihren Blick über den Skallien schweifend.
"Doch Befestigungen aus Stein zu errichten braucht Zeit", überlegte sie. "Und es dauert wahrscheinlich nicht lange, bis die Helforts unsere Aktionen hier bemerken. Die Arbeiter werden schnell bauen müssen. Vielleicht können wir den Fluss aber auch zu unserem Vorteil nutzen."

Während Faustus seine Suppe aß, öffnete sich die Tür und ein aufgeregter Stalljunge stürmte auf die Theke zu. Der Wirt legte verwirrt die Stirn in Falten, als der Knabe ihm etwas ins Ohr flüsterte. Kurz darauf erhellte sich sein Gesicht und seine Augen weiteten sich.
"Lasst sie rein, aber fix!", wies er den Knaben an und rief daraufhin den Mägden Anweisungen zu, von ihrem besten Tropfen zu holen und gutes Essen bereitzustellen.
Kurz darauf zeigte sich der Grund für diesen Aufruhr. Die Tür öffnete sich und eine Schar bewaffneter Soldaten trat in die Taverne. Zwei von ihnen flankierten die Tür, woraufhin kurz darauf ein Riese schritt, mit einem dichten schwarzen Bart und der Gestalt eines Bären.
Der Wirt trat hervor und verbeugte sich tief.
"Willkommen in unserem bescheidenen Gasthaus, mein Lord", begrüßte dieser den Neuankömmling. "Dass der Sohn unseres Fürsten unsere Stätte besucht, schmeichelt uns zutiefst."
Der Riese, der inzwischen die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, lächelte breit und lachte kurz auf.
"Aber, aber, nur keine falsche Scheu", gab Grim grinsend von sich. "Wie wären Euch lediglich dankbar, wenn Ihr mir und ein paar meiner Männern Unterkunft bieten könnt. Wenn Ihr nicht alle unterbringen könnt, so bitte ich Euch, die anderen vor Eurem Hof kampieren zu lassen und ihnen Nahrung zur Verfügung stellt. Und wir könnten alle einen Schluck Bier vertragen."
"Natürlich, Milord", meinte der Wirt und gab seinen Kellnern und Mägden Anweisungen, die Soldaten zu versorgen, die nun beinahe jeden freien Platz der Taverne besetzen.
"Man störe sich nicht", wandte Grim sich freundlich an den Rest der aktuellen Insassen. "Und wenn ich's mir recht überlege...Wirt, schenkt Euren besten Tropfen an all Eure Gäste aus, das Bier geht heute Abend auf den Fürsten der Nordermark."
Der Wirt machte große Augen, als Grim einige Goldmünzen auf den Tisch fallen ließ. Kurz darauf waren die Mägde schwer beschäftigt, Bier an sämtliche Besucher auszuschenken.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Dez 18, 2013 6:34 am

Beinahe, wirklich beinahe hatte Faustus sich an seiner Suppe verschluckt. Wenn Patrizier Melior ihm in den letzten zwei Jahren etwas in den Schädel gehämmert hatte, dann waren es die Namen der umliegenden Häusern und deren Söhne und Töchter gewesen.
Und nun stand er Grim Helfort von der Nordermark gegenüber. Faustus musterte ihn eingehend. Bisher hatte er viel über den Mann gehört, ihn jedoch nie gesehen. Doch es war wahr, was man von ihm gehört hatte. Gross, breit, bärtig aber immer mit einem verschmitzten Lächeln, trat der Sohn des Fürsten auf.
Eigentlich musste er die Gelegenheit beim Schopfe packen und sich mit dem Mann anfreunden. Hier würde heute Nacht eine Menge Alkohol fliessen, das war klar. Doch als er sich anschaute und sein schwieligen Hände betrachtete und dann an das edle Pferd im Stall dachte, hätte er sich selbst ohrfeigen können. Sollte sein Plan aufgehen und er würde mit dem sohn des Fürsten weiterziehen, musste er wohl oder übel eines der weniger vollblütigen Pferde im Stall stehlen. Oder würde man keine Fragen stellen? Egal.
Er ass sein Brot zuende, löffelte den Rest der Suppe. Er musste mit Grim in Kontakt treten. Melior würde es ihm nicht verzeihen, wenn er diese Gelegenheit nicht wahrnahm.
Als er fertig gegessen hatte, nahm er den Bierhumpen, der ihm hingestellt worden war und schritt so langsam zum lärmigen Tisch des Fürstensohnes.
"Mein Lord", lächelte Faustus und verbeugte sich. "Ich danke für Eure offenherzige Art und wollte fragen, ob ich mich vielleicht zu den Herren setzen dürfte. Ich bin Geschichtenerzähler und wer sonst, wenn nicht der Sohn des Fürsten, hat gute Geschichten für mich?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Dez 20, 2013 10:55 pm

Fürst Oswin liebte seinen Sohn. Er liebte ihn, wie nur ein Vater seinen Sohn lieben kann. Er war stolz auf ihn. Grim war alles, was ein Vater sich wünschen konnte. Ein großer, kräftiger Sohn, ein geborener Krieger, gleichzeitig von edlem Charakter, beliebt bei hohen Herrn und dem gemeinen Volk gleichermaßen. Doch in jenen letzten Tagen, in denen Grim fort war und Fafnir dessen Platz an des Fürsten Seite eingenommen hatte, hatte er sich bisweilen gewünscht, sein Sohn hätte etwas mehr von seinem Cousin, von dem er so grundverschieden war. Fafnir war ein bemerkenswerter Junge. Kein Krieger, ohne Frage, aber von messerscharfem Verstand, schneller Auffassungsgabe, klugt, gebildet und vor allem an so vielem interessiert, dem auch die Leidenschaft des Fürsten galt. Es bereitete Oswin Freude, mit seinem Neffen durch die Stadt zu reiten, zu begutachten wie die großen Baustellen in die Höhe wuchsen, wie das Volk gedieh und die Wirtschaft prosperierte. Grim, so hatte er bisweilen das Gefühl gehabt, fehlte das Gespür für diese kleinen Dinge, die doch für einen Fürsten so wichtig waren. Aber Fafnir, Fafnir war ein ganz anderer Typ.
An diesem Nachmittag hatte der Fürst seinen Neffen mit hinunter zum Fluss genommen. "Wir werden das hier alles in Stein fassen lassen!", erklärte er aus dem Sattel, mit seinen kurzen, breiten Fingern das gesamte Ufer entlang deutend, wo der Fluss sich träge in seinem natürlichen Bett durch die Unterstadt wand, "Wir heben das Bett der guten alten Silva weiter aus, befrieden sie, von hier... bis hier..." Seine Hand fuhr vom Ufer ein Stück den Hang hinauf, an dem sich kleine, windschiefe Hütten drängten, "Wenn das Becken erst einmal weit und tief genug ist lassen wir Piers errichten, Lagerhallen, Kontore. Schiffe aus dem Süden werden nicht mehr in Jenienburg ihre Ladung löschen müssen, sondern können über den oberen Silvearm bis direkt nach Hartholm fahren. Ich mache diese Stadt zu einer Handelsstadt! Wir werden weiter wachsen, noch größer, noch schöner, Fafnir! Es wird Jahre dauern, sicher... vielleicht erlebe ich es nicht mehr. Aber ihr, du und Grim, ihr werdet das alles einmal vor euch liegen sehen und die Früchte meiner Pläne ernten können..."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Dez 21, 2013 12:05 pm

In erster Linie war Fafnir dankbar. Seit Grim fort war und nun er die Ehre hatte, sich mehr mit den Plänen des Fürsten auseinander zu setzen, war er regelrecht aufgeblüht. Niemand war da, der ihn dazu nötigte, sich wie ein Barbar aufzuführen. Im Gegenteil. Er hatte nicht ein einziges Schwert anfassen müssen - abgesehen jenes, das er an seinem Sattel befestigt hatte, um wenigstens bewaffnet zu sein.
Zu Pferd hatten sie sich im gemässigten Tempo vorwärts bewegt. Ein Tempo, bei dem man noch immer angeregt miteinander diskutieren konnte. Nicht ein rasantes Jagdtempo, bei dem man fürchten konnte, dass das Pferd stolperte und beim FAll unter sich begrub.
Fafnirs Blick schweifte über das Flussbett. Sein Gesicht zierte ein leichtes Lächeln. Vor seinem inneren Auge sah er ganz genau, was sein Onkel anstrebte.
"Gefällt mir. Dann wird sie auch mehr Platz für das Schmelzwasser haben." Es war bekannt, dass Silva im Frühling über die Ufer trat.


Lothar Melior trennte sich nur ungern von Frau und Tochter. Jedes Mal war es ein zärtlicher Abschied, mit dem Versprechen, dass er bald zurückkehren würde. Doch ebenso ungern, wie er sich von ihnen trennte, so ungern schrieb er lediglich Briefe an seinen Vater. Es war jeweils bedeutend interessanter, sich mit ihm Angesicht zu Angesicht zu unterhalten.
Die Reise nach Merrisholt gestaltete sich, abgesehen vom Regen, als relativ angenehm. Es war friedlich, beinahe langweilig und so erreichte der ältere Bruder von Dared ihren gemeinsamen Vater drei Tage, nachdem Dared aufgebrochen war.
Trotz seiner nicht gerade imponierenden Grösse, war Lothar ein Mann, der autoritär durch die Flure marschierte. Sein Vater wusste, dass er kommen würde und würde ihn sicherlich auch empfangen. Wie erwartet fand er Lucius bei Tisch. Lothar lächelte. Essen war immer sehr exzellent, um sich dabei zu unterhalten.
"Verehrter Vater!", begrüsste er das Oberhaupt der Melior und trat zu ihm.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Dez 23, 2013 8:47 pm

Grim zog überrascht eine Braue hoch, als der Mann sich ihrem Tisch näherte. Einige seiner Männer beäugten ihn misstrauisch und einer hatte bereits eine Hand am Knauf seines Schwerts.
"Mach dass du fortkommst", knurrte er, "hier gibt es keinen Platz für-"
"Gemach, Leutnant", Grim ihn mit ruhiger Miene und musterte den Neuankömmling eingehend von oben bis unten. "Verzeiht, mein Freund, er ist noch recht angespannt von der Reise. Gerne würde ich Geschichten von euch hören. Doch ziehe ich es vor, die Menschen beim Namen zu kennen, bevor ich mit ihnen trinke. So sagt mir, wie ist Euer Name?"
Wenn der Mann wirklich ein "Geschichtenerzähler" war, würde Grim aus ihm sicher einige Informationen herauslocken können. Er musste herausfinden, was hinter diesen Unruhen steckte.

Lucius blickte von seinem Essen auf und blickte interessiert zu seinem Sohn herauf.
"Ah, Lothar, willkommen in Merrisholt", begrüßte er ihn. "Bitte, nimm Platz."
Während Lothar sich zu Tisch begab musterte Lucius ihn eingehend. Sein Gesicht war zwar immer noch von harten Linien umrahmt und weit von dem entfernt, was ein normaler Mensch als freundlich bezeichnen würde, doch wer den Patrizier besser kannte, der konnte ein gewisses Wohlwollen in seinem Blick erkennen.
Im Gegensatz zu Dared, der regelmäßig sein hart erarbeitetes Geld verschleudert hatte, hatte er mit Lothar nie Probleme gehabt. Er hatte sich der Tradition des Hauses nach zu einem fähigen Händler entwickelt, und machte mit seinen Büchsen ein gute Geschöpf. Seine Leidenschaft für gutes Essen, machte sich zwar durchaus bemerkbar in dem, was Lucius ein "Wohlstandsbäuchlein" nannte, doch ging dieses noch nicht so weit, dass man sich deswegen hätte schämen müssen. Lucius sag es eher als ein Zeichen des Erfolgs seines Sohnes und hatte bei dem Wissen um seine Ankunft die Köche angewiesen, einige seiner Lieblingsspeisen bereitzustellen.
"Hattest du eine angenehme Reise? Wie geht es der Familie? Wächst meine kleine Enekeltochter denn auch gut?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Dez 23, 2013 9:30 pm

Ein flüchtiges Lächeln zog über Faustus' Lippen. Er war froh, war der Fürstensohn ruhiger und zuvorkommender als die Männer seiner Truppe.
"Mein Name ist Alister von Grünewald", erklärte er. "Und es ist mir eine Ehre, dem Sohn des Fürsten persönlich begegnen zu dürfen."


Lothar setzte sich und begann sogleich zu essen. "Die Reise war ruhig. Fast zu ruhig. Aber wir kamen trotz des Regens gut vorwärts." Ein leichtes Lächeln zierte seine Lippen. Gutes Essen war einfach immer gut die für die Laune. Er liess sich Wein einschenken und hob den Krug dann seinem Vater entgegen.
"Deine Enkeltochter wächst und gedeiht. Sie wird mit jedem Tag hübscher. Und auch meiner Frau geht es gut. Sie ist bisweilen öfters erschöpft und sie schläft viel. Aber das ist nunmal das, was schwangere Weiber tun, wenn sie der Niederkunft nahe stehen. Erzähl mir, was hier von statten geht. Wo ist mein Bruder? Hurt er sich durch die Stadt?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Dez 23, 2013 9:52 pm

"Aye", pflichtete der Fürst seinem Neffen bei, "Wenn die Ufer der alten Dame erst einmal befestigt sind wird sie keine andere Wahl mehr haben, als brav in ihrem Bett zu bleiben und uns mit ihren Launen zu verschonen. Kein Unrat mehr, den sie in unsere schönen Straßen spült, keine vollgelaufenen Keller mehr, die unseren fleissigen Händlern das Geschäft verderben. Aber uns steht noch viel Arbeit bevor, bis es soweit ist. Eine Aufgabe, mit der ein Baumeister sich ein Denkmal setzen kann. Und ich spiele mit dem Gedanken, dich, Fafnir, zu diesem Baumeister zu ernennen. Du bist ein intelligenter Junge. Und es wird Zeit, dass du mehr zu tun bekommst als meinem Sohn als Jagdgefährte zu dienen. Ich kann es mir nicht leisten, dein Talent zu vergeuden. Das Haus Helfort hat Männer schon immer an ihren Taten gemessen, nicht an ihrem Namen allein. Was sagst du dazu?"


"Die Helforts haben andere Probleme als das hier", winkte Dared gelangweilt ab, "Diese Bauernaufstände halten sie vollauf beschäftigt. Und wir sind abgelegen hier, so weit im Norden. Solange keine Schwärme toter Fische mit dem Bauch nach oben den Skallien hinunter treiben werden sie kaum Späher hier hinauf schicken. Und selbst wenn sie mich bemerken sollten: sie haben keine Ressourcen, mich aufzuhalten. Sie müssten ihr Landvolk zurück unter die Knute treiben. Vielleicht sollten wir diesem Pöbel ein wenig Hilfe zukommen lassen, damit die Helforts länger ihren Ärger mit ihnen haben..."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Dez 24, 2013 12:24 pm

Grim lächelte und wies ihn an, sich zu setzen.
"Grünewald", wiederholte er und ließ den Namen auf seiner Zunge zergehen. "Das Städtchen liegt nördlich von hier, in der Nähe von Arfenheim, nicht wahr? Ist eine Weile her, dass ich das letzte Mal dort war. Sagt, was treibt Euch in diesen Tagen in den Süden?"

Lucretia zog eine Braue hoch. Ehrlich gesagt, hatte sie solch eine antwort von Dared erwartet. Er war in der Tat ein unvorsichtiger Narr.
"Was das angeht, solltest du dir wenige Sorgen machen, mein lieber Vetter", entgegnete sie. "Onkel Lucius wäre nicht Patrizier von Merrisholt, wenn er nicht schon Schritte in die Wege geleitet hätte. Was glaubst du, warum er seinen Schoßhund gen Süden gesandt hat?"
Erneut betrachtete sie den Fluss.
"Auch wenn er nicht sehr tief ist, wird er ihr Vorkommen sicher verlangsamen", überlegte sie. "Doch vielleicht könnte man diesen Effekt noch verstärken. Barrikaden am Fluss würden ihnenbereits erhebliche Schwierigkeiten bereiten."

"Gut zu hören, dass sie wächst, ich sollte bei Gelegenheit in Hag am See vorbeischauen", schlug er vor, auch wenn er sich selbst nicht im Klaren war, wann er dafür Zeit hätte. Die Verwaltung Ornenbergs nahm viel Zeit in Anspruch, gerade in der jetzigen Situation.
"Man mag es kaum glauben, aber nein, dein Bruder ist tatsächlich ausnahmsweise mal nicht mit Lotterweibern beschäftigt", gab Lucius mit einer merkwürdigen Mischung aus einem Beinahe-Lächeln und gerümpfter Nase. "Tatsächlich scheint er sogar die nötige Motivation zum Arbeiten gefunden zu haben. In der Tat sind er und Lecretia vor einigen Tagen zum Nordufer des Skallien aufgebrochen."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Dez 24, 2013 12:40 pm

Er zog sich einen Stuhl heran und setzte sich.
"Ihr liegt ganz richtig", bestätigte er Grims Vermutung. Grünewald war das erste Kaff gewesen, das ihm in der Schnelle in den Sinn gekommen war.
"Als Geschichtenerzähler muss man dort sein, wo etwas los ist. Und hier ist im Moment einiges los, wenn ich mich nicht irre."


Zum Nordufer des Skallien? Mit Lucretia? Was wollte sein Bruder denn dort? Nach einer arrangierten Ehe für den einen oder die andere klang es nicht - sonst hätte er selbst schon längst davon erfahren. Nachdenklich kaute er auf einem Stück Fleisch herum, ehe ihm einfiel, was Dared dort tun wollen könnte.
"Er will sich das Gold aus dem Fluss holen?", schlussfolgerte Lothar und während er sprach seufzte er langgezogen.


Fafnirs Augen weiteten sich. Er sollte das übernehmen?
Diese Nachricht überrumpelte ihn schon ein wenig. Vor allem wirkte dieser Auftrag wie eine Last. Er hatte nun lange danach gestrebt, endlich etwas Richtiges tun zu können und nun da es soweit war, schreckte er beinahe davor zurück.
"Ich ...?"
Er atmete tief durch und nickte. Er durfte nicht schwach oder unfähig wirken.
"Es wäre mir eine Ehre!"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Dez 24, 2013 5:31 pm

"Soso", murmelte Grim und musterte den Mann eingehend. "Ihr seid ganz schön wagemutig, wenn Ihr in solchen Zeiten gen Süden aufbrecht. Schließlich sollen es die größten Unruhen seit Jahrzehnten sein. Was erzählt man sich denn so in Grünewald davon?"

"Exakt", bestätigte Lucius seine Vermutung und nippte an dem Wein. "Wie du weißt beliefern wir die Länder im Süden schon seit einiger Zeit mit Waren aus Gold. Die Geschäfte laufen gut. Zu gut. Wir können mit unserem Goldvorrat die Nachfrage auf lange Zeit nicht mehr decken. Vor einigen Tagen schlug Dared deshalb vor, Gold auch am Skallien zu schürfen. Luucretia ist mit ihm aufgebrochen. Was sie sich davon erhofft, ist mir jedoch noch nicht ganz klar."

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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Dez 26, 2013 7:29 pm

Lucretia war ohne Zweifel eine angenehme Konversationspartnerin. Allein deshalb hatte Dared sie mit auf dieses Unterfangen genommen. Aber wenngleich ihre Beobachtungen akkurat und ihre Schlussfolgerungen scharfsinnig waren: sie begannen ihn zu langweilen. Er musste sich keine militärischen Ratschläge und Belehrungen von ihr anhören. Von einer Frau! Was glaubte sie, von solchen Dingen zu verstehen, die für ihn nicht seit langem schon vollkommen trivial waren? Er hatte schließlich eine solide Ausbildung genossen. Und er war ein Mann! Er war es, dem der Patrizier ein Kommando anvertraut hatte. Lucretia dagegen war lediglich Dekoration.
"Alles mit der Zeit, Cousinchen", winkte er also ab, "Zuerst einmal benötigen wir Unterkünfte für die Arbeiter und Kasernen für mein Kontingent. Über Befestigungen können wir uns Gedanken machen, sobald wir tatsächlich mit Dingen anfangen, die den Helforts ein Dorn im Auge sein könnten. Solange wir nicht beginnen Gold zu waschen sind wir selbst dann vollkommen sicher, falls sie von unseren Bauarbeiten Wind bekommen sollten."


"Fühl' dich besser nicht zu sehr geehrt, Fafnir", lachte der Fürst bei der gestammelten Antwort seines Neffen auf, "Das wird Knochenarbeit, die du da übernimmst. Der Aufwand ist enorm und du wirst dir nicht nur Freunde machen. Siehst du all die Häuser dort unten?" Er deutete erneut zu den Hütten entlang des Ufers. "Da leben Menschen drin. Aber du wirst sie abreissen lassen müssen, wenn du das Hafenbecken ausheben lässt. Glaubst du, sie werden dir zu jubeln? Du wirst dich mit Baumeistern auseinander setzen müssen, mit Handwerkern, mit den Gilden. Das ist kein Zuckerschlecken! Aber ich werde dir ein Generalsgehalt aus der fürstlichen Schatzkammer zahlen. Und wenn du deine Arbeit gut machst, dann denke ich noch einmal über dein Anliegen, mit dem zu kürzlich zu mir gekommen bist, nach." Er wandte sein Pferd um, klopfte Fafnir, als er an diesem vorbei kam, aufmunternd auf die Schulter. "So, und nun zurück in die Burg. Es wird Zeit, dass ich etwas in den Magen bekomme!"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Dez 27, 2013 10:40 am

Lucretia musterte ihren Cousin einen Moment mit hochgezogener Braue, bevor sich ein gekräuseltes Lächeln über ihre Lippen zog.
"Du hast vermutlich recht, Vetter", stimmte sie ihm zu. "Schließlich wirst du bald deine eigene Ehrengarde anführen, also weißt du sicherlich, was du tust."
Sie war sich jetzt schon sicher, dass etwas schiefgehen würde. Dared war viel zu selbstsicher. Früher oder später, würde das auf ihn zurückfallen.
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