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 [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen

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Nick

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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Jan 17, 2015 7:57 am

Isabella war sich nicht sicher, ob es wirklich Willenskraft war, woran es Robert mangelte. Sie glaubte, das Problem lag woanders. Doch es wäre unhöflich gewesen, ihrem Fürsten zu widersprechen.
"Ihr habt vermutlich recht, mein Herr", war alles, was sie zu dem Thema zu sagen hatte.
Kaum hatte sie den Satz beendet, öffnete sich die Tür und der Graf selbst trat ins Zimmer und verneigte sich vor seinem Lehnsherrn.
"Isabella, der Fürst und Ich haben wichtige Angelegenheiten zu besprechen. Wenn du uns bitte allein lassen würdest."
Isabella erhob sich gehorsam und machte einen Knicks vorm Fürsten, bevor sie sich wandte, um zu gehen.

Robert verzog keine Miene, während er mit seiner 'Verlobten' durch die Gänge ging, stets begleitet von dem Wachmann, der für Ircias 'Sicherheit' verantwortlich war. Aber wahrscheinlich eher für seine. Schließlich kamen sie vor einer Kammer an, die von zwei Männern bewacht wurde. Robert wies ihren Begleiter an, draußen bei den anderen zu warten, woraufhin dieser nur widerwillig zustimmte. So betraten Ircia und er schließlich das Schlafgemach des Grafen Richard.
Auch wenn er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, so steckte Robert doch ein Kloß im Hals, wie jedes Mal, wenn er seinen Vater sah. Graf Richard hatte fast alle Haare auf seinem Kopf verloren, nur noch wenige graue Schlieren zierten seine Schläfen. Sein mageres, faltiges Gesicht machte selbst im schlafenden Zustand einen angestrengten Ausdruck. Seine Lippen waren dünn und die einst drahtige Muskulatur war zurückgegangen. Die Krankheit hatte ihn hager gemacht.
"Darf ich vorstellen, Milady", sagte er mit einem Hauch Trauer in der Stimme. "Graf Richard Clawford, Herr über den westlichen Arm des Flusses Silva."

Lucretia zog auf die Bemerkung hin lediglich eine Braue hoch. Sie konnte sich nur zu gut vorstellen wie Dareds 'Richtspruch' aussehen mochte. Es gab jetzt zwar Frauen im Lager, aber ihr Cousin war noch nie wählerisch gewesen.
"Mein Cousin ist überaus beschäftigt damit, diese Siedlung aufzubauen", entgegnete sie trotzdem. "Ich sehe keinen Grund, seine Aufmerksamkeit mehr zu beanspruchen als nötig. Zumal ich nicht sehe, warum man diese Angelegenheit nicht von Frau zu Frau regeln kann."
Sie wies auf einen hölzernen Pfeiler.
"Schaut, ob sie noch mehr spitze Gegenstände hat, dann bindet sie dort fest. Ich werde mich ein wenig mit ihr unterhalten, wartet so lange draußen."

Zephyr reagierte auf Faustus entsetzten Blick mit einem freundlichen Lächeln, das ihm sagte, das er da so schnell nicht nochmal rauskommen würde. So blieb Faustus nichts übrig, als den aufständischen Bauern nach Talbeck zu folgen.
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Grim

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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Jan 25, 2015 9:30 am

Wäre Oswin besser zu Fuß gewesen, er wäre beim Erscheinen des Grafen wohl aufgesprungen. So versteifte sich zumindest seine Haltung und er richtete sich merklich in seinem Sitz auf, beide Hände um die Armlehnen geschlungen, als wolle er sich daran nach oben stemmen. Die Aufregung, die ihn gepackt hatte, war offenkundig. Dennoch wartete er ab bis Isabella den Raum verlassen und die Tür sorgfältig verschlossen hatte, ehe er das Wort ergriff.
"Was gibt es, Tellan?", verlangte er begierig zu wissen, "Etwas Neues? Nachricht aus Jenienburg?"

"Meine Herrin!", gab der Wachmann knapp zur Antwort und senkte respektvoll den Kopf. Seine Bewegungen als er sich daran machte, Lucretias Befehle auszuführen, hatten etwas zögerliches, ganz so, als wäre er noch immer nicht überzeugt, dass es das Richtige war, was sie hier taten. Doch er war ergeben genug, Anordnungen von oben nicht in Frage zu stellen, auch, wenn diese an den üblichen Leitlinien vorbei zielten. Mit einer Gründlichkeit, die auch etwas anzügliches hatte, tastete er den Körper der Möchtegernmörderin ab, vergaß auch ihre Unterkleider nicht, konnte jedoch keine weitere Gefahr finden. Gemeinsam mit seinem Kameraden, der zwischenzeitlich ein Seil aufgetrieben hatte, band er die junge Frau dann an den angewiesenen Pfahl.
"Meine Herrin!", verkündete er noch einmal, als sie ihre Arbeit vollendet hatten und trat einen Schritt zur Seite, damit Lucretia auf die Frau zutreten konnte.

Es war bereits Abend geworden und das Strafheer des Grafen von Westernau bereits im Begriff, ein Nachtlager ein knappes Dutzend Meilen nördlich von Talbeck aufzuschlagen, als ein Meldereiter auf einem schweißnassen Pferd zum Heereszug stieß. Kurz darauf konnte man Graf Valimar durch das Lager eilen sehen, wie er den jungen Fürsten suchte und schließlich fand.
"Soeben ist einer meiner Kundschafter aus Talbeck eingetroffen", vermeldete er Grim dienstbeflissen, dabei eine Verbeugung andeutend, "Es sieht als, als hätte das Bauernheer sich in Marsch gesetzt. Meine Männer folgen ihnen und halten uns auf dem Laufenden, wohin sie sich bewegen. Mit ein wenig Glück können wir sie auf dem Marsch überraschen."
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Kjani
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Jan 25, 2015 12:23 pm

Ircia wusste nicht wirklich, was sie nun dazu sagen sollte. Der Mann war ein jämmerlicher Schatten seiner selbst. Er hatte nichts Bedrohliches an sich. Sollte sie Mitleid haben? Was wollte Robert von ihr?
Aber immerhin wusste sie nun so ziemlich, wo sie hier gelandet war und das gefiel ihr immer weniger.
"Mein Beleid", sagte sie schliesslich. "Aber ich verstehe nicht, was Ihr mir damit sagen wollt..."

Sie fand es nicht so wirklich prickelnd von dem Kerl angefasst zu werden, liess es aber über sich ergehen und konnte ihm sogar einen anzüglichen Blick zuwerfen. Ja nicht so wirken, als wäre sie beeindruckt. Pfs...
Es hätte keinen Zweck gehabt, sich zu wehren, also liess sie sich festbinden und schaute Lucretia herausfordernd an.


Faustus hatte wieder sein edles Pferd gesattelt, um den Bauern zu folgen. Immerhin passte das gut zu dem Fürsten, dem er diente. Der komische Kauz durfte ja ruhig wissen, dass er nichtg elogen hatte.
Aber wie kam er aus dieser Zwickmühle wieder raus?
Er war einfach kein eiskalter Mörder.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Feb 01, 2015 9:09 pm

Graf Tellan kannte die Leiden des Fürsten natürlich, doch er hatte gelernt, so zu tun, als bemerke er sie nicht. Doch rümpfte er die Nase, als Jenienburg erwähnt wurde.
"Nichts Neues", antwortete er wahrheitsgemäß. "Jedoch habe ich einige meiner schnellsten Reiter versammelt, um als Boten zu dienen. Angesichts der...Situation in Jenienburg sollten wir ein Belagerungsheer aufstellen."

Lucretia begutachtete die Arbeit der Männer aufmerksam und nickte zufrieden als sie fertig waren. Mit hochgezogener Braue betrachtete sie die kleine Diebin. Ein Straßenbalg, ohne Zweifel. Aber vielleicht ein Nützliches.
"Wie wäre es, wenn wir noch einmal von vorne anfangen", sagte Lucretia in diplomatischem Ton und sah mit honigsüßem Lächeln auf ihre Gefangene herab. "Wenn du dich schon selbst in unser Lager einlädst, könntest du uns wenigstens verraten, wie du heißt. Und für wen du spionierst."

Robert setzte sich auf einen Schemel neben das Bett seines Vaters und nahm dessen Hand in die seine. Nach einem Moment das Schweigens, winkte er Ircia zu sich heran und wisperte ihr zu.
"Diese Männer sind keine Leibwache", sagte er und deutete in Richtung der Tür. "Sondern Gefängniswärter. Seit mein Vater erkrankt ist, lässt die Gräfin ihn Tag und Nacht bewachen. Der einzige Grund, warum er noch lebt, ist die Tatsache, dass er eine großartige Geisel abgibt." Robert verzog das Gesicht. "Solange er lebt, hat meine Mutter etwas, womit sie mich erpressen kann. Solange ich mich allem füge, was sie sagt und ihr die Regierungsgeschäfte der Provinz überlasse, bleibt er am Leben."

Grim nahm die Neuigkeiten missmutig entgegen. Offenbar hatte Alister versagt. Was wenn er auch tot war? Wenn ihm das gleiche Schicksal wie Meynes Eltern widerfahren war? Graf Norell hatte wohl recht. Hier half nur noch der direkte Weg.
"Machen wir uns das Territorium besser zunutze", überlegte er. "Diese Gegend wird von einigen Tälern geprägt. Sobald wir wissen, durch welches sie marschieren, positionieren wir uns auf den Hügeln um sie herum. Das erhöhte Territorium wird uns einen Vorteil verschaffen. Mit etwas Glück können wir sie einkesseln und vielleicht zur Kapitulation zwingen."

Die Hügelketten von Talbeck erstreckten sich vor ihnen und Zephyr grinste zufrieden, als er die Zahl an Bauern sah, die ihnen mittlerweile folgten. Er wagte zu bezweifeln, dass das gegen ausgebildete Soldaten helfen würde. Aber deshalb war er ja auch nicht hier.
Vo dem Pfad, der in die Täler führte, wies er die Leute an zu halten und ließ den Gefangenen herbringen, den sie brauchten. Ein ein vierzeehnjähriger Knabe mit hellbraunen Haaren und buschigen Brauen wurde hervorgebracht. Die Hände waren ihm auf den Rücken gebunden und ein Knebel hinderte ihn am Sprechen. Finster blickte er zu Zephyr auf.
"So", wandte Zephyr sich an Faustus. "Sobald wir im Tal sind, werden unsere Männer eine Parlamentärsflagge hissen. Wenn Grim sich zeigt, werden wir zwei, und unser junger Freund hier, als Gesandte zu ihm gehen um einen...Frieden auszuhandeln. Der Anblick Meynes dürfte Grim etwas ablenken. Das ist der Moment, an dem du zuschlagen musst."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Feb 09, 2015 8:53 pm

"Wenn ich es vermeiden kann, dann würde ich darauf verzichten wollen, die Stadt zu belagern", bekannte Oswin missmutig. Dass es noch immer keine Nachricht gab war nicht zufriedenstellend. Er hasste es, sich in Geduld üben zu müssen. "Sollte der Clawford-Junge gute Arbeit leisten, dann braucht es vielleicht kein Blutvergießen. Oder zumindest nicht viel..." Denn genau das war es, was er befürchtete. Wenn sie die Stadt belagerten, dann würde die Zahl der Toten in die Hunderte gehen. Die Stadt auszuhungern wäre keine Option. Selbst wenn sie den Hafen abschneiden konnten würde es Monate dauern. Und Ircia wäre zweifellos das erste Opfer. Aber wenn sie versuchten, die Mauern zu stürmen, dann würden beide Seiten bitter bluten und Jenienburg brennen. Nicht, dass Oswin nicht dazu bereit gewesen wäre. Natürlich hatte er nicht allein Graf Tellan, sondern auch sämtliche anderen loyalen Lehensmänner in der Nähe in Alarmbereitschaft versetzt. Aber solange es noch einen anderen Weg gab zögerte er, auf Jenienburg zu marschieren.
"Hoffen wir auf das Beste! Rechnen wir mit dem Schlimmsten!", verkündete er und stemmte sich aus seinem Sitz. Mit einem mal konnte er den Raum nicht mehr ertragen. Er brauchte Bewegung. Musste raus. Zumindest eine Runde über den Wehrgang. Er gab dem Grafen durch einen Wink zu verstehen, ihm zu folgen.

"Besser, du beantwortest die Fragen der Herrin!", unterstrich der Wachmann mit kaum verhohlener Drohung in der Stimme Lucretias Worte, "Und besser, du tust es rasch und wahrheitsgemäß." Er war nur ein einfacher Mann aus dem Volk. Er folgte keinem Ehrenkodex, wie es die hohen Herren taten. Wenn es die Situation – oder Herrin Lucretia – gebot, dann hätte er keine Skrupel, eine Frau zu schlagen.

"Ich weise meine Hauptleute an, die Männer zwei Stunden vor dem Morgengrauen aufzuwecken und marschbereit zu machen", bot Valimar dem Sohn seines Fürsten an, "Bis dahin sollten meine Meldereiter weitere Nachricht überbracht haben. Wenn wir so früh los marschieren können wir einen Hinterhalt legen." Und wie es dann weiter ging, das würde sich zeigen. Im Gegensatz zu Grim hegte Valimar keinenfalls die Hoffnung, dass sie dem Bauernheer friedlich beikommen konnten. Es wäre besser, wenn er diesem Pöbel eine Lektion erteilte, die er so schnell nicht vergaß. Wenn die Bauern erst einmal in der Falle saßen, dann würde er die schwere Kavallerie durch den Haufen jagen lassen!
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Feb 11, 2015 5:32 pm

Sie warf den Wachen einen kurzen Blick zu. Man waren sie aber mies drauf.
"Ich spioniere für niemanden. Ich bin bloss hierher gekommen, weil es aussah, als gebe es hier ein wenig was zu holen", sagte sie.
"Und nennen kannst du mich, wie du willst. Eanna wurde ich getauft. Glaube ich."

"Gibt es denn noch Hoffnung für ihn?", fragte Ircia. Es fiel ihr noch immer schwer, MItgefühl für diese Leute hier aufzubringen. Und der Alte würde doch so oder so bald einmal sterben. Also warum konnte man seinen Sohn damit erpressen?
"Und wozu soll unsere Hochzeit gut sein? Sie braucht den Segen meines Vaters. Aber den kriegt sie nicht."


"Verstehe ..."
Ihm rannte die Zeit viel zu schnell davon. Er hatte das Gefühl, dass er Grim nicht töten durfte. Wenn er dies tat und man herausfand, dass er für den Melior arbeitete, würde das nicht gut ausgehen für seinen Herren.
Ihm musste schnellstens einen Plan einfallen!
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Feb 28, 2015 4:10 pm

Schweigend folgte Graf Tellan den Fürsten auf seinem Spaziergang über den Wehrgang. Missgünstig sah er auf den östlichen Arm des Flusses Silva, der durch das Tal floss. Man sagte zwar, mit der Lage am Fluss käme Reichtum aber das stimmte nur bedingt. Fernhaven empfing die meisten Waren aus fernen Ländern und Schiffe aus den anderen Provinzen des Reiches stießen ihre Waren meist lieber im nähergelegenen Jenienburg ab.
"Ich hörte, Ihr habt Euren Neffen Fafnir mit dem Bau des Hafens in Hartholm betraut?", wandte er sich an den Fürsten.

"Glaubst du, ja?", erkundigte sich Lucretia und nahm ein spitzes Stilett hervor, das sie nachdenklich in einer Hand balancierte. "Nun, wenn das so ist, Eanna..."
Mit der Klinge in der Hand machte sie einen Schritt auf die junge Dame zu, hielt dann jedoch einen Moment inne, als fiele ihr etwas ein. Sie wandte sich an die beiden Wachmänner.
"Es wäre vielleicht besser, diese Angelegenheit diskret zu behandeln", erklärte sie. "Seid bitte so gut und bezieht wieder eure Posten. Nicht dass im Lager Verwirrung aufkommt. Unterdessen übernehme ich ihre Befragung."

"Den braucht sie auch nicht unbedingt", meinte Robert mit einem trockenen Lächeln. "Zumindest wenn alles liefe, wie sie es sich vorstellt. Wäre ich Eurem Vater nicht auf der Patroullie durchs Land begegnet, wäre er wohl jetzt hier. Und dann stellt sich die Frage, was die Gräfin mit ihm angestellt hätte."

Zephyr schenkte Faustus ein undurchsichtiges Lächeln, während der gefesselte Junge den Spion anstierte und unwillig grunzte, bevor einer der Bauern ihm eine Ohrfeige verpasste.
Als sie vor einem größeren Talbecken ankamen, wies Zephyr die Gruppe an, zu warten, bevor er zusammen mit dem Jungen, Faustus und seinen beiden "Leinwächtern" sich von der Gruppe trennten. Sie betraten die Mitte des Tals und hissten die Parlamentärsflagge. Wozu den Fürsten suchen, wenn der Fürst auch freiwillig kommen kann?

Grim nickte auf die Ausführungen des Grafen lediglich. Er ahnte bereits, dass er keinen Schlaf finden würde, weshalb er erst ein wenig mit den Waffen probte und schließlich brütend über die Karten von Talbeck blickte.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So März 01, 2015 2:35 pm

"Er ist ein guter Junge und er hat Potential", ging Oswin sogleich auf die Anmerkung des Grafen ein. Dessen Missmut registrierte er dabei nicht einmal, zu sehr hing er seinen eigenen Gedanken nach. Und auch wenn das neu angeschnittene Thema an und für sich erfreulich für ihn war, so gelang es ihm doch nicht, den Schwermut, den er in seinem Inneren empfand, vollends aus seiner Stimme zu verbannen. "Fafnirs einziges Probelm ist, dass er bisher noch keine Gelegenheit hatte, sich zu beweisen. Er ist nicht mein Sohn, er kann nicht darauf hoffen, dass sein Name allein ihm sämtliche Türen öffnen wird. Er wird Leistung zeigen müssen. Dabei möchte ich ihm helfen. Ich bin mir sicher, er wird sich mit diesem Projekt einen Namen machen können."

Es lag den Wachmännern fern, Befehlen ihrer Herrin zu widersprechen und machten sie sich folgsam auf den Weg hinaus aus dem Schuppen. Als sie Lucretia passierten hielt einer von ihnen jedoch noch einmal kurz inne. "Wenn ihr unsere Hilfe benötigt, Herrin, so ruft einfach", wandte er sich an die junge Adelige, "Wir sind dann sofort bei euch." Seine Miene verriet dabei deutlich, dass er es für keine gute Idee hielt, Lucretia mit der Gefangenen allein zu lassen und dass er fast schon befürchtete, dass sie eben jene Hilfe, die er angeboten hatte, auch würde annehmen müssen.

Im Gegensatz zu Grim ließ Valimar sich durch die Aussicht der morgigen Schlacht nicht um seinen Schlaf bringen. Wenn etwas dazu in der Lage, seine Nachtruhe zu stören, dann war dies allein der mangelnde Komfort des Feldlagers. In einem Feldbett schlief es sich entschieden schlechter als in seinem Gemach auf der Burg und so wälzte der Graf sich lange, ehe er Schlaf fand. Dennoch fühlte er sich, als er – wie angekündigt noch vor Aufgang der Sonne – geweckt wurde zumindest halbwegs erholt. Während ein Kammerdiener ihm beim Ankleiden und Rüsten half vermeldete der Hauptmann seiner Garde einen weiteren Meldereiter. Valimar ließ den Mann herein rufen und hörte sich dessen Bericht an ehe er sich auf den Weg zu Grim machte.
"Meine Männer haben einen Teil des Bauernheeres entdeckt", vermeldete er dem Fürstensohn nach der Begrüßung, "Es sieht aus..." Er zögerte kurz. "... als wünschen sie zu verhandeln."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di März 10, 2015 9:20 pm

Sie hatte ein wenig zurück gezuckt, als sie mit der Klinge auf sie zu gekommen war. Doch dann atmete tief aus und schaute kurz zu den WAchen.
Was zum Teufel hatte diese seltsame Frau vor? WAr sie irgendsoein sadistisches Weib oder so?
Warum war sie bloss so unvorsichtig gewesen?¨

"Er hätte ihn wohl kaum zwingen können! Mein Vater lässt sowas nicht mit sich machen", sagte sie bestimmt.
"Und für das hier, wird Eure Mutter schon noch zur Rechenschaft gezogen!"


Faustus wurde es immer unwohler zumute. Was, wenn Grims Reaktion auf ihn, ihn verriet? Was wenn deshalb alles schief ging?
Er nagte an seiner Unterlippe und atmete dann tief durch. Er würde das schon irgendwie hinkriegen.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So März 22, 2015 12:00 pm

"Ihr könnt Euch meiner Unterstützung in diesem Projekt gewiss sein", bestätigte ihm Graf Isenger. "Ein neuer Hafen in Hartholm dürfte den Verkehr auf dem Silva sicherlich zugute kommen."
Und mit etwas Glück das Monopol der Clawfords brechen. Aber vielleicht war das gar nicht nötig. Beinahe hoffte er darauf, dass der junge Robert versagen würde. Was hieß beinahe? Je früher in Verruf geriet, desto besser.
"Gibt es Neues von den Unruhen im Westen? Hat Euer Sohn der Rebellion bereits ein Ende gesetzt?"

Grim brauchte einen Moment, um die Neuigkeit zu verarbeiten, die ihm der Graf soeben gebracht hatte. Hatte er gerade richtig gehört? Konnte es sein, dass sie ohne Kampf da hinaus kamen?
Doch seine Kämpferinstinkte schrien dagegen. Das konnte ein Trick sein. Er hatte schon oft genug gegen Räuber gekämpft, um zu wissen, wie Ehrlose die Parlamentärsflagge ausnutzten. Aber sollte er diese Gelegenheit verstrechen lassen?
"Wir nehmen eine kleine Eskorte auf einen nahen Hügel, nicht zu weit von unseren Lager entfernt", entschied er. "Dort werden wie ebenfalls die Fahne hissen. Wenn sie wirklich Frieden verhandeln wollen, sollen ihre Boten zu uns kommen. Und die Verhandlungen werden nach unseren Bedingungen laufen." Seine Miene wurde ernst und er schwieg einen Moment bevor er hinzufügte: "Beim leisesten Verdacht auf Verrat schicken wir unsere Truppen zu ihnen runter."

Lucretia schenkte dem Wachmann ein warmes Lächeln, als er hinausging. Als könnte sie nicht mit einem kleinen Bauernmädchen fertig werden.
Als sie Eannas Zucken bemerkt hatte, ging eine gewisse Befriedigung durch ihren Körper und einen Moment spielte sie mit dem Messer in ihrer Hand. Nur um es kurz daraufhin wegzustecken und wieder die Kette mit den Diamanten hervor zu holen.
"Nun, jetzt wo wir ungestört sind", bemerkte sie. "Regeln wir das doch zivilisiert, von Frau zu Frau. Wenn du an diesen Schönheiten interessiert bist, bin ich gerne bereit, dir ein paar zu überreichen. Vorausgesetzt du bist bereit, dafür zu arbeiten."

"Wer redet denn hier von zwingen?", fragte er und massierte sich die Nasenflügel. "Alte Männer haben Unfälle. Besonders alte Männer mit Kriegsverletzungen. Hätte Euer Vater Jenienburg betreten, hätte er es nie mehr verlassen. Dann verfällt die Frage, ob er einverstanden ist. Vor allem wenn auch noch Euer Bruder in einer Bauernrevolution stirbt." Er sah ihr ernst in die Augen. "Sobald Euer Vater und Euer Bruder fort sind, fällt das Erbe auf Euch. Und darauf setzt meine Mutter. Versteht Ihr?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi März 25, 2015 7:21 am

Behäbig schüttelte Oswin den Kopf. "Es ist einige Tage her, seit ich zuletzt von ihm gehört habe", erklärte er, "Aber ich habe vollstes Vertrauen in Grim. Das letzte, was ich gehört habe, war, dass er gemeinsam mit Graf Valimar rüstet, um den Bauern entgegen zu ziehen und diesen Aufstand zu zerschmettern." Oswin zweifelte nicht daran, dass Grim dazu in der Lage war. Auch wenn sie zahlreich sein mochten: diese Aufständigen waren letztendlich nicht mehr als gemeiner Pöbel ohne Ausrüstung, ohne Fertigkeiten an den Waffen und ohne nennenswerte Disziplin. Es war eine Sache, mordend und plündernd durch die Lande zu ziehen. Es war etwas ganz anderes, sich dem Ansturm schwerer Kavallerie entgegen zu stellen. Dennoch gefiel Oswin die Vorstellung nicht, dass sein Sohn dort im Westen vielleicht in eben jenem Moment auf dem Weg in eine Schlacht war. So viel Unvorhergesehenes konnte passieren! Und er hatte – wie die Götter wussten! – genug damit zu tun, sich um eines seiner Kinder zu sorgen.

Es lag Valimar fern, dem Sohn seines Lehnsherren zu widersprechen, dennoch zögerte er. "Haltet ihr das für weise, Herr?", fragte er, "Für mich klingt das ganze sehr nach einer Falle. Wir sollten uns nicht mutwillig hinein begeben. Besser, wir schlagen direkt zu und zertreten das Haupt der Schlange..."
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Apr 05, 2015 3:04 pm

"Dann sollte diese leidige Erhebung wohl bald ein Ende finden", bemerkte Graf Norell. "Wollen wir hoffen, dass Euer Sohn mit aller Härte durchgreift."
Er wagte nicht zu sagen, dass er Bedenken hatte. Der Sohn des Fürsten stand im Ruf, ein Bauernsympathisant zu sein. Aber dieser Aufstand würde ihm wahrscheinlich die Augen öffnen.

"Wir begeben und nirgendwo hinein", entgegnete Grim ruhig. "Dies ist unser Land und unsere Regeln gelten hier. Wenn sie verhandeln wollen sollen sie zu uns kommen und ihre gerechte Strafe empfangen. Außerdem würde ich gerne wissen, wer der Demagoge ist, der da unser Volk aufwiegelt. Wenn sie uns Namen geben, können wir vielleicht noch einmal Gnade vor Recht walten lassen. Andernfalls..."
Er warf einen vielsagenden Blick auf die berittenen Truppen.
"...glaube ich kaum, dass sie unserer Streitmacht etwas entgegenzusetzen zu haben. Kommt jetzt, und nehmt ein paar Eurer besten Männer mit. Ich will sehen, welche Schlangenzunge sie vorschicken."

Zephyr konnte sich ein triumphales Lächeln nicht verkneifen, als sich auf einem Hügel über ihnen eine weitere Parlamentärsflagge erhob. Seine beiden Leibwächter wies er an, den gefesselten Jungen mitzubringen, und Faustus winkte er zu sich.
"Ich hoffe, du bist bereit für deinen großen Auftritt?"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Apr 05, 2015 3:13 pm

Sie runzelte die Stirn und verzog den Mund.
"Arbeiten? In welchem Sinne?", wollte sie wissen. "Ich arbeite eigentlich nur für mich selbst..."
Und was wollte denn eine reiche junge Dame von ihr?


"Selbst wenn mein Vater und mein Bruder sterben würden ... Es würde deiner Mutter noch immer nicht das Recht geben, mich zu verheiraten!", beharrte sie stur.
Das würde sie doch nicht mits ich machen lassen!
"Und was tust du dagegen? Mich um den Finger wickeln?!"

"Natürlich", sagte Faustus. Er war zwar alles andere als bereit. Aber was blieb ihm anderes übrig?
Er blickte von dem Jungen zu Zephyr. Na hoffentlich würde Grim nicht alles verraten.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Apr 19, 2015 10:02 am

Anstatt auf die Bemerkung des Grafen zu antworten starrte Oswin nur über die Brüstung hinweg in die Ferne. Nach Westen, wo irgendwo da draußen sein Sohn unterwegs war. Unterwegs in eine Schlacht? Oswin war in seiner Jugend selbst ein leidenschaftlicher und talentierter Kriegsmann gewesen und seinen Sohn in eben jenen Fußstapfen zu sehen erfüllte ihn mit Stolz. Gleichzeitig verspürte er jedoch auch Sorge. Kein Vater fand es beruhigend, wenn sein Kind sich den Widrigkeiten und Gefahren einer Schlacht aussetzen musste. Grim mochte ein fähiger Kämpfer sein und eine hervorragende Garde besitzen, aber wenngleich Oswin sich nur zu bewusst war, dass der Ruhm, den er seinem Sohn redlich gönnte, in der vordesten Schlachtreihe zu holen war, hoffte er doch, dass dieser sein ungestümes Gemüt zu zügeln verstand und vom Hügel aus kommandieren würde. Oder – noch besser – es gar nicht erst zu einer Schlacht kommen würde.

Einem direkten Befehl seines Lehnsherren konnte Valimar sich nicht widersetzen. Grim hatte hier den Oberbefehl und ihm musste er sich beugen, so sehr es ihm auch widerstrebte. Also verneigte er sich vor nur vor dem Sohn seines Fürsten und machte sich daran, dessen Anweisungen auszuführen. Er instruierte seine Hauptleute, sich zu positionieren und für den Fall, intervenieren zu müssen, bereit zu halten, und wählte einen erlesenen Teil seiner Garde aus, ihn zu begleiten. Das Banner persönlich in der Hand tragend folgte er Grim schließlich den von diesem auserkorenen Hügel hinauf.
"Also warten wir nun, ob sie darauf reagieren", kommentierte er trocken, als sie die Kuppe erreichten und auf dieser inne hielte.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Mai 09, 2015 5:48 pm

"Eine eigenständige junge Dame, hm?", fragte Lucretia interessiert. "Sehr engagiert, das gefällt mir. Aber du wirst sehen, ein verständnisvoller Arbeitgeber kann sich auszahlen."
Sie spielt ein wenig mit der Diamantenkette.
"Es ist im Grunde denkbar einfach. Ich möchte, dass du einne kleinen Botengang für mich erledigst, Eanna. Überquere den Fluss in Richtung der Nordermark und suche nach Fafnir Helfort, dem Neffen des Fürsten Oswin. Erzähle ihm von dieser Siedlung her und kehre dann hierher zurück." Sie nahm einen Diamanten aus der Kette. "Einen der Steine bekommst du als Anzahlung, der ganze Rest, wenn du wieder da bist. Wie klingt das?"

Robert stützte seine Stirn in einer Hand ab und seufzte tief.
"Um eines jetzt mal klar zu stellen", sagte er. "Ich möchte Euch genauso wenig heiraten, wie Ihr mich. Meine Mutter und ich haben uns nie gut verstanden und ich würde sie liebend gern los werden. Allein habe ich da aber wenig Aussichten. Die Edelmänner aus der Stadt sind fest auf ihrer Seite. Die vom Land und den Wolfswäldern aber sind mir treu ergeben."
Er sah sie bestimmt an.
"Alles was ich will, ist Euch aus der Stadt zu bringen und am Besten zu Eurem Vater. Wenn Ihr in Sicherheit seid, hat meine Mutter ihr letztes Druckmittel verloren und muss sich Oswins Streitkräften ergeben, oder die Konsequenzen tragen."

Grim wartete angespannt darauf, dass sich die kleine Gesandtschaft des Bauernheeres näherte. Als die Minuten sich immer weiter in die Länge zogen, schälten sich einige Gestalten aus der Dunkelheit. Im Fackelschein fiel sein Blick auf zwei grobschlächtige Gesellen, die eine kleinere, verschmitzt lächelnde Gestalt anblickten.
Doch die anderen beiden Gestalten fand Grim um einiges auffälliger. Er versuchte, seine Gesichtszüge im Zaum zu halten, als er Alister unter den Männern sah. Aber als er den gefesselten Jungen erblickte, verschlug es ihm beinahe die Sprache. Meyne Hjinson blickte nervös zu ihm auf, der Blick seiner Augen war intensiv, beinah flehend. Die Hände waren ihm auf den Rücken gebunden. Er schien etwas sagen zu wollen, doch durch den Knebel kamen nur erstickte Laute durch.
"Ihr kommt mit einer Geisel zu uns, Händler", wandte er sich an die dürre Gestalt. "Ich hoffe doch sehr für Euch, dass Ihr keine Spielchen mit uns treibt."
"Aber nicht doch", entgegnete der Dürre. "Sicher können wir unsere Differenzen auch ohne Streit beilegen. Wir möchten diesen Jungen freilassen, als Zeichen guten Willens."
Meyne wand sich noch heftiger in seinen Fesseln und Grim war sich nicht sicher, ob es nur der Willen nach Freiheit war, der ihn antrieb. Der Blick des Jungen ging zu Allister und dann zum Dürren, bevor er wieder Grim ansah.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Sa Mai 16, 2015 7:47 am

Eanna runzelte die Stirn. Das war alles? Schon alleine der eine Diamant würde sie verhältnismässig reich machen ...
"Hm... Klingt ganz fair", meinte sie also. "Das sollte ich hinkriegen ..."
Ja, das war super. Mit der Kette konnte sie endlich mal ein Festessen geniessen! Oh das würde so himmlisch werden!


"Und wie wollt Ihr das anstellen? Ich meine, ich bin nicht abgeneigt diese Stadt zu verlassen, wirklich. Immerhin bin ich nicht ganz freiwillig hier. Aber wie soll das gehen? Wir können ja wohl kaum einfach rausspazieren. Und Eure Mutter wird damit rechnen, dass Ihr mir helfen wollt. Oder nicht?"
Ircia verschränkte die Arme vor der Brust und sah ihn abwartend an.


Faustus wusste, dass das nun eigentlich sein Moment war. Er musste vorstürmen und Grim das Schwert durch dir Brust stossen. Doch was würde geschehen wenn er gar nichts tat?
Würde Zephyr seine Deckung aufgeben und womöglich den Jungen töten?
Die beiden Leibwächter bereiteten ihm Sorgen. Gegen Zephyr selbst kam er womöglich an. Aber gegen die Leibwächter auch noch?
Unmöglich!
Also tat er einfach, was möglicherweise für Verwirrung sorgen würde. Er packte Meyne mit der einen Hand und stiess ihn in Richtung Valimar. Nur um in diesem Augenblick der Verwirrung ein Messer zu zücken und damit auf Zephyr loszugehen.
"Grim! Es soll eine Falle sein!", rief er dabei.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Mai 21, 2015 6:17 am

Valimar hätte Grims Mann unter den Unterhändlern des Bauernheeres nicht ohne weiteres erkannt. Vielleicht war ihm das Gesicht vage bekannt vorgekommen, vielleicht hatte er bei dessen Anblick kurz gestutzt, doch Erkenntnis war da nicht gewesen. Und als dieser sich plötzlich offenbarte und die Seiten wechselte, da war es auch schon egal, wer er denn nun war. Was zählte waren seine Worte. Eine Falle, ein Hinterhalt! Damit waren die Unterredungen wohl hinfällig.
"Ergreift sie!", rief Valimar, eine Spur zu schrill vielleicht, den Soldaten in ihrer Begleitung zu und fing den stolpernden Jungen auf, dabei seinerseits mit der Balance ringend. Es war ihm nicht unrecht, dass er dabei zwingend ein paar Schritt zurück weichen musste. Zu Fuß besaß er keine großen Ambitionen, selbst an vordester Front zu kämpfen. Das sollten andere für ihn übernehmen.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Mai 21, 2015 8:30 pm

Lucretia nickte zufrieden.
"Ich sehe wir verstehen uns." Etwas in ihrem Gesicht erhellte, sich als sei ihr etwas eingefallen. "Eine Sache wäre da noch. Es wäre von essentieller Bedeutung, dass du in dieser Sache Stillschweigen bewahrst. Und vor allem niemandem erzählst, für wen du arbeitest. Immerhin wäre es höchst bedauerlich, die Überraschung zu verderben. Und ich lege großen Wert auf die Zuverlässigkeit meiner Angestellten."
Sie sah Eanna mit hochgezogener Braue an.
"Denkst du, du kannst mir diesen Gefallen tun?"

Robert fuhr sich über das Kinn.
"Sagen wir, einfach wird es nicht", erklärte er. "Wir können davon ausgehen, dass sie Euch rund um die Uhr bewachen lassen wird. Und auch jeden meiner Schritte beachten wird."
Er massierte sich die Nasenflügel.
"Das wird Euch wahrscheinlich nicht gefallen, aber am besten wäre es, wie tun vorerst so, als würden wir uns ihrem Willen beugen. Dann wird sie unvorsichtig und im besten Fall mit etwas anderem abgelenkt. Unsere sicherste Methode wäre dann, uns irgendwie aus der Stadt zu schmuggeln. Wahrscheinlich am besten über den Seeweg."

Zephyr wich Faustus Stoß mit dem Geschick eines erfahrenen Meuchelmörders aus.
"Wie enttäuschend, Faustus", bemerkte er, doch in seinem Gesicht schimmerte ein merkwürdiges Lächeln. Er stach seinerseits mit einem Messer nach Faustus.
Anstatt Zephyr zu helfen, gingen die beiden Leibwächter auf Grim los. Die Soldaten in ihrer Begleitung waren bereit dazwischen zu gehen. Aber Grim hatte nicht das geringste Interesse, nun klein bei zugeben. Kaum sah er, dass Meyne in relativer Sicherheit war, kochte wieder blinde Wut in ihm auf. Unter wütendem Aufschrei holt er mit seiner Streitaxt aus. Ihre Klinge ging zwischen Schulter und Hals des ersten Angreifers nieder. Die pure Wucht des Schlags allein schleudete den Mann zu Boden. Doch der zweite Angreifer näherte sich bereits von der Seite.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Do Mai 21, 2015 9:14 pm

Valimar war kein Held und sich dessen auch sehr wohl bewusst. Grim mochte sich als einen solchen sehen, oder zumindest als einen großen Krieger, und ging direkt mit seiner Axt ins Handgemenge. Aber es konnten nicht alle Männer aus dem selben Holz geschnitzt sein. Und Valimar schätzte seinen Hals einfach zu hoch, als ihn in diesem sinnlosen Scharmützel zu riskieren. Er trug keinen Helm, saß nicht im Sattel. Das war nicht seine Art zu kämpfen. Gleichwohl konnte er auch schlecht tatenlos daneben stehen, während seine Kameraden um ihr Leben fochten. Er musste zumindest tätig werden. Insofern kam es ihm gelegen, dass der verängstigte Bauernjunge noch immer in seinen Armen hing. Das gab ihm zumindest etwas zu tun. Etwas Nützliches. Während keine zwei Schritt entfernt Schwerter aufeinander prallten zog er mit flinken Fingern seinen Dolch und durchschnitt die Fesseln, die die Handgelenke des Knaben beisammen hielten.
"Hinter mich!", kommandierte er knapp und brachte dann seinen gepanzerten Leib zwischen sich und den Befreiten. Mit der Rechten zog er seine Klinge, mit der Linken griff er nach dem Signalhorn an seinem Gürtel und setzte es an die Lippen. Es kostete ihn mehrere Versuche, einen Ton aus dem kleinen Instrument heraus zu bringen, doch dann erschallte es hell und laut durch das ganze Tal. Ihre Männer, die nicht weit entfernt lagerten, würden wissen, was zu tun war.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Mai 26, 2015 2:04 pm

Meyne war noch immer benommen, von dem, was um ihn herum passierte. Dennoch erschrak er, als er sah, wie der andere Schlägertyp sich Grim näherte.
"Lord Grim, passt auf!", schrie er. Der Klang des Horns hatte Grim aus seinem Blutrausch aufhorchen lassen, doch nun war er wieder seiner Situation gewahr. Als die Männer im Lager sich in Bewegung setzten, holte der andere Schläger bereits mit einem Knüppel aus. Und Grims Axt steckte noch immer im toten Körper des anderen drin.
Auf die Schnelle würde er sie nicht mehr heraus bekommen also duckte er sich vor dem Angriff weg, doch der Mann holte bereits zum nächsten Schlag aus. Grim schlug mit der Faust nach ihm, doch der Kerl wich geschickter aus, als man es von einem Mann seiner Größe erwarten würde.
Zephyr bekam mit, dass nun Bewegung in die Männer und grinste Faustus verstohlen an.
"Ich fürchte, das hier müssen wir ein anderes Mal fortsetzen", sagte er, griff in einen Beutel und schleuderte Faustus eine handvoll Sand ins Gesicht.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Mai 26, 2015 3:36 pm

(omg, sorry. Ich habe gar nicht gesehen, dass du schonmal gepostet hast, nick D: tut mir leid!)


"Natürlich. Ich werde schweigen wie ein Grab", versprach sie. Na hoffentlich war die Alte auch ehrlich und nicht verlogen, sonst würde sie wohl bald nicht mehr so grinsen.
Eanna fand, dass es sich gelohnt hatte, hierher zu kommen. Jetzt musste sie bloss diesen Botengang erledigen.
"Kriege ich ein Pferd...?"

"Hm... Na dann..."
Sie hoffte einfach, dass Robert kein Spiel mit ihr trieb. Nachdenklich musterte sie den Ring in ihren Fingern.
Aber wie wäre er dann an diesen Ring gekommen, wenn er lügen würde?

Faustus hatte sich in erster Linie darauf konzentriert, Zephyr vom Rest ein wenig abzutrennen und ihn zu beschäftigen. Er war natürlich auch ein relativ guter Kämpfer aber im Vergleich zu Zephyrs Gewandtheit wirkte er wohl eher wie ein Stümper.
Mit dem Sand hatte er dann doch wirklich nicht gerechnet und er musste die Augen zusammenkneifen, um nicht komplett geblendet zu werden.
"Bleib gefälligst hier!"
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Di Mai 26, 2015 4:39 pm

Valimar hatte versucht, es zu vermeiden, aber manche Situationen erforderten einfach ein wenig Heroismus. Grim war bedrängt und entwaffnet und ihre Gardisten jeweils in eigene Gefechte verstrickt. Blieb also nur er um dem Fürstensohn beizustehen, sofern er nicht den Bauernburschen vorschicken wollte. Zeit also, sich die Lorbeeren auf die blutige Art und Weise zu verdienen! Mit der Klinge in der Rechten sprang er vorwärts.
Der Graf von Westernau mochte kein begnadeter Kriegsmann sein, aber trotz allem war er ein ausgebildeter Ritter. Er hatte das Waffenhandwerk über Jahre hinweg gelernt, er besaß ein hervorragend geschmiedetes Schwert und er trug Rüstung. Grims Peiniger mochte flink und agil sein, aber er war letztendlich doch nicht mehr als ein Bauer, der sich mehr schlecht denn recht mit einem Stück Holz zu wehren versuchen musste. Es kostete Valimar wenig Mühe, in diesem ungleichen Duell die Oberhand zu gewinnen und den Mann vor sich her zu treiben. Allein davor, sich mit einem Ausfall zu exponieren und den Kerl dabei zu durchrennen, zögerte er.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   So Mai 31, 2015 8:33 am

Lucretia schritt um Eanna herum und schnitt ihre Fesseln durch.
"Nicht weit von hier ist ein Stall", erklärte sie, während sie Eanna einen der Diamanten in die Hand drückte. "Ich will dir gerne eins zur Verfügung stellen."
Nachdenklich sah sie zur Tür.
"Einem Mann die Kehle durchschneiden zu wollen ist schon eine Leistung", meinte sie. "Aber glücklicherweise hat man als Frau Mittel und Wege, die einen Mann sogar das verzeihen lassen." Sie lächelte Eanna verschwörerisch zu. "Vielleicht ist Jochen bereit die zu verzeihen, wenn er den Eindruck bekommt, dass du...sagen wir...nur ein armes Mädchen bist, das keinen anderen Ausweg aus seiner Situation sah. Verstehst du, worauf ich hinaus will?"

Nachdenklich musterte Robert die Fürstentochter und frage sich, wie das gut gehen sollte. Gleichzeitig spürte er einen leichten Druck in seiner Hand. Er sah runter zu seinem Vater, der die Augen geöffnet hatte und ihn ansah.
"Vater?", fragte er.
"Robert", hauchte der Mann kaum merklich. "Bitte...sei deiner Mutter...nicht gram."
Robert seufzte, doch behielt er die Hand seines Vaters in der seinen.

Grim nutzte die die Ablenkung, die durch den Vorstoß des Grafen entstanden war, und zog seine Axt mit einem Ruck wieder aus dem Leichnam hervor. Als er den Graf im Zweikampf mit dem Schläger sah, zögerte er zunächst, diesen um den Ruhm eines gerechten Zweikampfs zu bringen. Aber das war nicht die Zeit für Ehrengerichte.
Der Fürstensohn holte mit der Axt aus. Der ohnehin schon in die Defensive gedrängt Mann hob erschrocken seinen Schläger hoch. Holz splitterte und die Axtklinge schlug in seine Brust.
Meyne schaute dem Treiben wie gebannt zu, als sein Blick auf diesen Kerl, Faustus, fiel. Er taumelte zurück und...Zephyr verschwand in Richtung der Bauernarmee.
"Er entkommt!", schrie Meyne und zeigte mit dem Zeigefinger in dessen Richtung, während sich um sie herum die Männer versammelten.

Mit gewaltigen Sätzen kam Zephyr schließlich unten bei dem Bauernheer an. Er keuchte erschöpft und machte ein erschrockenes Gesicht.
"Mord! Totschlag!", schrie er entsetzt. "Der Fürstensohn wollte uns umbringen! Er will keinen Frieden! Kämpft! Kämpft für eure Freiheit!"
Nach einem Moment der Stille ging ein entsetzter Aufschrei durch die Bauern. Empört hoben sie ihre Waffen und machten sich zum Kampf bereit, während oben am Hügel die Männer des Grafen, angerufen vom Horn, aus ihrem Versteck stürmten.
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mo Jun 01, 2015 5:55 pm

"Keine Sorge, ich komm schon klar", winkte sie ab. "Immerhin hab ich Euren Segen ..."
Und yay! Sie kriegte ein Pferd! Vielleicht würden sich ihre Füsse ein wenig von den Strapazen erholen könnten? Sie hoffte es zumindest sehr.


Ircia musterte den alten Mann. Wäre es nicht besser, er wäre tot? Dieses Dahinvegetieren war doch längst kein Leben mehr?
"Nun ... Vielleicht sollte ich in mein "Gemach" zurückkehren.


Faustus rieb sich den Sand aus den Augen und schaute dann blinzelnd in Richtung Heer.
War das Chaos genug, das er angerichtet hatte? Sollte er nun einen langsamen rückzug wagen?
Er war kein Krieger, der in einer Schlacht kämpfen konnte, um Himmels Willen!
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BeitragThema: Re: [RPG-Thread] Die Stunde der Krähen   Mi Jun 03, 2015 6:14 am

Es war vollkommen illusorisch, dass sie den Flüchtigen noch einholen würden. Nicht gerüstet wie sie waren. Und einen Bogen oder eine Armbrust hatte bedauerlicherweise niemand parat. Also blieb ihnen wenig anderes übrig, als ihn entkommen zu lassen. Nicht, dass dies Valimar große Sorgen bereitet hätte. Der Mann mochte ein Anführer sein, aber wohl kaum einer, der einen militärischen Wert besaß. Ob er bei den Aufständigen war oder auch nicht: sie würden diesen Bauernhaufen versprengen!
In Reih' und Glied marschierten die Einberufenen voran, von Valimars Serganten in Formation gehalten. Ihre schwere Kavallerie hielt sich dicht dahinter. Ein zweifelsohne furchterregender Anblick. Ob die Aufständigen sich überhaupt zum Kampf stellen würden?
"Ich nehme die Hälfte unserer Reiterei und übernehme die rechte Flanke, wenn es recht ist, mein Fürst", bot Valimar, inzwischen selbst wieder im Sattel, Grim an. Er verspürte wenig Lust, sich mit den Einberufenen ins Handgemenge zu stürzen. Es erschien ihm prestigeträchtiger, seine Reiter in die Flanke des Bauernheeres zu jagen, sobald diese im Nahkampf gebunden waren. Es war vollkommen ausgeschlossen, dass ein solcher Hammerschlag den Feind nicht brechen würde.
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