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 [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen

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Grim

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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Okt 09, 2013 8:32 pm

Ob es das war? Wenn es nach Oswin gegangen wäre, dann wäre es das noch lange nicht gewesen. Sein Sohn wollte sich dort unten umhören, schön. Aber eine Lösung war das noch lange nicht. Ein Ansatz vielleicht. Nicht mehr. Und es war nicht seine Art, abzuwarten ehe er weitere Schritte ergriff. Nein, er hätte nur zu gerne noch mehr gehört.
"Wenn das alles ist, was von euch an Vorschlägen kommt, dann war es das", blaffte er, seinen Missmut über diese ganze unangenehme Situation wider besseren Wissens an seinem Rat auslassend, "Geht ruhig, schlagt euch die Wänste voll. Ich muss nachdenken." Mit einer unwirschen Geste erklärte er die Versammlung als aufgehoben und die Ratsmitglieder als entlassen. Er selbst machte jedoch keinerlei Anstalten, sich zu erheben. Seine Hand glitt zum Weinkelch. Er war leer. Verdammt!
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Nick

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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Okt 11, 2013 9:21 pm

Auch Grim machte Anstalten zu gehen, als er die grimmige Miene seines Vaters erblickte. Während die anderen Stabsmitglieder den Raum verließen, blieb er bei seinem Vater und bedeutete einem der Diener, neuen Wein zu bringen.
"Sind es wirklich die Bauern, die Euch so zu schaffen machen, Vater?", erkundigte er sich. "Bauernaufstände hat es doch auch früher schon gegeben, und die Nordermark hat bisher noch jeden von ihnen überstanden. Oder glaubt Ihr, es steckt mehr hinter den Unruhen?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Okt 14, 2013 8:42 pm

"Ich kann es nicht sagen...", gab Oswin nach kurzem Zögern zur Antwort. Seine Stimme war eine grundlegend andere als jene, mit der er eben noch die Versammlung aufgehoben hatte. Alles Laute, Polternde war aus ihr gewichen. Zurück blieb... Unsicherheit. Unsicherheit, die er seinem Rat gegenüber nie an den Tag zu treten erlaubt hätte. Aber Grim war sein Sohn, sein Erbe. Vor ihm brauchte er keine Geheimnisse zu haben.
"Ich habe ein schlechtes Gefühl bei der Sache. Wir sind nicht vorbereitet auf einen derartigen Aufstand. Und es sind viele! Mehr als sich sonst erheben um nach irgendetwas zu krakelen. Ich zweifle nicht daran, dass wir damit fertig werden. Aber es wird uns schwächen. Und unsere Feinde werden unsere Schwäche auszunutzen wissen. Es ist möglich, dass wir zuerst zuschlagen müssen werden." Mit einem mal schnellte seine Hand hervor, legte sich schwer und fest um Grims Oberarm. "Du darfst nicht versagen, Sohn! Wir müssen heraus finden, was diese Bauern anstachelt. Und es dann mit Stumpf und Stiel ausrotten. Die Bauern zu beruhigen wird nicht ausreichen. Wir müssen die Hand hinter diesem Aufstand abschlagen!"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Okt 18, 2013 6:32 pm

Grim blickte überrascht auf, als sich die Hand seines Vaters um seinen Oberarm legte. Einen Augenblick blinzelte er seinen Vater erschrocken an. Dann nahm sein Gesicht einen entschlossenen Ausdruck an. Er legte seine Hand auf die seines Vaters.
"Ich verspreche Euch, Vater", sprach er mit fester Stimme, "ich werde nicht zulassen dass unser Land in Gefahre gerät, sei es durch Verfaulen von Innen oder einen Feind von Außen. Bleibt Ihr hier in Hartholm und habt ein Auge auf unsere Feinde, ich werde die Gefahr von innen ausfindig machen und im Keim ersticken."
Einen Augenblick schaute er nachdenklich zu Boden.
"Ich werde einige Leute zusammentrommeln und im Morgengrauen nach Hohenwald reiten. Egal wie ernst die Lage ist, ich habe noch einige Kontakte unter den Bauern. Vielleicht kann ich ihre Reihen infiltrieren und herausfinden, wer oder was hinter diesen Ereignissen steckt. Wie dem auch sei, ich werde Euch nicht enttäuschen. Ihr könnte Euch auf mich verlassen, Vater!"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Okt 21, 2013 10:48 pm

Die Sonne schien durch die verschwenderischen Bleiglasfenster und ihrem unschwer zu erkennenden Stand nach musste es bereits später Vormittag sein, doch Dared dachte gar nicht daran, sich aus seinem Bett zu erheben. Zwar fühlte er sich munter, doch im Moment erfreute er sich viel zu sehr an der Weichheit der Daunenmatraze, mehr noch an seiner Nacktheit und am meisten an der Nacktheit des Mädchens an seiner Seite. Sicher, langsam sollte er aufstehen. Aber zuvor würde er diesem hübschen Ding noch einmal zeigen, was für ein Mann ein Melior war! Das Blut schoss bereits in sein Glied und ließ es anschwellen, da gewahrte er die stummen Tränen auf ihren Wangen. Tränen? Warum denn das? Ein entnervter Seufzer entfuhr dem Sohn des Patriziers. Machte sie sich jetzt etwa Sorgen, weil sie sich mit ihm eingelassen hatte? Weil sie zuhause furchtbarer Ärger erwarten würde? Das hätte sie sich früher überlegen sollen! Gestern Abend zum Beispiel. Hätte sich ja nicht von ihm bezirzen lassen brauchen. Hätte ja nicht mit kommen müssen. Als er sie in der Nacht ran genommen hatte, hatte sie keinerlei derartige Bedenken gehabt. Und jetzt war es auch schon zu spät. Das einzige, was ihre Heulerei jetzt bewirkte war, dass Dared schlagartig die Luft verging. Schon begann sein Glied wieder zu erschlaffen.
"He!", sprach er sie an und klatschte ihr mit dem Handrücken unsanft auf den Oberarm. Den Unmut darüber, dass sie ihm dieses morgendliche Vergnügen verdarb, konnte er nicht vollends verhehlen. "Zieh dich an! Und dann raus mit dir." Das Mädchen schluchzte, tat dann aber folgsam wie ihr geheißen war. Dared selbst beschränkte sich darauf, in seine engen Wildlederhosen zu schlüpfen. Er entriegelte die Tür von innen und rief den Hauptmann seiner Garde, der wie immer, wenn Dared in seinem Stadthaus weilte – in das väterliche Anwesen hätte er es nicht gewagt, seine Gespielinnen mit zu bringen – vor dem Zimmer Wache gehalten hatte.
"Jeren! Eskortiert die Dame nach Hause. Und behandelt sie gut, sie ist aus gutem Haus", wies er den hochgewachsenen, hageren Mann mit der markanten Adlernase an, "Und sendet einen Boten zu meinem Vater. Lasst ihm ausrichten, dass ich gedenke, ihm beim Mittagsmahl Gesellschaft zu leisten."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Okt 22, 2013 1:24 pm

Nachdem er einige Männer angewiesen hatte, zur Stelle des Brandfalls zurückzukehren, hatte Lucius sich wieder an das Studium seiner Berichte gemacht. Die Ritterorden aus dem Südwesten führten wohl wieder einige Rituale und "Säuberungen" durch und brauchten wie üblich diverse rituelle Gegenstände. Bestmöglich aus Gold. Diese Leute waren eine hervorragende Einnahmequelle, denn die ach so hohen Geistlichen, die angeblich allem Weltlichen Entbehrten, hatten teilweise mehr Bedarf an Gold als jeder hohe Fürst des Kaiserreichs.
Doch noch profitabler wäre diese Einnahmequelle, wenn er dem Angebot auch in Gänze hätte nachkommen können. Diese Leute brauchten fast mehr als er liefern konnte.
An Schmieden fehlte es ihnen nicht, doch auch seine Goldminen hatten ihre Grenzen. Er konnte seine Arbeiter tiefer graben lassen, doch das würde Zeit in Anspruch nehmen. Mehr Leute hinzuschicke hätte auch nichts gebracht, den Ertrag den er durcht mehr Arbeiter bekommen würde, würde er durch den Lohn für diese wieder verlieren. Nein, die Goldminen konnte er fürs erste nicht weiter ausschöpfen.
Es wäre alles so viel einfacher gewesen, könnten sie auch am Skallien intensiv schürfen. Doch die Helforts von jenseits des Flusses ließen das nicht zu. Sagten das würde die Fische vergiften und ihre Nahrungsquellen versiegen lassen. Und gerade jetzt, wo diese Bauernsaufstände sie plagten konnten sie sich das nicht leisten. Doch vielleicht war dies auch ein günstiger Wink des Schicksals...
Während Lucius mit einem interessierten Lächeln seine Möglichkeiten durchging, diesen Aufstand zu seinen Gunsten zunutzen, erschien ein Diener in seinem Zimmer und berichtete ihm, es sei angerichtet. Gerade als Lucius sich erhob, fügte er hastig hinzu:
"Meister Dared ist wieder in der Stadt. Er wünscht, das Mittagsmahl mit euch zu vebrbringen."
Lucius blickte überrascht auf. Dared war wieder in der Stadt? Er hatte doch hoffentlich nicht wieder seine ganzen Erträge beim Glücksspiel verschwendet? Er schüttelte leicht den Kopf.
"So sei es", sagte er schließlich. "Aber sagt ihm, er soll sich beeilen. Ich habe nicht vor, lange auf ihn zu warten."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Okt 27, 2013 3:50 pm

Es gab Momente, da wünschte sich Faustus seine alte Freiheit zurück. Er wünschte sich, wieder durch die Gassen rennen zu können, ohne jegliche Verpflichtungen.
Doch das war ihm nicht vergönnt. Eigentlich sollte er längst tot sein.
Seufzend atmete er den Geruch der Stadt ein. Es roch nach frischem Brot, nach Gewürzen, heissem Metall, nach Pferden und anderen Tieren. Langsam führte er die braune Stute durch die Strasse. Das Pferd erlaubte ihm, über die Köpfe des Volkes zu sehen und sich ein wenig erhaben zu fühlen, wenn er an den Menschen vorbeiritt, die zu Fuss gehen mussten. Als Kind hatte er stets von einem eigenen Pferd geträumt, doch als einfacher Dieb besass man soetwas nicht. Zumindest nicht für lange Zeit.
Auch die Stute gehörte nicht ihm. Sie gehörte dem Hause Melior, dem Hause, dem er seit nun zwei Jahren treu ergeben war.
Die Residenz des Patriziers war selbstverständlich gut bewacht. Die Wachen kannten Faustus und liessen ihn ohne Diskussionen passieren.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Okt 27, 2013 7:39 pm

So viele Laster man Dared Melior auch nachsagen konnte, er ehrte doch seinen Vater wie ein guter Sohn es nun einmal tun sollte und so erschien mehr als pünktlich zum Mittagsmahl, eine gute Viertelstunde vor jener Zeit, zu der sein Vater sonst zu tafeln gedachte. Er fand den alten Patrizier dennoch bereits an der gedeckten Tafel vor, wenngleich noch nichts aufgetragen worden war. Höflich grüßte er diesen, wartete artig bis dieser ihn bat Platz zu nehmen und tauschte die üblichen Floskeln aus, die Vater und Sohn nun einmal austauschen wenn sie sich längere Zeit nicht gesehen haben, ehe er zum eigentlichen Punkt seines Besuchs kam.
"Vater", erklärte er, "Ich brauche Geld." Und auf den skeptischen Blick, den sein Vater, der derartiges schon allzu oft gehört hatte, ihm zu warf, beeilte er sich hinzu zu fügen: "Nicht zum spielen. Auch nicht wegen Frauen... Diesmal ist es ernst." Nun, das entsprach nicht ganz der Wahrheit. Zwar plante Dared tatsächlich, dieses Darlehen seines Vaters sinnvoll zu gebrauchen, doch hätte er es kaum nötig gehabt, wenn Glücksspiel und Frauen nicht das aufgefressen hätten, was er zuvor bereits besessen hatte. "Ich möchte Truppen ausheben, Vater. Eine Elitetruppe unter meinem Befehl, die dir dienen. Es soll zum Besten des Fürstentums sein. Vertraust du mir, Vater?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Okt 27, 2013 8:27 pm

Lucius hatte anerkennend genickt, als er sah, wie sein Sohn sich verhalten hatte. Wenigstens hatte er den Anstand die Etikette zu wahren, doch Lucius kannte Dared gut genug um zu wissen, dass er etwas von ihm wollte.
Dass es sich um Geld gehandelt hatte, war ihm klar gewesen, doch der Grund erstaunte ihn schon.
Auf die Frage, ob er seinem Sohn vertraute, faltete er die Hände zusammen und sah ihm prüfend in die Augen.
"Das kommt darauf an", sprach er mit fester Stimme. "Eine Elitetruppe? Was bringt dich dazu..."
Er unterbrach seine Rede als ein Diener erschien und ihm ins Ohr flüsterte, sein "Kontaktmann" sei angekommen.
"Er soll draußen warten, bis ich ihn reinrufe", erklärte er dem Diener und als dieser verschwand wandte Lucius sich wieder seinem Sohn zu.
"Deine Entscheidung überrascht mich", erklärte Lucius direkt. "Welchen Anlass gibt es für deine Entscheidung? Truppen sind überaus kostspielig, deshalb frage ich mich, welchen Zweck du damit verfolgst. Noch befindet sich das Land in keiner akuten Gefahr, die Ritter und anderen Länder im Südwesten stellen gute Handelspartner dar und die Nordermark ist mit...eigenen Problemen beschäftigt. Welchen Zweck soll diese Truppe also haben?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Okt 28, 2013 9:34 am

War es denn nicht offensichtlich, weshalb er diesen Trupp haben wollte? Prestige! Es ging ihm doch nicht wirklich darum, Truppen zu haben. Es ging ihm darum, ein Kommando zu haben. Hauptmann einer Eliteeinheit zu sein, von der die Menschen der Provinz mit Erhfurcht und Stolz sprachen. Es war doch wohl kein unangebrachter Wunsch? Schließlich war er der Sohn eines Fürsten. Sein Vater mochte noch immer die alte Krämerseele sein, mehr Kaufmann als Herrscher, aber er, er sah sich auf einer Stufe mit all den Söhnen alteingesessener Dynastien. Und Ansehen – das Ansehen, das für einen Herrscher so wichtig war – gewann man eben nicht durch Münzenzählen im stillen Kämmerlein. Ansehen erlangte man auf dem Schlachtfeld. Aber wenn sein Vater nicht von selbst darauf kam, dann würde Dared es ihm kaum ins Gesicht sagen. Irgendwie glaubte er nicht, dass der alte Patrizier viel Verständnis dafür würde aufbringen können.
"Truppen mögen kostspielig sein, aber Gold war es nie, an dem es den Meliors gemangelt hat", konterte er das Argument seines Vaters, "Aber Einfluss, Macht... das ist es, wo wir anderen Häusern hinterher hinken. Militärische Präsenz wäre ein Zeichen unserer Macht. Etwas zu tun gibt es immer für die fürstlichen Truppen. Banditen jagen, Grenzstreitigkeiten ausfechten oder einfach nur den Leuten durch ihre Anwesenheit ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Außerdem können wir mit der Aushebung von Truppen nicht warten, bis wir uns im Krieg befinden. Dann ist es bereits zu spät. Dann brauchen wir sie bereits. Und du kennst die Gerüchte über die Aufständischen in der Nordermark. Das liegt nahe an unserer Grenze. Das ist auch für uns gefährlich. Und es macht die Helforts noch unberechenbarer, als sie das ohnehin schon sind..."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Okt 29, 2013 7:37 pm

Ein schmales Lächeln überkam Lucius Gesicht und er schüttelte leicht den Kopf. Kinder. Wenn sie kleiner waren, wollten sie beinahe jede Woche ein neues Spielzeug und wenn sie größer wurden änderte sich daran auch nichts. Er glaubt nicht, dass diese "Elitetruppen" für seinen Sohn mehr sein würden, als die Spielzeugsoldaten, die er als Kind gehabt hatte.
"Einfluss haben wir mehr als du vielleicht ahnst", erklärte er seinem Sohn, während er sich ein Stück von dem Braten abschnitt. "Wer geschickt ist, der lässt sich nicht in die Karten schauen, wenn er sich Verbündete sucht, das ist eine der ersten Sachen, die man im Handelsgeschäft lernt."
Er kaute sorgfältig auf dem Stück Fleisch, bevor er es herunterschluckte. Erst danach setzte er seine Rede fort.
"Außerdem unterschätzt du die vielschichtigen Vorgänge, die zum Leiten eines Staates vonnöten sind. Im Moment mögen wir Gold haben, aber die Geschäftsbedingungen ändern sich geradezu täglich. Im Moment haben wir gute Einnahmen durch den Goldschmuck, den die Ritter und Fürsten aus dem Süden kaufen. Doch was wenn wir ihre Nachfrage nicht mehr decken können. Die Kapazität unserer Goldminen sind begrenzt. Was, wenn sie mehr fordern, als wir liefern können, hm? Was glaubst du passiert dann?"
Er schaute seinem Jungen tief in die Augen.
"Unser Ruf wäre geschädigt. Sie würden sich andere Lieferanten suchen. Und somit würde auch das Geld knapp werden. Die Lage ist kritischer, als due vielleicht ahnst. Und solange keine akute Gefahr droht, ist es günstiger Söldner anzuheuern. Mit anderen Worten: Ich sehe im Ausheben einer "Eliteeinheit", wie du sie nennst, im Moment keinen Sinn."
Er zog herausfordernd eine Braue hoch.
"Aber vielleicht kannst du mich ja vom Gegenteil überzeugen?"

Zur gleichen Zeit schwang sich im Hof der fürstlichen Residenz eine Frau in eleganter Reitausrüstung vom Pferd und wies die Diener an, ihr Gepäck auf ihr Zimmer zu bringen. Ohne sie eines weiteren Blickes zu würdigen schritt sie auf die Eingangstüren zu.
Lucretia lächelte bei dem Gedanken. Onkel Lucius würde es nicht gefallen, dass sie etwas zu spät zum Mittagessen angekommen war, aber er würde ihr verzeihen. Das tat er immer. Denn er wusste, was er an ihr hatte. Er war kein Narr, wie ihr Vater.
Gerade als sie in den Bankettsaal eintreten wollte erblickte sie einen leicht abgerissen aussehenden jungen Mann. Ein verstohlenes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen als sie ihn betrachtete.
"Sieh an, wen haben wir denn da?", sprach sie Faustus an und lächelte verschmitzt. "Wenn das nicht der gute Faustus ist. Was führt Onkel Lucius denn diesmal im Schilde, wofür er dich arme Seele braucht?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Okt 29, 2013 9:09 pm

Faustus hatte neben der Tür gelehnt und Dreck unter seinen Fingernägeln hervor gepult. Man hatte ihm gesagt, er solle warten, also wartete er. Dabei entging ihm die Dame, die ihm entgegenkam und er bemerkte sie erst, als sie bereits da stand. Gerade als er sie erkannte und sie angemessen begrüssen wollte, sprach sie ihn auch schon an.
Und der Hohn der in ihrer Stimme mitschwang machte ihn innerlich fast irre.
"My Lady Lucretia", sagte er und neigte kurz den Kopf, um ihr Respekt zu zollen. "Das sind leider Angelegenheiten die ich zu verschweigen habe."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Okt 29, 2013 10:14 pm

"Natürlich", bestätigte sie und umrundete Faustus, während sie ihn eingehend musterte. Sie wunderte sich, dass es ihrem Onkel nicht unangenehm war, ihn hier persönlich in seinen privaten Räumlichkeiten zu sprechen. So etwas sprach sich schließlich rum und Fausturs war so eine furchtbar...grobe Erscheinung. Wenn auch nicht ganz unattraktiv.
"Alles ist streng geheim, sonst hätte Onkel Lucius nicht nach dir gerufen, Faustus." Sie beugte sich zu ihm vor und sah ihm tief in die Augen. "Oder kann es sein, dass du selbst noch gar nicht so genau weißt, wofür er dich diesmal wieder vor den Karren spannt?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Okt 30, 2013 6:23 am

Oh wie er es hasste! Ruhig stehen bleiben während er gemustert wurde wie ein Schlachtvieh. Obendrein sollte er dabei auch noch gelassen und höflich wirken
Er folgte ihr nur leicht mit den Augen, fühlte sich wie eine Maus die von einer Katze umkreist wurde und als sie ihn anschliessend so durchdringend mit ihren grünen Augen ansah, musste er sich doch zusammenreissen vor dieser eigenwilligen Frau nicht zurück zu weichen.
Dabei wusste er nicht, was er ihr antworten sollte. Egal was er sagte, er würde indirekt zugeben müssen, dass er keine Ahnung hatte, was Lucius mit ihm vorhatte. Vielleicht musste er bei jemandem Geld eintreiben oder so. Wahrscheinlich war es das. Es war meistens das.
Obwohl er wusste, dass es mehr als unhöflich war, nicht zu antworten, blieb ihm die Antwort im Hals stecken.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Okt 30, 2013 9:14 am

Ah, da kamen sie dem Kern der Sache also näher! Sein Vater reagierte keineswegs abweisend, weil er die Idee per se schlecht gefunden hätte. Der Augenblick war schlichtweg ungünstig. Ganz andere Sorgen quälten den Patrizier. Und – wie hätte es anders sein können? – es waren natürlich geschäftliche Sorgen. Das war ärgerlich. Dared wusste, dass er nur diese eine Chance haben würde. Wenn sein Vater einmal 'Nein' sagte – und sei es nur seiner schlechten Laune wegen – dann würde es auch bei diesem 'Nein' bleiben. Aber Dared wäre kein Melior gewesen, hätte er nicht auch erkannt, wie er die Sache in seinem eigenen Sinne hätte nutzen können.
"Die Fördermengen stimmen also nicht", konstatierte er während er sich vom Braten vorlegen ließ, "Dann müssen wir unsere Kapazitäten erweitern. Du hast des Öfteren angedeutet, dass du auch aus dem Fluss würdest fördern wollen. Dann lass uns das tun! Wer sind die Helforts schließlich, es uns zu verbieten? Der Skallien gehört uns ebenso wie ihnen. Warum sollten nicht auch wir ihn nutzen, wie wir gedenken? Und der Zeitpunkt ist günstig, Vater. Solange sie mit ihren Bauernaufständen am Unterlauf beschäftigt sind werden sie kaum bemerken, dass wir am Oberlauf mit dem Schürfen beginnen. Gib mir hundert gute Männer aus deiner Garde und das Kommando über die Operation. Ich lasse Befestigungen errichten und wenn die Helforts einen Überfalltrupp über den Fluss schicken um unsere Förderungen zu stören werfe ich sie zurück ehe sie auch nur einen Fuß auf unser Ufer gesetzt haben. Was sollen sie dann dagegen tun? Einmarschieren? Dann wären sie es, die den Frieden brechen, und alle ehrbaren Häuser des Königreichs wären auf unserer Seite. Wir würden sie zurück schlagen und uns weit mehr sichern als nur die Schürfrechte am Skallien. Wenn wir sie bis Hartholm zurück drängen können wir den Fürsten absetzen und Lothar auf seinen Thron setzen. Dem König bliebe dann wenig anderes übrig, als ihn als Fürsten der Nordermark zu bestätigen..."
Erwartungsvoll blickte Dared seinen Vater an. Er hatte sich in Rage geredet, dass wusste er. Hatte einen Monolog geführt und sein Fleisch auf dem Teller währenddessen komplett vernachlässigt. Aber er wusste auch, dass er in diesem Zustand stets am überzeugendsten war.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Okt 31, 2013 2:02 pm

Aufmerksam hatte Lucius den Worten seines Sohnes gefolgt und sah in nun eindringlich an. Eine Weile schwieg er, die Konsequenzen, berechnend.
"Was du vorschlägst ist ein gefärliches Spiel", konstatierte er zunächst. "Oswin Helfort und seine Familie sind selbst abgelenkt lediglich ein schlafender Bär. Sie baharren auf ihr Recht zur Fischerei am Skallien und dass das Schürfen des Goldes dem Fischbestand schaden würde."
Er faltete die Hände zusammen und musterte Dared mit forschendem Blick.
"Sollten sie erkennen, was du vorhast, werden sie nicht zögern, dem entgegenzuwirken", erklärte er. "Bei einer solchen Aktion setzt du mehr aufs Spiel als Profit. Du riskierst dein Leben, wenn du bereit bist, mit Waffen zu hantieren. Und die Helforts sind in der Kunst des Krieges wenigstens ebensosehr bewandt, wie wir uns auf das Handeln verstehen. Und du bist bereit, dieses Risiko einzugehen?"

Ein überlegenes Lächeln zierte ihre Lippen, als sie ihm leicht mit der Hand über die Wange strich.
"Du bist wirklich ein armer Teufel", beschloss sie, während sie wieder von ihm abließ. "Ein armer kleiner Bauer in einem Schachspiel, geführt von Lucius Melior. Der noch nie gezögert hat, seine Bauern", sie machte eine schnippische Handbewegung, "zum Zwecke des Sieges zu opfern. Einfach so. Schließlich sind sie nur Bauern."
Sie sah über ihre Schulter und schaute ihm tief in die Augen.
"Aber wer den Mut hat, zu versuchen den Patrizier zu betrügen", fuhr sie fort. "Weiß schließlich worauf er sich einlässt. Und würde nicht einmal im Traum daran denken, dass er vielleicht Hilfe benötigen könnte, hm?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Okt 31, 2013 2:09 pm

Diese Frau trieb ihn noch in den Wahnsinn! Schon öfters wenn er sie am Hof gesehen hatte, hatte er sich gefragt, ob irgendein Mann auf dieser Welt ihr nicht zu Füssen liegen würde.
Und auch wenn die Hand an seiner Wange nichts, aber auch gar nichts bedeutete, so liess diese unbedeutende Berührung sein Herz ein wenig höher schlagen.
Faustus gab sich alle Mühe, sich nichts anmerken zu lassen. Schliesslich standen ihre Worte im krassen Gegenteil zu ihrer Körpersprache. Er verstand nicht, was sie ihm mitteilen wollte.
"Hilfe wofür?", fragte er schliesslich und seine Stimme war angespannt kratzig.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Okt 31, 2013 3:37 pm

"Ich fürchte die Helforts nicht", echauffierte Dared sich im Brustton der Überzeugung, "Ich habe mein Leben lang geübt, ich bin ein Kämpfer, der jedem von ihnen ebenbürtig ist. Wenn sie glauben, mit Waffengewalt gegen uns vorgehen zu können, dann werden sie sich rasch eine blutige Nase holen. Und ich hole mir Lorbeeren auf dem Schlachtfeld!" Selbstverständlich war es Prahlerei, was er da von sich gab, dessen war Dared sich wohl bewusst. Trotz seines gesunden Egos hielt er sich keinenfalls für unbesiegbar. Aber selbst wenn es zum Kampf kommen sollte – was er sich insgeheim erhoffte – waren die Gefahren für einen so hochgeborenen Sohn wie ihn selbst überschaubar. Er würde eine Garde um sich haben, die bereit war für ihn zu sterben und jedem Feind, der ihn erkannte, musste klar sein, dass er lebend wertvoller war als tot. Sterben, das war eine Aufgabe für das Fußvolk. Und Narben würden lediglich seine Tapferkeit unterstreichen. Nein, er hatte tatsächlich wenig Gründe, die Helforts zu fürchten. Und der Preis für das angedachte Wagnis wäre – sowohl für ihn selbst als auch für den Patrizier – immens.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Okt 31, 2013 7:23 pm

Lucius hörte der Rede seines Sohnes interessiert zu. Sein Leben lang geübt? Ein Kämpfer? Ein schmales Lächeln überkam sein Gesicht.
"Ein kühner Plan, Dared", konstatierte er. "Das gefällt mir. Also gut."
Er winkte einen Diener heran und wies ihn an, Schreibzeug in seiner Stube zurechtzumachen.
"Wenn du so darauf brennst, werde ich dir einige Männer zur Verfügung stellen. Und einige Arbeiter, die die Schürfstelle ausheben. Fünfzig sollten für den Anfang reichen. Und du sagtest 100 Soldaten? Sollst du haben. Sagen wir 50 Lanzenträger und..." Er hielt inne und hob den Finger.
"Nein, lassen wir das. Ich werde dir einen Erlass schreiben und du kannst dir deine Männer selbst aussuchen. Wenn du eine Eliteeinheit anführen möchtest, solltest du auch in der Lage sein, dir eine angemessene Truppe zusammenzustellen. Du kannst dir nehmen wen und wie viele du willst, solange die Gesamtzahl die Hundert nicht übersteigt. Nur bei den Gewehrschützen wirst du dich auf maximal zehn beschränken müssen. Gewehre sind kostspielig und die Ausbildung mit den neuen Waffen nicht einfach."
Er faltete die Hände zusammen.
"Solltest du Erfolg haben, so bin ich bereit, dir die Mittel für die Zusammenstellung einer Eliteeinheit zur Verfügung zu stellen. Immerhin hättest du nicht nur den Reichtum des Landes gemehrt, sondern dich auch im Kampf bewiesen, so etwas sollte schließlich honoriert werden. Allerdings trägst du allein die Verantwortung für dieses Unternehmen. Ob Sieh oder Niederlage...das Auskommen deiner Unternehmung wird auf dich zurückfallen."
Ein Diener wisperte ihm ins Ohr, dass Herrin Lucretia erschienen war.
"Ein guter Zeitpunkt", befand er. "Sie soll hinein kommen. Und bei der Gelegenheit soll auch Faustus eintreten."

Sie genoss en gequälten Anblick des Mannes und warf ihm ein verschwörerisches Lächeln zu.
"Oh, meine Hilfe kann sehr...vielseitig sein", erklärte sie. Der Diener bat sie rein und Lucretia schritt voran in den Saal, wo ihr Onkel und zu ihrem Interesse auch ihr Vetter Dared saßen.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Okt 31, 2013 7:34 pm

Faustus seufzte. War die Frau irgendein Test? Wollte man seine Loyalität testen? Oder meinte sie es ernst?
Als der Diener sie hereinrief, reagierte er nicht sofort. Er starrte die Stelle an, wo Lucretia soeben noch gestanden hatte, ehe er sich einen Ruck gab und ebenfalls hineinkam. Das Erste was ihm auffiel war das Essen. Alleine beim Geruch lief ihm das Wasser im Mund zusammen und der Anblick übertraf alles. Was in den Augen der Melior ein ganz normales Mittagessen war, war für Faustus ein einziges Festmahl. Er wandte den Blick von dem saftigen Braten ab und schaute kurz zu Dared und von Dared zu Lucius. Jedes Mal wenn er den Sohn des Patriziers sah, kochte er innerlich vor Wut. Er hasste es von allem am meisten, diesem hochwohlgeborenen Schnösel seine Loyalität anbieten zu müssen.
Als er beim Tisch ankam, verbeugte er sich knapp in Dareds Richtung und ausführlicher in Lucius Richtung.
"Mylords", brummte er dabei.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Okt 31, 2013 7:40 pm

"Verehrter Onkel Lucius", begrüßte Lucretia ihren Onkel respektvoll in nahezu ehrfürchtigem Ton. "Und Dared, mein Vetter, welch angenehem Überraschung!" Sie warf ihrem Vetter ein Lächeln zu, bevor sie an der Seite ihres Vaters Platz nahm.
"Lucretia, mein Kind", begrüßte sie der Patrizier wohlwollend. Faustus hatte er nur ein kaum wahrnehmbares Nicken zugeworfen und würdigte ihn ansonsten keines Blickes. Und machte auch nicht die geringsten Anstalten ihn zu bitten, Platz zu nehmen. "Du bist ein wenig spät."
"Verzeiht Onkel, doch ich fürchte die Straßen von Merrisholt sind im Moment unglaublich voll", gab sie bedauernd von sich während sie sich eine Traube an den Mund schob.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Okt 31, 2013 7:49 pm

Natürlich war sich Faustus derartige Schikanen durchaus gewohnt. Und in den paar Jahren in denen er nun hier arbeitete, hatte er gelernt geduldig darüber hinweg zu sehen. Lucius würde sich um ihn kümmern, wenn er der Meinung war, dass es Zeit dafür war. Bis dahin hatte Faustus das unheimlich tolle Privileg den noblen Herren beim Essen zuzusehen.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Fr Nov 01, 2013 12:02 pm

Dared hatte Lucretia mit formvollendeten Manieren als seine "Geliebte Cousine!" begrüßt, dann jedoch wieder Platz genommen und seine Aufmerksamkeit dem Fleisch auf seinem Teller gewidmet. Er wusste, dass seine Rolle bei diesem Mittagsmahl vorbei war. Seine Unterredung mit dem Patrizier war beendet – Dared hatte diesem noch versichert, dass er sich durch sein Vertrauen geehrt fühlte – und dessen Aufmerksamkeit richtete sich nun auf seine Nichte und diesen tölpelhaften Laufburschen. Der junge Melior verspürte keinen übermäßigen Drang, sich in deren Belange einzumischen. Was er erreichen wollte hatte er erreicht. Mit seiner Cousine würde er nach dem Essen noch sprechen können, aber Lucius würde es nicht schätzen, wenn Dared ihm das Heft aus der Hand nahm solange er noch anwesend war. Also galt es erst einmal, sich das erlesene Werk des väterlichen Küchenmeisters munden zu lassen und dabei stumm den eigenen Triumph zu feiern.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Nov 02, 2013 3:49 pm

"Wohlan denn, Onkel Lucius, was plagen dich für Sorgen? Laufen die Geschäfte nicht gut?"
"Sie laufen akzeptabel", erklärte der Patrizier. "Doch sie könnten noch besser laufen. Jedoch habe ich bereits eine neue Gelegenheit bekommen, sie wieder in Gang zu setzen. Dared wird dich später sicher mit großer Freude über die Details in Kenntnis setzen."
Sie warf einen interessierten Blick zum jüngeren ihrer Vettern. Onkel Lucius setzte sein Vertrauen ausgerechnet in Dared? Wie überaus interessant. Seine Stellung bei seinem Vater war schon stets eher prekär gewesen, was immer er vorhatte, es würde über Gunst oder Missgunst des Patriziers entscheiden. Das würde sie sich auf jeden Fall noch näher ansehen.
"Um zu versichern, dass uns bei unseren Aktionen niemand in den Rücken fällt", erklärte Lucius, "müssen wir natürlich auch ein Auge auf unsere Nachbarn jenseits des Flusses haben. Dessen wollte ich mich gerade annehmen."
"Ich hörte die Nordermark wird von Bauernaufständen geplagt", erinnerte sich Lucreatia lächelnd. "Sag bloß du versuchst die Helforts über den Tisch zu ziehen, während sie anderweitig beschäftigt sind. Oder warst es gar du, der diesen Aufstand angefacht hat?"
"An den Unruhen im einfachen Volk der Nordermark habe ich keine Beteiligung", winkte Lucius ab. "Noch nicht. Ich weiß nicht, was diesmal ihren Zorn geweckt hat, doch wenn es Oswin Helfort von unseren Operationen hier ablenkt, warum sollten wir dann nicht unseren Vorteil daraus ziehen."
Er warf einen flüchtigen Blick zu Faustus.
"Hier kommst du ins Spiel, Faustus", erklärte er. "Auf lange Sicht werden die Helforts den Aufstand der Bauern wohl niederschlagen können, so oder so, doch es wird sie schwer kosten. Und bis sie sich erholt haben, sollten wir unsere Aktionen bereits beendet haben. Gehe in die Nordermark und versuche zu erkungen, wer oder was die Bauern anstachelt. Tu dein nötigstes um ihren Aufstand in die Länge zu ziehen. Ich erwarte, dass du alle dir zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfst."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Nov 02, 2013 9:34 pm

Faustus zuckte unmerklich zusammen, als sein Name fiel. Er lauschte aber angespannt und was er hörte erfreute ihn nicht wirklich.
Alleine in die Nordermark reisen und dort Unruhe weiterverbreiten? Wenn man ihn erwischte wäre er mehr als tot. Doch er war sich sicher, Lucius war das ziemlich bewusst.
"Natürlich, Mylord", sagte er, der nun endlich den Blick von Dared abwenden konnte, dem er zuvor beim Essen zugesehen hatte.
"Wann soll ich abreisen?"
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